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Das MSC-Forschungsstipendium unterstützt Nachhaltigkeitsforschung in vier Ozeanen

August 13, 2018

Der Marine Stewardship Council (MSC) ist stolz, die fünf Gewinner des aktuellen Forschungsstipendiums bekanntzugeben – darunter ein Projekt, das die Nahrungsnetze in der Arktis untersucht, Studien zur Überwachung der Hummerbestände vor der schottischen Küste und ein Projekt, das den Einsatz von sogenannten Fischsammelgeräten (Fish Aggregating Devices, FADs) in der indonesischen Thunfisch-Fischerei überwacht. 

Das Stipendium bietet jedem Gewinner eine finanzielle Unterstützung von bis zu 4.000 Pfund, um Forschungen in den Bereichen Umweltverbesserung, Supply Chain Management oder Best Practice im Fischereimanagement zu unterstützen. Die Gewinner vom letzten Jahr tragen jetzt schon zur Nachhaltigkeit der Ozeane bei. Ihre Forschungsprojekte lieferten unter anderem neue Daten und Erkenntnisse zum Handelsstrom von Tintenfisch in Ostafrika und der Wirksamkeit von LED-Leuchten zur Reduzierung des Schildkrötenbeifangs in Kenia.

Die diesjährigen Gewinner

Laurissa Christie von der University of Windsor in Kanada untersucht den Einfluss von Meereis auf die Dynamik der Nahrungskette in der arktischen Tiefsee. Ihre Forschung trägt entscheidend dazu bei, die Auswirkungen der Fischerei auf die arktischen Nahrungsnetze zu untersuchen und wird eine große Wissenslücke über diese bisher wenig untersuchte Region schließen. Christie arbeitet mit den Inuit in Nanavut, Kanada, zusammen und wird exemplarische Proben aus Untersuchungen zur Schleppnetzfischerei und lokalen Jagdtechniken der Inuit zusammenstellen.

Mein Interesse an der Nachhaltigkeit der Ozeane wurde geweckt als ich an ‘Students-on-Ice’-Expeditionen in der Arktis und Antarktis teilnahm. Ich bin am Lake Huron aufgewachsen und die Reisen in die Polarregionen waren die ersten Begegnungen mit den Belastungen, denen die marinen Ökosysteme ausgesetzt sind. Ich habe mich den Polen sofort verbunden gefühlt und will meine Karriere ihrer Erhaltung für die nachfolgenden Generationen widmen.”

Ahmad Catur Widyatmoko, Student an der Universität des Baskenlandes in Spanien und am MER-Konsortium, wird die Verwendung von Fischsammelgeräten (Fish Aggregating Devices, FADs) in der mittelständischen indonesischen Thunfischfischerei erforschen. In Indonesien werden derzeit zahlreiche unregistrierte FADs verwendet. Diese sollen in Zusammenarbeit mit Masyarakat dan Perikanan Indonesia lokalisiert und gleichzeitig Daten zu sich in der Nähe befindlichen Schiffen und deren Fängen analysiert werden. Anschließend wird Catur Widyatmoko mit Wissenschaftlern der CSIRO Australien statistische Modelle entwickeln, um die Nutzung der FADs zu beschreiben.

Ich bin in Indonesien aufgewachsen, einem Land mit einer Bevölkerung von über 250 Millionen Menschen, von denen die meisten in Küstenregionen leben. Aufgrund der Geographie des Landes, welches aus mehr als tausend Inseln besteht, ist mir bewusst geworden, dass der Ozean eine wichtige Rolle für die Versorgung der Bevölkerung spielt. Deshalb will ich meinen Teil dazu beitragen, die Ressourcen des Ozeans, insbesondere Fisch, nachhaltig zu bewirtschaften.”

Zelin Chen von der University of Washington in den USA wird Strategien für ein quotenbasiertes Managementsystem für Chinas Fischerei auf Rote Schwimmkrabben erforschen. Die Rote Schwimmkrabbe spielt eine wichtige Rolle im globalen Handel mit Meeresfrüchten und ist deshalb von besonderem Wert für die lokalen Fischereien in China. Chen wird die Erfahrungen der wichtigsten Interessenvertreter untersuchen und die bereits existierenden Quellen zum Thema analysieren. Das Projekt wird das Wissen über die chinesische Rote Schwimmkrabbe voranbringen und Empfehlungen für ein quotenbasiertes Managementsystem geben.

“Das Thema Nachhaltigkeit wurde in der Öffentlichkeit hitzig diskutiert. Mein Grundstudium im Bereich Meeresressourcen und Umwelt zeigt mir nicht nur die herrliche Unterwasserwelt mit einer Vielzahl von faszinierenden Kreaturen und ihren Lebensräumen, sondern enthüllt auch die unangenehme Wahrheit, dass die weltweiten Fischereiressourcen abnehmen. Es gibt viele Herausforderungen zu bewältigen, um die Nachhaltigkeit in den Meeren zu erreichen, wie zum Beispiel illegale und unregulierte Fischerei, öffentliches Bewusstsein und so weiter.”

Catherine Seguel von der Universidad Austral de Chile wurde für ihr Projekt ausgezeichnet, das die Wertschöpfungskette der chilenischen Marmolakrabbenfischerei kartiert. Marmolakrabben sind eine kommerziell bedeutende Art in Chile, wo sie mit Fallen und von Tauchern gefangen werden. Catherine wird Interviews durchführen, um neue Möglichkeiten der Vermarktung herauszuarbeiten, und die Wertschöpfungskette auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene abbilden. Ihre Forschung wird der Fischerei dabei helfen, in Zukunft die Zertifizierung nach dem MSC-Rückverfolgbarkeits-Standard zu erhalten.

“Ich bin glücklich über das Stipendium, denn es ermöglicht mir, das zu tun, was ich liebe: mit Fischereigewerkschaften zusammenzuarbeiten und nachhaltige Lösungen für ihre Probleme und Herausforderungen zu finden”, sagt sie.

Matthew Coleman, Student an der Heriot-Watt University im Vereinigten Königreich, wird eine neue Möglichkeit zur Überwachung der Bestände des Europäischen Hummers vor der Küste Schottlands erproben. Die Fischerei auf Europäischen Hummer ist für die ländlichen Fischereien Schottlands von entscheidender Bedeutung. Allerdings erschwert das begrenzte Wissen über den Bestandszustand ein nachhaltiges Fischereimanagement. Coleman wird mit Orkney Sustainable Fisheries zusammenarbeiten, um Jungtiere zu kennzeichnen, wieder freizulassen und ihre Bewegungen aufzuzeichnen. So werden Informationen über Bevölkerungsdichte, das Verhalten und die Verbreitung des Bestandes gewonnen.

“Ich glaube, die größte Bedrohung für unsere Ozeane ist der Klimawandel. Die Rolle, die das Klima für die Fischerei und die grundlegende Biologie der überfischten Bestände spielt, wird besonders im Zusammenhang mit der Krustentierfischerei des Vereinigten Königreichs nach wie vor zu wenig beachtet.“

Erfahren Sie mehr über das MSC-Forschungsstipendium >

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