MSC Faktenblatt: Nordkanada Tiefseegarnele — MSC
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MSC Faktenblatt: Nordkanada Tiefseegarnele

TiefseegarneleHintergrundinformation


Garnelen leben am Gewässerboden und müssen deshalb mit einem Gerät gefangen werden, das am Grund eingesetzt werden kann. Die Garnelen-Schiffe dieser Fischerei sind meist zwischen 15 und 20 Meter lang und setzen Grundschleppnetze auf schlammigen Böden ein, die mit “Nordmore Gittern” (siehe unten) ausgestattet sind und Maschenweiten von mindestens 40 Millimetern haben.
Die Heimat der Tiefseegarnele ist das südliche Neuschottland bis Baffin Island. Die männliche Tiefseegarnele wechselt im Alter von fünf bis sechs Jahren ihr Geschlecht, um fortan als weibliches Tier zu leben. Während des Tages sind die Tiefseegarnelen am oder nahe des Meeresgrundes auf Nahrungssuche. In der Nacht bewegen sich vor allem die männlichen Tiere aufwärts, um sich an Zooplankton sattzufressen. Die natürlichen Feinde der nördlichen Tiefseegarnele sind vor allem am Grund lebende Fische und Sattelrobben.

Nachhaltigkeitsaspekte


Bestandsstituation
Der Bestand der Tiefseegarnele ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen und befindet sich auf einem hohen Niveau. Demgegenüber sind die Fangmengen der Fischerei im selben Zeitraum weniger stark gestiegen, um den Bestand auch langfristig und nachhaltig zu sichern.

Tiefseegarnele 190x160Umweltauswirkungen
Rückwürfe sind in dieser Fischerei selten und so wird der Fang fast vollständig angelandet. Die Netze sind an ihrem vorderen Ende mit einem sogenannten „Nordmore Gitter“ versehen. Während die Tiefseegarnelen durch das Gitter und in das Netz schwimmen, können am Grund lebende Fische nach oben durch eine Ausstiegsluke wandern und so den Fischern entkommen. Gummirollen, die über vertikale Ketten mit dem vorderen unteren Netzteil verbunden sind, erlauben es den Fischern, das Netz über den Meeresboden hinwegschweben zu lassen. Aufgescheuchte Plattfische können so unter dem Netz hindurchtauchen und der Meeresboden wird kaum berührt.

Managementplan
Die Fischereimanager analysieren eine Vielzahl von Indikatoren, um adäquate Empfehlungen zu Fangmengen und andere Managementmaßnahmen abgeben zu können. Dieser Ansatz ermöglicht es ihnen, angemessen auf Bestandsveränderungen zu reagieren.

Weitere Auswirkungen
Genaue und nachvollziehbare Informationen lassen fundierte Einschätzungen zu Rückwürfen, den wichtigsten Beifangarten, ihrer Verteilung und Ökologie zu. Fanggeräte gehen nur äußerst selten verloren. Da es sehr teuer ist achten die Fischer streng darauf, keinen Verlust zu erleiden.

Verbesserungen
Auf Schalentiere spezialisierte Fischereien arbeiten zyklisch. Eine der Bedingungen für die MSC-Zertifizierung war, dass der Managementplan vorbeugend festschreibt, welche Maßnahmen ergriffen werden müssen, falls der Bestand abnehmen sollte. Weitere Auflagen umfassen ein noch genaueres Erforschen der Einwirkungen auf den Meeresboden, auf andere Arten und auf die Diversität des Ökosystems.


Stand: November 2010 Kontakt: berlin@msc.org







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