MSC Faktenblatt: Nordsee Seelachs — MSC
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MSC Faktenblatt: Nordsee Seelachs

Nordsee SeelachsHintergrundinformation


Der Seelachs ist auch unter dem Namen „Köhler“ bekannt und gehört zur Familie der Dorsche. Der Fisch wird bis zu 30 Jahre alt und etwa 1,20 Meter lang. Seelachs kommt im gesamten Nordatlantik vor und ist bis zu einer Tiefe von 360 Metern anzutreffen. Er ist ein Räuber, der sich von anderen Fischen und
Krebsen ernährt. In Deutschland zählt er zu den zehn beliebtesten Fischarten.
Die „Kutterfisch-Zentrale“ in Cuxhaven unterhält acht Schiffe zwischen 28 und 40 Metern Länge, die unter anderem Seelachs fangen. Die Gewässer um Südnorwegen, die Färöer und Island sind ihre Fanggebiete. Etwa 36 Stunden brauchen die Fischer, um von Cuxhaven in ihre Fanggebiete zu gelangen. Die Hochseeflotte der Kutterfischer ist fünf bis sechs Tage auf Fangreise. Danach landet sie ihren Fang in Dänemark an und geht erneut auf Fischfang. Nach fünf bis sechs Wochen kehren die Fischer nach Cuxhaven zurück, erholen sich ein paar Tage und stechen dann wieder in See. Die Kutterfisch-Zentrale war Deutschlands erster Fangbetrieb, der nach MSC-Standard zertifiziert wurde.

Nachhaltigkeitsaspekte


Seelachs190x160Bestandssituation
Der Seelachs-Bestand in der Nordsee ist in einem guten Zustand. Junge Seelachse halten sich meist in Küstennähe auf, wo die Fischerei nicht hinkommt. Zudem verwenden die zertifizierten Schiffe Netze mit Maschenweiten, die größer sind als gesetzlich vorgeschrieben. Folglich ist der Rückwurf niedrig, da ungewollte Fische durch die Maschen schlüpfen können. Verschiedene Managementinstrumente helfen, die Fänge der Seelachs-Fischerei zu kontrollieren: die Anzahl der Besitzer einer Fanglizenz ist beschränkt, es existieren Fangquoten sowie Minimumgrößen für angelandete Fische und für Maschenweiten.

Umweltauswirkungen
Die Fischerei arbeitet mit optimierten Grundschleppnetzen, die den Meeresboden kaum berühren und deren Gewicht gegenüber herkömmlichen Netzen stark reduziert ist. Darüber hinaus operiert sie vorrangig über steinigen Böden, die wenig empflindlich sind. Seelachs ist ein Schwarmfisch, der meist unter sich bleibt, und so ist der Beifang der Fischerei mit weniger als fünf Prozent niedrig.

Managementplan
Das Managementsystem der Fischerei stimmt mit nationalen und internationalen Konventionen und Vereinbarungen überein. Fänge werden beobachtet und es existieren Verfahrensweisen zur Reduktion der Fänge falls nötig. Inspektionen als Teil eines umfangreichen Durchsetzungsprogramms stellen sicher, dass die Fischer Managementmaßnahmen auch auf See umsetzen.

Weitere Auswirkungen
Gemeinsam mit Wissenschaftlern und einem Partner aus der Wirtschaft hat die Fischerei im Jahr 2008 das Projekt „Stopp Discard“ gestartet, im Rahmen dessen die Zusammensetzung ihres Beifangs noch genauer erforscht werden sollte. Es sollte ebenfalls getestet werden, ob es Abnehmer für Beifang gibt.

Verbesserungen
Obwohl ihr Beifang bereits gering ist, wird die Fischerei vermehrt Daten zu beigefangenen Arten sammeln. Weiterhin wird sie einen Plan entwickeln, der helfen soll, Unsicherheiten in der Bestandsbewertung zu reduzieren.

Stand: November 2010 Kontakt berlin@msc.org












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