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MSC Faktenblatt: Nordsee Hering

HeringHintergrundinformation


Heringe sind pelagische - also im freien Wasser schwimmende - Fische, die nahezu in der gesamten Nordsee zu finden sind. Der Hering laicht über Kiesböden und haftet seine Eier an kleine Steine. Heringe ernähren sich hauptsächlich von Plankton und sind eine wichtige Nahrungsgrundlage für verschiedene
am Grund lebende Fischarten. Der Fisch ist reich an gesunden Omega 3 Fettsäuren und steht auf Rang zwei der meist verzehrten Fische in Deutschland.
Die Heringsfischerei wird schon seit Jahrhunderten von verschiedensten Flotten in der Nordsee betrieben. Seit des Zusammenbruchs der Heringsbestände in den 1970er Jahren wird die Fischerei über Fangquoten geregelt. Die zertifizierte Fischerei setzt sich aus pelagischen Fangschiffen aus den Niederlanden, Großbritannien, Frankreich und Deutschland zusammen. Während der ca. dreiwöchigen Fangfahrten werden alle Fische umgehend nach dem Fang
tiefgefroren und an Bord verpackt.

Nachhaltigkeitsaspekte


Bestandssituation
Seit den Tiefpunkten Mitte der 1990er Jahre stieg der Bestand des Nordsee Herings kontinuierlich an und befand sich bis 2002 auf sehr gutem Niveau. Seither ist die Nachwuchsproduktion schlecht und ihre Ursache wahrscheinlich in veränderten Umweltbedingungen, nicht aber in fischereilichen Aktivitäten zu suchen. Dies hat den Bestand in den letzten Jahren verringert und so wurde die erlaubte Höchstfangmenge an Nordsee Hering um mehr als 50 Prozent gekürzt. Diese drastische Kürzung ist Zeichen eines verantwortungsbewussten Managements, das dem Bestand die Möglichkeit der Erholung geben will.

Hering 190x160Umweltauswirkungen
Der Beifang, also alles was ungewollt in den Netzen der Fischer landet, ist mit weniger als fünf Prozent gering. Ein Großteil des Beifangs entfällt auf Makrelen, die zahlreich vorhanden sind. Der Einsatz moderner Echolote ermöglicht den Fischern, Arten und Größen in den georteten Fischschwärmen zu bestimmen. So können z.B. Schwärme mit kleinen Heringen vermieden werden. Zusammenstöße mit seltenen und geschützten Arten wie Walen, Robben, Haien und Tölpeln sind die Ausnahme.

Managementplan
Um auch in Zeiten niedriger Nachwuchsproduktion ein gesundes Bestandsniveau zu erhalten, hat die Fischerei einen Managementplan akzeptiert, der auf angemessenen Werten für die fischereiliche Sterblichkeit (= durch Fischfang entnommene Mengen) basiert.

Weitere Auswirkungen
Um die Laichgründe der Heringe und Jungfische zu schützen, werden verschiedene Gebiete saisonal für den Fischfang gesperrt. Weitere Gebiete sind für die Sprottenfischerei gesperrt und schützen so auch die jungen Heringe. Der Einfluss der Heringsfischerei auf das Ökosystem, inklusive ihrer Auswirkungen auf Raubfische, findet im Multispezies-Modell des ICES (= International Council for the Exploration of the Seas) Berücksichtigung und gilt als gut erforscht.

Verbesserungen
Die Fischerei hat freiwillig verschiedene Richtlinien eingeführt, um nachhaltigen Fischfang in ihrer Flotte voranzubringen und das Einhalten dieser Regeln wird streng überwacht und durchgesetzt. Die Fischerei entwickelt und testet neue Technologien, um ihren Beifang weiterhin zu reduzieren. Dies umfasst moderne Sonartechnologie, um Schwärme von Makrelen und Pferdemakrelen zu unterscheiden und den Einsatz von „Excluder Devices“, damit der Beifang an Haien, Schildkröten und Walen auch künftig die Ausnahme bleibt.

Stand: November 2010 Kontakt: berlin@msc.org










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