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FAO-Report: Für Nachhaltigkeit gibt es keine Alternative

Juni 8, 2020

A school of fish swimming in the ocean.

156 Millionen Tonnen Fisch und Meeresfrüchte landen jedes Jahr auf unseren Tellern. Die Weltbevölkerung wächst, die Nachfrage steigt und steigt – der Anteil der Fischereien, die auf einem nicht nachhaltigen Niveau arbeiten ebenso. Der neue SOFIA-Bericht der Vereinten Nationen gibt Aufschluss, der MSC mahnt besseres Fischereimanagement an.

Alle zwei Jahre gibt die FAO, die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen, ihren viel beachteten, umfangreichen Bericht zur weltweiten Lage der Fischerei und Aquakultur (State of World Fisheries and Aquaculture, SOFIA) heraus.

Der am 8. Juni, am Tag der Meere veröffentlichte SOFIA-Report 2020 zeigt die weiterhin bedeutende und wachsende Rolle der Fischerei und Aquakultur bei der Bereitstellung von Nahrung, Ernährung und Beschäftigung: Die weltweite Produktion von Fisch pro Jahr liegt bei rund 179 Millionen Tonnen (2018). Aus Wildfang stammten dabei 96,4 Mio t, aus Aquakultur 82,1 Mio t. Von dieser Gesamtsumme wurden 156 Millionen Tonnen für den menschlichen Verzehr verwendet, was einer geschätzten Pro-Kopf-Verteilung von 20,5 kg entspricht. (Hier geht es zur interaktiven Kurz-Version des Reports.)

Die drei Schlüsselaussagen – auch im Hinblick auf das bis 2030 zu erfüllende Nachhaltigkeitsziel SDG 14 (Leben unter Wasser) – lassen sich in einem Leitsatz zusammenfassen: Für Nachhaltigkeit gibt es keine Alternative.

Im Einzelnen lauten sie:

Fischprodukte sind unverzichtbar im Kampf gegen Hunger und Armut: Der wachsende Konsum weltweit und im globalen Süden bedeutet, dass Fisch im Kontext nachhaltiger und transformativer Ernährungssysteme besser in Ernährungssicherheits- und Ernährungsstrategien einbezogen werden muss.

Management ist der beste Naturschutz: Alle aquatischen Ökosysteme sollten auf der Grundlage des Ökosystemansatzes bewertet und bewirtschaftet werden. Angesichts des Drucks auf den Lebensunterhalt und die Ernährungssicherheit in vielen Entwicklungsregionen müssen die Herausforderungen der Nachhaltigkeit mit Maßnahmen angegangen werden, die über die Schutzziele hinausgehen.

Integration marktbasierter Mechanismen zur Unterstützung der Nachhaltigkeit: Zugangsrechte, Zertifizierungssysteme, Rückverfolgbarkeitsprogramme, Verbraucherbewusstsein können zur Förderung der Nachhaltigkeit beitragen.

Der MSC und die Therorie des Wandels

Das ist Wasser auf die Mühlen des MSC, schließlich bemühen wir uns mit unserem Programm und unseren Standards seit mehr als 20 Jahren mit einem marktbasierten Ansatz, über eine Theorie des Wandels für mehr Nachhaltigkeit auf vielen Ebenen zu sorgen: Bei der bewussten Kaufentscheidung  und Nachfrage der Verbraucher, beim Handel und der gesamten Lieferkette und natürlich in der Fischerei, die weltweit nachhaltiger agieren muss.

„Wir wissen, was funktioniert“, sagt Rupert Howes, Chief Executive des Marine Stewardship Council. „Die Einführung wissenschaftlich fundierter Managementregelungen, die Beendigung schädlicher Subventionen, wirksame Regeln für die Entnahmekontrolle und die Bekämpfung des illegalen, unregulierten und nicht gemeldeten Fischfangs!“

Mehr als ein Drittel der Fischereien (34,2%), so geht aus dem jüngsten FAO-Report hervor,  arbeiten auf einem nicht nachhaltigen Niveau, ein Trend, der sich weiter leicht verschlechtert hat. Aber es gibt auch ermutigende Anzeichen: Bei Arten, bei denen ein wirksames Management umgesetzt wurde, wie Echter Bonito, Alaska-Seelachs und Kabeljau, gab es Verbesserungen bei der Bestandserholung.  

„Die Forderung der FAO, dafür zu sorgen, dass alle Fischbestände innerhalb biologisch nachhaltiger Grenzen bewirtschaftet werden, ist zu begrüßen“, so Rupert Howes weiter. „Dies ist wesentlich, um die Versorgung mit Fisch und Meeresfrüchten zu sichern. Der MSC bietet eine Benchmark und die Instrumente, um Fischereien auf der ganzen Welt dabei zu helfen, dies zu erreichen."

Der Appetit der Welt auf Fisch und Meeresfrüchte ist größer denn je, so Howes. „Aber wenn wir auch in Zukunft der steigenden Nachfrage gerecht werden wollen, müssen wir die Einführung eines nachhaltigen Fischereimanagements weltweit beschleunigen.“

Mit Blick auf die Corona-Krise sagt Howes: „Die globale Fischindustrie hat sich bereits schnell an die Disruption der Coronavirus-Pandemie angepasst. Wenn wir aus dieser Krise herauskommen, ist es entscheidend, dass wir besser auf dem aufbauen, was zuvor war – und die Nachhaltigkeit im Mittelpunkt steht.“

Lesen Sie auch das ausführliche (Corona-)Meinungsstück von Rupert Howes: „Die Krise als historische Chance“ 

 

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