Hering
Heringe (lat. Clupea harengus) sind pelagische – also im freien Wasser schwimmende – Fische, die nahezu im gesamten Nordatlantik zu finden sind. Kein anderer Fisch hatte in der Geschichte eine so große wirtschaftliche und politische Bedeutung wie der Hering. Schon im Mittelalter war der Hering so begehrt, dass seinetwegen sogar Kriege geführt wurden. Um das Jahr 1000 soll Bischof Otto von Bamberg das Salzen von Heringen zum Haltbarmachen „entdeckt“ haben. Damit wurde eine neue Phase der Fischwirtschaft und der Seefahrt eingeleitet: Die Haltbarkeit gesalzener Fische erlaubte längere und weitere Seereisen als vorher möglich. So hat der Salzhering mitgeholfen, neue Kontinente zu entdecken und Handelswege zu erschließen. Durch das Salzen wurde der bis dato leicht verderbliche Hering auch zu einem wichtigen „Exportartikel“, der bis tief nach Russland, in die Alpenländer und auf den Balkan geliefert wurde. Bis heute hält die Begeisterung für diesen Fisch an, noch immer liegt er auf der Rangliste der populärsten Fischarten in Deutschland weit oben. Neben seinen vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten und dem unverwechselbaren Geschmack ist der Hering nicht zuletzt auch wegen seines hohen Gehaltes an gesunden Omega-3-Fettsäuren so beliebt.
Lebensweise
Heringe sind kleine Schwarmfische und leben in großen Schwärmen im Übergangsgebiet zwischen nördlicher, gemäßigter und polarer Zone. Die Heringsschwärme sind an Schelfgebiete gebunden (Wassertiefe 0 - 360 Meter). Heringe zeigen komplexe und ausgedehnte Wanderungen zwischen Nahrungs- und Laichgründen und Überwinterungsplätzen. Heringe ernähren sich hauptsächlich von tierischem Plankton und sind selbst Beute vieler Meerestiere. Damit sind sie ein wichtiger Baustein in der Nahrungskette und für das marine Ökosystem von großer Bedeutung. Heringe werden durchschnittlich 15 cm groß und erreichen ein durchschnittliches Gewicht von 200 g. Maximal können sie 40 cm lang und älter als 20 Jahre werden.
Aussehen
Unter Wasser fasziniert das Farbspiel des Herings: Der Rücken leuchtet im Wasser in allen Farben von gelbgrün über blauschwarz bis blaugrün mit einem dezenten Purpurschimmer. Der Bauch ist weiß, die Flanken glänzen silbrig – Heringsschwärme werden auch „Silber des Meeres“ genannt.
Matjes
Der Begriff Matjes hat seinen Ursprung im holländischen Wort „Maagdenharing“, was so viel wie Mädchenhering bedeutet. Er charakterisiert das alljährlich wiederkehrende Stadium der Heringe vor der Fruchtbarkeitsphase. Der Fisch darf noch keine Laichprodukte (also Milch oder Rogen) angesetzt haben. Dies erklärt auch die kurze Fangsaison für die Heringsspezialität, von Ende Mai bis Ende Juli. Im Frühjahr, wenn die Wassertemperaturen steigen und das Plankton sich vermehrt, entwickeln die vom Winter abgemagerten Heringe einen großen Appetit, so dass sie zum Sommeranfang prall gefüllt sind mit wertvollen Nährstoffen sind.
Steckbrief
Größe: Ø 15 cm
Gewicht: Ø 200 g
Nährwerte und Energie pro 100 g:
kcal: 165; kJ: 693
Eiweiß: 18 g
Fett: 14,9 g (mehrfach ungesättigte Fettsäuren: 2,7 mg)
Jod: 52 μg
Omega-3-Fettsauren: 2,7 g
Herzlichen Dank an das Fisch-Informationszentrum e.V. (FIZ) für die freundliche Unterstützung mit Informationen.
Wo kaufen
Hering findet man häufig in Form von Bücklingen (geräuchert), als Rollmops oder als Brathering.
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Rezepte mit Hering
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Hering aus nachhaltiger Fischerei
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