Aus Sorge um unsere Ozeane: FischesserInnen stimmen mit der Gabel ab

Die weltweit wachsende Sorge um unsere Meere und Fischbestände bringt eine neue Welle von Verbraucher-Aktivismus ins Rollen. Sechs von zehn FischesserInnen haben ihr Konsumverhalten in den vergangenen zwölf Monaten geändert, um Ozeane und Fischbestände besser zu schützen. In Zukunft möchten dies sogar acht von zehn tun.

 

Das zeigt die weltweit größte repräsentative Studie zum Thema Ozeane und Fischkonsum und Meeresschutz, für die mehr als 20.000 Menschen in 23 Ländern befragt wurden, unter anderem in Deutschland. 

„Generation Fridays for Future“ weist auch im Meeresschutz den Weg

In Deutschland haben 80 Prozent der 18 bis 24-Jährigen angegeben, die Art ihres Fischkonsums im vergangenen Jahr bewusst geändert zu haben. Bei den über 55-Jährigen „nur“ – oder auch: immerhin! – knapp 50 Prozent.

Umdenken beim Fischkauf

So viele haben ihren Fischkonsum im letzten Jahr geändert, zum Schutz der Meere und Fischbestände
nach Altersgruppen, in Prozent

globescan results 2020 showing consumer behaviour change in pie charts

Generationsübergreifend haben sich die Befragten dabei am häufigsten bei der Wahl ihrer Fischprodukte umorientiert: Ein Viertel gab an, in den letzten Monaten gezielter zu Produkten gegriffen zu haben, die als nachhaltig und umweltfreundlich gekennzeichnet waren, zum Beispiel durch das blaue MSC-Siegel. Jeweils 12 Prozent haben ihren Fischhändler oder Supermarkt gewechselt, um Zugriff auf ein nachhaltigeres Fisch-Sortiment zu haben, oder sind auf andere, mutmaßlich weniger überfischte Fischarten umgestiegen.

In der Gruppe der 18 bis 24-Jährigen kommt ein weiterer Faktor hinzu: 40 Prozent der Befragten aus der „Generation Fridays for Future“ gaben an, heute bewusst weniger Fisch zu essen als noch vor einem Jahr  – ebenso viele sind auch in dieser Altersgruppe gezielt auf Fischprodukte mit Nachhaltigkeitskennzeichnung umgestiegen. 

Meere schon bald ohne Lachse, Thunfische und Garnelen?

Hinter dem veränderten Konsumverhalten vieler, steht die Sorge um die Gesundheit unserer Gewässer und Fischbestände. Während jeder Dritte in Deutschland den Klimawandel als seine größte „Umweltsorge“ benennt (33 Prozent), sind Gewässer- und Meeresschutz heute für jeden Fünften (20 Prozent) das wichtigste Umweltthema. Und fast einer von drei Menschen denkt, dass „sein“ Lieblingsfisch in 20 Jahren nicht mehr erhältlich sein wird.

 

Infografik: 30% haben Sorge, dass ihr Lieblingsfisch in 20 Jahren nicht mehr erhältlich ist

Bis zu 80 Prozent alles tierischen Lebens auf unserem Planeten befindet sich im Meer. Fische und Meeresfrüchte sind eine wichtige Nahrungs- und Eiweißquelle für mehr als 3 Milliarden Menschen auf der ganzen Welt. Doch ein Drittel der weltweiten Fischbestände sind überfischt. Weitere 60 Prozent werden maximal genutzt, dürfen also nicht noch stärker befischt werden, wenn sie eine nachhaltige Bestandsgröße behalten sollen. Neben der Fischerei belasten auch Klimawandel und Meeresverschmutzung die Tierwelt in unseren Ozeanen mehr und mehr.   

Doch schon die kleinen Entscheidungen, die wir alle täglich beim Einkauf treffen, haben einen großen Welleneffekt!

Jeder, der „mit der Gabel“ abstimmt und beim Fischkauf eine nachhaltige Entscheidung trifft, trägt zum Schutz der Meere und zur Unterstützung nachhaltiger Fischer bei. 

  

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