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MSC-Siegel für internationale Fischereikooperation in der Nordsee

Oktober 31, 2019

Die Gemeinsame Grundfisch-Fischerei, ein Zusammenschluss von vielen großen und kleinen Fischereien in der Nordsee, dem Skagerrak und dem Kattegat, erfüllt die strengen Anforderungen des Marine Stewardship Council an eine nachhaltige Fischerei und erhält das MSC-Siegel. Die Suspendierung des Nordsee-Kabeljaus bleibt dessen ungeachtet weiterbestehen.

Die Gemeinsame Grundfisch-Fischerei in der Nordsee und angrenzenden Gewässern ist am 31. Oktober 2019 MSC-zertifiziert worden. Fischereien aus Deutschland, Dänemark, Schweden und den Niederlanden haben damit einen ganzheitlichen Ansatz für nachhaltigen Fischfang in Nordsee, Skagerrak und Kattegat umgesetzt. Die Fischereien können nun auch gemeinsam auf weitere Verbesserungen hinarbeiten, die vom MSC gefordert und für die gesamte Fangregion notwendig sind. Ein Meeresgebiet, das mit rund 820.000 km² fast der kombinierten Landesfläche der vier beteiligten Länder entspricht, soll nun langfristig nachhaltig bewirtschaftet werden.

Das neue MSC-Zertifikat, das zehn bereits zuvor bestehende Einzelzertifikate vereint, umfasst drei Fanggebiete, zwölf verschiedene Fischarten (in 15 Beständen), zehn Fangmethoden und 961 Schiffe.

Der mehr als zwei Jahre währende Bewertungsprozess, der von den unabhängigen Gutachtern von Control Union Pesca durchgeführt wurde, spiegelt den Umfang und die Komplexität des neuen Zertifikats wider. Der Bewertungsprozess umfasste Überprüfungen durch unabhängige Wissenschaftler, ausgiebige Konsultationen mit Umweltorganisationen und anderen Interessenvertretern sowie eingehende Analysen von Bestandsbewertungen und von Auswirkungen auf andere Arten, Lebensräume und das Ökosystem.  

Hans Nieuwenhuis, MSC-Direktor für Nordeuropa, sagt: „Nach einem strengen Bewertungsverfahren unter der Beteiligung von NGOs, Peer Reviewern und Wissenschaftlern ist die Gemeinsame Grundfisch-Fischerei MSC-zertifiziert. Dies ist ein Erfolg all jener Fischer, die hart daran gearbeitet haben, ihre Fangaktivitäten in einem kooperativen Ansatz zu verbessern, um zu gewährleisten, dass es mit den Fischbeständen und dem Ökosystem positiv weitergeht.“

„Wir sind froh und dankbar, dass die Zertifizierung erfolgreich abgeschlossen werden konnte und wir dem Markt nun auch solche Arten, die früher trotz Quote als Beifangart galten, mit Nachhaltigkeitssiegel anbieten können“, sagt Kai-Arne Schmidt, Geschäftsführer der Erzeugergemeinschaft der Nord- und Ostseefischer GmbH (EZG). Die EZG mit Sitz in Cuxhaven war 2008 als erste deutsche Fischerei mit dem MSC-Siegel ausgezeichnet worden. Die auf Seelachs spezialisierte Fischerei hatte ihren Beifang durch größere Netzmaschen reduziert und ihren Einfluss auf den Meeresboden durch leichtere Netze und angepasste Scherbretter vermindert.

Fischerei und Fangarten

Die in dem Zertifikat enthaltenen Arten sind: Kabeljau, Schellfisch, Seehecht, Leng, Flügelbutt, Kaisergranat (Nephrops), Eismeergarnele (Pandalus), Scholle, Seelachs, Seezunge, Lumb und Wittling. Flügelbutt wurde zum ersten Mal zertifiziert. Alle zertifizierten Fischereien sind "gemischte Fischereien", d.h. sie fangen jeweils nicht nur eine, sondern mehrere der genannten Arten. Diese können sie nun mit MSC-Siegel verkaufen. Eine Ausnahme bilden dabei Kabeljau und Wittling:
Kabeljau und Wittling sind zwar als Zielarten im Zertifikat der Gemeinsamen Grundfisch-Fischerei enthalten - das Zertifikat für beide Arten wird aber gleich vom ersten Tag der Zertifizierung an ausgesetzt. Der Grund sind neue wissenschaftliche Gutachten zum Kabeljau- und Wittlingbestand in der Nordsee, die erst gegen Ende des Bewertungsprozesses veröffentlicht wurden und die zeigen, dass diese beiden Bestände derzeit keine nachhaltige Größe haben. Da der MSC-Umweltstandard die Befischung überfischter Bestände verbietet, kann die Kabeljau- und Wittling-Fischerei nicht zertifiziert werden. 

Wie die meisten MSC-zertifizierten Fischereien muss auch die Gemeinsame Grundfisch-Fischerei in den nächsten Jahren an weiteren Verbesserungen arbeiten, um zertifiziert zu bleiben. Die Fischer haben einen gemeinsamen Aktionsplan mit jährlichen Meilensteinen erstellt, dessen Umsetzung von unabhängigen Auditoren überwacht und bewertet werden wird. 

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