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Fragen & Antworten für Unternehmen

13 Fragen und Antworten zur Produktkettenzertifizierung

1.  Was ist die Zertifizierung nach Rückverfolgbarkeitsstandard?

2.  Wer muss sich für die Produktkette zertifizieren lassen?

3.  Gibt es Fälle, in denen ein Unternehmen kein Produktkettenzertifikat benötigt, wenn es MSC-zertifizierte Ware vertreiben möchte?

4.  Warum muss sich mein Unternehmen für die Produktkette zertifizieren lassen?

5.  Was muss ich tun, um ein Produktkettenzertifikat zu erhalten?

6.  Was beinhaltet die Zertifizierung für die Produktkette?

7.  Was geschieht während des Audits?

8.  Wie lange dauert das Zertifizierungsverfahren?

9.  Wie viel kostet die Zertifizierung für die Produktkette?

10. Wie lange gilt ein Produktkettenzertifikat?

11. Berechtigt das Produktkettenzertifikat mein Unternehmen zur Verwendung des MSC-Siegels?

12. Warum benötige ich eine Logonutzungslizenz?

13. Was kostet die Nutzung des MSC-Siegels?

 

1. Was ist eine Produktkettenzertifizierung?

Fischereien, die am Programm des Marine Stewardship Council (MSC) teilnehmen, lassen sich von einer unabhängigen zugelassenen Prüfstelle zertifizieren. In der gesamten nachfolgenden Produktkette dürfen Erzeugnisse anschließend nur dann mit dem MSC-Siegel gekennzeichnet werden, wenn von unabhängigen Dritten bestätigt wurde, dass sie ausschließlich Fisch aus einer nach MSC-Standard zertifizierten Fischerei enthalten. Einen solchen Nachweis liefert das Produktkettenzertifikat. Unternehmen, die das MSC-Siegel verwenden möchten, müssen darüber hinaus eine MSC-Logonutzungslizenz besitzen (siehe Frage 11).

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2. Wer muss sich für die Produktkette zertifizieren lassen?

Wenn Ihr Unternehmen Fisch oder Fischerzeugnisse mit MSC-Siegel vertreiben möchte, müssen Sie sich für die Produktkette zertifizieren lassen. An einer Produktkette sind nicht selten mehrere Unternehmen beteiligt. Jedes Unternehmen, das die Ware in Besitz nimmt oder verarbeitet, muss ein eigenes Zertifikat besitzen, um das MSC-Siegel verwenden zu dürfen. Fehlt ein Glied in der Produktkette, darf das Erzeugnis nicht mit dem blauen Logo des MSC gekennzeichnet werden. Die Kette endet, sobald das Produkt für den Endkonsumenten gebrauchsfertig verpackt ist. Bei einem vorverpackten Erzeugnis, z. B. einer Packung Fischstäbchen, endet die Kette bereits beim verarbeitenden Betrieb. In einem Restaurant oder an einer Fischtheke jedoch setzt die letzte Verpackungsstufe erst dann ein, wenn es eingewickelt wird oder auf dem Speiseteller landet. In diesem Fall müssen sowohl das Restaurant als auch der Fischhändler ein Produktkettenzertifikat beantragen.

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3. Gibt es Fälle, in denen ein Unternehmen kein Produktkettenzertifikat benötigt, wenn es MSC-zertifizierte Ware vertreiben möchte?

Jedes Unternehmen, das die Ware in Besitz nimmt oder verarbeitet, muss ein eigenes Produktkettenzertifikat besitzen, um das MSC-Siegel verwenden zu dürfen. Einzelhandelsunternehmen, die nur gebrauchsfertige und aufbruchsichere Erzeugnisse mit MSC-Siegel und Zertifizierungscode eines zertifizierten Lieferunternehmens vertreiben, benötigen kein Produktkettenzertifikat. Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob das von Ihnen vertriebene Erzeugnis gebrauchsfertig und aufbruchssicher ist, fragen Sie bitte Ihre Zertifizierungsstelle.

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4. Warum muss sich mein Unternehmen für die Produktkette zertifizieren lassen?

a) Wenn Ihr Betrieb, Ihre Abnehmer oder irgendein Folgeunternehmen in der Produktkette ein Erzeugnis mit MSC-Siegel kennzeichnen möchte, benötigen auch Sie ein Zertifikat.

b) Die Zertifizierung der Produktkette ist ein Alleinstellungsmerkmal für Ihr Unternehmen und liefert Kunden, die mehr über die Herkunft eines Erzeugnisses wissen möchten, eine klare Antwort.

c) Die Zertifizierung der Produktkette würdigt Anstrengungen von Unternehmen, die ihre soziale Verantwortung ernst nehmen.

d) Über das MSC-Siegel erreichen Sie eine wachsende Anzahl umweltbewusster Verbraucher.

e) Durch die Zertifizierung der Produktkette wird eine lückenlose Rückverfolgbarkeit gewährleistet, die sowohl Ihnen als auch dem Kunden garantiert, dass das Erzeugnis nur zertifizierten Fisch aus einer legalen und nachhaltig geführten Fischerei enthält, und reduziert so Risiken für Ihr Unternehmen.

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5. Was muss ich tun, um ein Produktkettenzertifikat zu erhalten?

a)Lassen Sie sich von einer Zertifizierungsstelle, die zur Durchführung von Audits und Zertifizierungen gemäß MSC-Produktkettenstandard berechtigt ist, ein Angebot unterbreiten. Wir empfehlen dringend, Angebote von mehreren Zertifizierungsstellen einzuholen. Hier finden Sie eine Liste der akkreditierten Zertifizierungsstellen.

b) Bei einem Audit prüft eine Zertifizierungsstelle jene Prozesse, die in Ihrem Betrieb eine lückenlose Rückverfolgbarkeit der Ware gewährleisten. Bereiten Sie sich also entsprechend darauf vor. Im Rahmen des Audits müssen Sie nachweisen können, dass MSC-zertifizierte Ware bei der Verarbeitung und Handhabung nicht mit nicht zertifizierter Ware in Berührung kommt. Ein praktische Leitfäden für die Zertifizierung der Lieferkette nach dem Rückverfolgbarkeits-Standard des MSC hilft Ihnen bei der Vorbereitung auf das Audit. Hier können Sie den Leitfaden herunter laden.

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6. Was beinhaltet die Zertifizierung für die Produktkette?

Sie müssen den Gutachtern Dokumente vorlegen, aus denen ersichtlich ist, über welche Prozesse Sie die Rückverfolgbarkeit der Ware gewährleisten. Außerdem wird geprüft, ob diese Systeme effektiv sind und die Trennung sowie Rückverfolgbarkeit MSC-zertifizierter Ware gestatten.
Da die meisten Betriebe bereits für andere Zwecke wie Lagerbestandsverwaltung, ISO9000 oder HACCP (Gefährdungsanalyse und kritische Lenkungspunkte) Systeme zur Identifizierung und Rückverfolgung der Ware verwenden, gestaltet sich die Prüfung der Prozesse meist recht einfach. Kann die Zertifizierungsstelle bestätigen, dass Ihr Unternehmen dem MSC-Produktkettenstandard gerecht wird – d. h. dass es zur Identifizierung und Trennung von Produkten Systeme verwendet, die gewährleisten, dass Ware aus zertifizierten Fischereien nicht mit Ware aus nicht zertifizierten Fischereien in Berührung kommt, und dass Erzeugnisse sich lückenlos zu ihrem Ursprung zurückverfolgen lassen – erhält Ihr Unternehmen ein Produktkettenzertifikat.

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7. Was geschieht während des Audits?

Was Sie selbst tun müssen:
a) Erläutern der Systeme, die Sie zur Gewährleistung der betriebsinternen Rückverfolgbarkeit verwenden.

b) Erbringen eines Nachweises, wieviel MSC-zertifizierter Fisch, welche Arten, wann und von wem angeliefert wurden und wo die Ware gelagert wird.

c) Erbringen eines Nachweises, wieviel MSC-zertifizierter Fisch an welche Abnehmer verkauft wurde.

d) Erbringen eines Nachweises, dass MSC-zertifizierter Fisch beim Eingang, bei der Verarbeitung, Verpackung, Lagerung und beim Transport der Ware nicht mit Fisch aus nicht zertifizierter Herkunft in Berührung kommt oder verwechselt werden kann. In der Regel lässt sich dies durch eine klare Kennzeichnung erzielen.

e) Aufbewahrung aller Aufzeichnungen darüber, welche Fischarten, wann, in welchen Mengen und auf welche Art und Weise verwendet wurden.

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8. Wie lange dauert das Zertifizierungsverfahren?

Bevor Sie mit einer Zertifizierungsstelle Kontakt aufnehmen, sollten Sie Ihre Rückverfolgungssysteme zunächst selbst prüfen. Wie lange die Prüfung und Implementierung der nötigen Systeme dauert, hängt von der Größe Ihres Betriebs und den bereits verwendeten Prozessen ab. Wieviel Zeit der Gutachter in das Audit investieren muss, richtet sich nach Standort und Größe des Unternehmens, nach der Anzahl der gehandhabten MSC-zertifizierten Erzeugnisse, dem Verarbeitungsgrad, den verwendeten Systemen und vor allen Dingen danach, wie gut Sie vorbereitet sind.

Je besser Sie vorbereitet sind, umso schneller und günstiger wird die Zertifizierung. Aus diesem Grund hat der MSC den Leitfaden "Get certified" erstellt – er soll Ihnen bei der Vorbereitung helfen. Hier können Sie einen Leitfaden zur Zertifizierung herunterladen. 

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9. Wie viel kostet die Zertifizierung für die Produktkette?

Die Kosten der Zertifizierung für die Produktkette handeln Sie und die Zertifizierungsstelle unter sich aus. Den größten Anteil stellen Zeitaufwand – fragen Sie deshalb Ihre Zertifizierungsstelle nach dem Tagessatz und ob stets nur volle Tage in Rechnung gestellt werden – sowie Kosten für Anreise und Unterkunft des Gutachters dar. Neben den Kosten werden wahrscheinlich auch Ansprechbarkeit, Verfügbarkeit und andere Faktoren eine Rolle spielen. Wieviel Zeit der Gutachter in Ihrem Betrieb verbringen muss, richtet sich nach der Größe Ihres Unternehmens, der Anzahl der Fisch verarbeitenden Stationen, dem Verarbeitungsgrad und der Komplexität Ihres Unternehmens. Wenn das Erzeugnis seine Form mehrere Male ändert und zahlreiche Stationen durchläuft, wird das Verfahren wahrscheinlich länger dauern.

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10. Wie lange gilt ein Produktkettenzertifikat?

Das Zertifikat gilt drei Jahre. In der Regel führt die Zertifizierungsstelle einmal jährlich im Betrieb ein Überwachungsaudit durch; sie darf aber auch jederzeit zwischendurch unangemeldete Betriebsprüfungen durchführen, um sich davon zu überzeugen, dass die verwendeten Systeme effektiv sind und eine lückenlose Rückverfolgbarkeit gestatten.

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11. Berechtigt das Produktkettenzertifikat mein Unternehmen zur Verwendung des MSC-Siegels?

Nachdem Sie für die Produktkette zertifiziert sind, müssen Sie bei der kommerziellen Ausgründung des MSC, dem Marine Stewardship Council International (MSCI), eine Logonutzungslizenz beantragen, um das Siegel auf Ihren Erzeugnissen anbringen zu dürfen. Hier erfahren Sie mehr über die Verwendung des MSC-Siegels. 

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12. Warum benötige ich eine Logonutzungslizenz?

Wie bei allen anderen eingetragenen Handelsmarken sorgt auch beim MSC-Siegel die sorgfältige Kontrolle dafür, den Wert des Siegels für legitime Nutzer zu erhalten. Diese Kontrolle erfolgt über eine Logonutzungsvereinbarung zwischen Ihrem Unternehmen und dem MSCI, der die Lizenz zur Nutzung des MSC-Logos erteilt. Die Lizenz erläutert, welche Erzeugnisse mit dem Logo gekennzeichnet werden dürfen und schreibt vor, dass für die geplante Logo-Nutzung beim MSCI eine schriftliche Genehmigung eingeholt werden muss.

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13. Was kostet die Nutzung des MSC-Siegels?

Die Kosten für die Verwendung des MSC-Siegels richten sich danach, wieviel MSC-zertifizierte Ware Ihr Unternehmen verkauft. Die jährliche Pauschalgebühr beträgt zwischen 250 und 2.000 US-Dollar und orientiert sich am Nettoverkaufsvolumen. Zulieferunternehmen, die ihre Erzeugnisse direkt an Einzelhandelsunternehmen oder Restaurants verkaufen, müssen darüber hinaus 0,5 % des Großhandelswerts der gekennzeichneten Ware an den MSCI entrichten.

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