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FAQ – Oft gestellte Fragen

Im Gespräch mit dem MSC - Antworten zu häufig gestellten Fragen:

 

MakrelenfischerWas heißt hier nachhaltige Fischerei?

Das MSC-Siegel steht für den Einsatz umweltverträglicher Fangmethoden und für eine verantwortungsvolle Nutzung von Beständen. Dabei geht es uns nicht darum, verschiedene Fischereitypen komplett zu verbieten, sondern Fischereibetriebe einzeln zu betrachten und festzustellen, ob ihre Tätigkeiten negative Folgen haben, die nicht wiedergutzumachen sind. Die Bewertung nach MSC-Standard ist also nicht nur eine Status Quo-Beurteilung, sondern betrachtet die Fischerei auf langfristige Sicht. Fischereien müssen kontinuierlich an sich arbeiten, um auch nach erfolgter Zertifizierung weiterhin als nachhaltig zu gelten. Alle Fischereien, die heute mit dem MSC-Siegel ausgezeichnet sind, haben Aktionspläne mit auf den Weg bekommen, die weitere Verbesserungen von ihnen erfordern.

 

Warum können theoretisch alle Fischereien zertifiziert werden?(c) A. Aitchison

Der MSC schreibt nicht vor, welche Fanggeräte eingesetzt werden dürfen oder wofür der gefangene Fisch verwendet werden darf. Vielmehr geben wir vor, wie das Ergebnis der Fischerei auszusehen hat. Die Vielfalt und das Fischaufkommen in den Meeren müssen langfristig erhalten bleiben und so fordern wir, dass jede Fischerei die wissenschaftlich gestützten Kriterien des MSC-Standards erfüllt, um zertifiziert zu werden. Wir helfen, notwendige Änderungen im Management von Fischereien voranzubringen und setzen Impulse für Fortschritte. Dies geschieht nicht, indem wir bestimmte Fischereitypen ausschließen, sondern indem gezielte Maßnahmen entwickelt werden, die Fischereien umsetzen müssen, um nach erfolgter Zertifizierung weiterhin unser Siegel tragen zu können. Diese Maßnahmen haben bereits in beachtlichen Verbesserungen gemündet, wie zum Beispiel dem Wiederaufbau der Hoki-Bestände in Neuseeland.

 

Bringt eine MSC-Zertifizierung den Meeren etwas?

FischschwarmEs gibt bereits mehrere Beispiele, die einen positiven Beitrag der MSC-Zertifizierung belegen. Die Bestände der Hokifischerei in Neuseeland etwa konnten so weit aufgebaut werden, dass sie heute wieder auf sicheren Niveaus sind. Ein weiteres Beispiel ist die südafrikanische Seehechtfischerei. Sie musste das Verenden von Albatrossen, die sich in den Schleppseilen verfingen, ermitteln und reduzieren. Die Zahl der verendeten Vögel hat sich in Folge dessen um mehr als 80 Prozent verringert. Die zertifizierte Schollenfischerei in Holland hat ihre Netze optimiert und dadurch den Beifang und die Einwirkungen auf den Meeresboden enorm gesenkt. Derzeit lassen wir eine wissenschaftliche Untersuchung durchführen, die alle zertifizierten Fischereien betrachtet und zeigen soll, ob und welche Auswirkungen das MSC-Programm hat. Wir sind eine lösungsorientierte Organisation, die innerhalb von nur zehn Jahren bereits Vieles erreicht hat, trotzdem gibt es natürlich auch bei uns noch Verbesserungspotenzial und wir beraten uns ständig und umfassend mit Wissenschaftlern, Umweltorganisationen, der Fischindustrie und vielen Anderen.

 

GrundschleppnetzWieso eigentlich Grundschleppnetze?

Manche Arten leben am Boden und können deshalb nur mit Geräten gefangen werden, die ebenfalls am Boden operieren. Zu den am Boden einsetzbaren Geräten gehören die Grundschleppnetze. Unter diesem Begriff werden oft verschiedene Fangmethoden zusammengefasst, die jedoch große Unterschiede aufweisen können. Es gibt Grundschleppnetze mit schweren Eisenrahmen und -ketten, die über den Meeresboden gezogen werden und tiefe Furchen hinterlassen, und solche, deren Netze an Gummirollen befestigt sind oder gar so konzipiert sind, dass sie den Meeresboden nicht berühren sondern darüber hinwegschweben. Wie bei allen anderen Fischereitypen gilt es auch bei Grundschleppnetzfischereien, jeden einzelnen Fall separat zu betrachten.

Ähnlich verhält es sich mit den Beifangmengen in Grundschleppnetzfischereien. Manche Netze haben so kleine Maschenweiten, dass kaum ein Lebewesen entfliehen kann, andere Netze sind mit Gittern und Ausstiegsluken versehen, durch die unerwünschte Arten ins Freie entkommen können.

Und schließlich gibt es unterschiedlich empfindliche Untergründe. Korallenriffe oder Seegraswiesen etwa sind sehr viel sensibler als ein steiniger Untergrund. All diese Faktoren gilt es im Einzelfall zu betrachten, bevor ein Urteil über einen Fischereibetrieb gefällt werden kann. 

 

Frau vor RegalKann ich dem MSC-Siegel tatsächlich vertrauen?

Die MSC-Kriterien wurden von über 200 Wissenschaftlern, Umweltschützern und anderen Interessengruppen während eines zweijährigen Prozesses definiert und stellen einen breiten wissenschaftlichen Konsens dar. Die Bewertungen nach diesen Kriterien werden von unabhängigen Prüfern und wissenschaftlichen Experten durchgeführt und die Öffentlichkeit kann sich in diesen Prozess einbringen. So wird sichergestellt, dass alle wichtigen Informationen zu einer Fischerei in die Untersuchung einfließen. Alle Bewertungen sind transparent und können auf unserer Website mit- und nachverfolgt werden. Alle zertifizierten Fischereien erfüllen unsere Mindestanforderungen und müssen kontinuierlich an sich arbeiten, um zertifiziert zu bleiben. Dies ist ein einzigartiges Merkmal des MSC-Programms und verleiht ihm einen wichtigen Hebel, um wirkliche und messbare Verbesserungen in und auf den Meeren herbeizuführen.

 

Ist „MSC“ wirklich dort drin, wo es drauf steht?

Verarbeitende Betriebe, Restaurants, Fischfachhändler und andere Unternehmen, die MSC-zertifizierten Fisch verarbeiten oder umpacken und mit dem MSC-Siegel kennzeichnen möchten, müssen nach unserem Rückverfolgbarkeits-Standard zertifiziert sein. Sie müssen also zeigen, dass MSC-zertifizierter Fisch immer und zu jeder Zeit von anderem Fisch unterschieden und nicht vermischt oder verwechselt werden kann. MSC-gekennzeichnete Ware kann also bis zu jener Fischerei rückverfolgt werden, die ihn gefangen hat. Wir führen regelmäßig Stichproben durch und geben DNA-Tests in Auftrag, um dies zu überprüfen und kontrollieren auch die korrekte Verwendung unseres Logos.

 

Wer steckt hinter dem MSC-Siegel?

Der MSC ist eine unabhängige und gemeinnützige Organisation, die weltweit tätig ist. Wir wurden 1997 gemeinsam von der Umweltorganisation WWF und dem Lebensmittelkonzern Unilever gegründet, um eine Lösung für das globale Problem der Überfischung zu bieten. Dazu haben wir gemeinsam mit Wissenschaftlern, Umweltorganisationen und Fischereiexperten einen Umweltstandard entwickelt, der die Prinzipien für eine nachhaltige Fischerei definiert und die Grundlage für alle Bewertungen von Fischereien ist. Der MSC hat heute weltweit rund 100 Mitarbeiter, die am Haupsitz in London und in weiteren Niederlassungen rund um den Globus tätig sind. Das MSC-Büro für den deutschsprachigen Raum ist in Berlin ansässig.

 

Gibt es das MSC-Siegel auch auf gezüchtetem Fisch?

Unser Logo findet man ausschließlich auf Produkten des Wildfangs. Fischzuchten spielen jedoch eine immer wichtigere Rolle und müssen ebenfalls auf nachhaltige Weise durchgeführt werden. In Ergänzung zum MSC hat die Umweltorganisation WWF den ASC gegründet. Das Kürzel steht für „Aquaculture Stewardship Council“ und sein Siegel zeichnet nachhaltig arbeitende Fischzuchten aus. Ähnlich wie der MSC ist der ASC eine Organisation, die auf Unabhängigkeit, Transparenz und Objektivität setzt.

 

EinkaufskorbKann ich auch etwas tun?

Das blaue Siegel des MSC gibt Verbrauchern die Möglichkeit, beim Fischeinkauf eine umweltbewusste Wahl zu treffen. Mit dem Kauf von MSC-gesiegeltem Fisch unterstützen Verbraucher verantwortungsvoll geführte Fischereien und senden eine klare Botschaft an den Lebensmittelhandel. Sie lautet: Ich will nachweislich nachhaltig gefangenen Fisch. Diese Botschaft wird vom Handel an die Verarbeiter zur Fischerei weitergetragen und setzt dort Anreize für nachhaltiges Handeln. Das MSC-Siegel genießt weltweit Vertrauen und ist das bekannteste Label für Fisch und und Meeresfrüchte aus nachhaltigem Wildfang.

 

Logo querWer kennt das MSC-Siegel?

Eine im Frühjahr 2012 durchgeführte Umfrage zeigt, dass 55 Prozent der befragten deutschen Verbraucher das MSC-Logo schon einmal gesehen haben. Im Jahr 2010 lag der gestützte Bekanntheitsgrad unseres Logos noch bei 36 Prozent. Wir hatten zwar mit einer deutlichen Steigerung gerechnet, aber dieses gute Ergebnis hat uns dann doch positiv überrascht.Auch in anderen Ländern steigt die Bekanntheit des MSC-Siegels sprunghaft an – Deutschland ist jedoch weltweit unser stärkster Markt. Die Zunahme zeigt, dass die Kommunikation unserer Partner aus Handel, Industrie und Umweltschutz sowie unsere eigene Arbeit Früchte tragen, und dass das Bewusstsein der Verbraucher zum Thema Überfischung wächst.

> Die Ergebnisse der Verbraucherumfrage zur Bekanntheit des MSC-Siegels in Deutschland (2010 und 2012) können Sie sich hier anschauen

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