Alaska-Seelachs — Marine Stewardship Council
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Alaska-Seelachs

+++ Gadus chalcogrammus +++ wird bis zu 22 Jahre alt +++ Ø 60 cm groß +++ Ø 2 kg schwer +++

Alaska-Seelachs © Scandinavian Fishing Year BookAuch wenn es der Name vermuten ließe, lebt der Alaska-Seelachs nicht nur in Alaska, sondern im gesamten Nordpazifik. Außerdem ist der Alaska-Seelachs auch nicht im Geringsten mit dem Lachs verwandt, sondern entstammt der Familie der Dorsche. Er wird erst seit Mitte der 80er Jahre in Deutschland angeboten und hat in kürzester Zeit die Kühltruhen erobert. Er konnte sogar den beliebten Hering überholen und hat es in den letzten Jahren auf Platz zwei der meist verzehrten Speisefische in Deutschland geschafft – ein Erfolg, der wohl auch dem attraktiven Namen zu verdanken ist. Das weiß bis leicht rosa aussehende Fleisch ist sehr fein und wird meist unmittelbar nach dem Fang tiefgefroren. Die Filets werden häufig zu Fischstäbchen oder Schlemmerfilets weiterverarbeitet. Auch als Surimi, eine asiatische Zubereitungsart, ist Alaska-Seelachs immer häufiger im Regal zu finden. Erst vor kurzem wurde sein lateinischer Name umbenannt, da er näher mit dem Kabeljau (Gadus morhua) verwandt ist, als bislang angenommen.

Lebensweise

Der Alaska-Seelachs ist ein Schwarmfisch und lebt im Nordpazifik in Bodennähe zwischen 30 und 400 Meter Bodentiefe. Er ernährt sich von Bodentieren, Sandaalen, Heringen und kleinen Lachsen. Die erste Reife erreicht er mit 3 bis 4 Jahren bei einer Körperlänge von 30 bis 40 cm. Seine Fruchtbarkeit ist enorm, besonders bei älteren Fischen. Das Weibchen legt pro Jahr bis zu 15 Millionen Eier und sorgt dadurch für reichlich Nachwuchs.

Aussehen

Die Verwandtschaft mit dem Kabeljau und anderen dorschartigen Fischen ist dem Alaska-Seelachs körperlich anzusehen. Er hat einen langgestreckten Körperbau, weite Kiemenöffnungen sowie je einen Bartfaden an der Unterlippe und unter dem Kopfansatz. Die Bauchflosse ist durchgehend und die Rückenflossen sind kaum voneinander getrennt. Hinter den Kiemen und an der Kehle sitzen die Seitenflossen. Den Körper ziert eine geschwungene Seitenlinie. Der Alaska-Seelachs ist ein relativ kleiner Fisch, der durchschnittlich 60 cm lang wird und in der Regel ein Gewicht von 2 kg erreicht. Er ist olivgrün bis bräunlich am Rücken, wird an den Seiten silbrig und erblasst an der Bauchseite. Oftmals hat er ein geflecktes Muster.

 

© Joerg Lehmann, MSC – Gerösteter Alaska-Seelachs mit Paellareis

Rezepte mit Alaska-Seelachs >> 

 

 

 

 

 

Beispiele MSC-zertifizierter Fischereien

> Alaska-Seelachs-Fischerei im Golf von Alaska: Gulf of Alaska
> Alaska-Seelachs-Fischerei in der Beringsee und um die Aleuten: Bering Sea and Aleutian Islands

Alaska-Seelachs-Fischereischiff © At-sea Processors AssociationDie US-amerikanische Alaska-Seelachs-Fischerei ist seit 2005 nach MSC-Standard zertifiziert. Alle MSC-zertifizierten Alaska-Seelachs-Schiffe verwenden Pelagische Scherbrettnetze, die den Meeresboden manchmal berühren. Untersuchungen zeigten, dass die Netze nur geringe Auswirkungen auf den Lebensraum haben und große Teile der östlichen Beringsee und des Golfs von Alaska nicht beschleppt werden. In den Fanggründen sind großräumige Gebiete gesperrt worden, um die Brutplätze von Steller Seelöwen zu schützen, deren Nahrungsquelle hauptsächlich der Alaska-Seelachs ist. Zur Kontrolle werden alle Alaska-Seelachs-Schiffe immer von mindestens einem staatlichen Beobachter begleitet, der die Fänge analysiert und dokumentiert sowie Forschungsarbeiten durchführt. Die Beifangrate der Fischerei liegt bei ein bis zwei Prozent und ist damit sehr niedrig. Es wird vor allem Königslachs beigefangen, der meist einbehalten und an „SeaShare“ gespendet wird, ein Lebensmittelhilfeprogramm für Bedürftige.

> Russische Alaska-Seelachs-Fischerei: Russia Sea of Okhotsk Pollock

Auch die russische Flotte fischt Alaska-Seelachs mit pelagischen Schleppnetzen, die im Normalfall den Meeresboden nicht berühren. Untersuchungen des Meeresbodens im Fanggebiet haben gezeigt, dass die heutige Anzahl und Vielfalt der Bodenlebewesen mit den 1980er Jahren vergleichbar ist. Dies legt nahe, dass die Bodeneinwirkung der Alaska-Seelachs-Fischerei auch im Ochotskischen Meer gering ist. Die Fischerei wird durch verschiedene Vorgaben reguliert, die zum Beispiel die Häfen zur Anlandung des Fangs festlegen und somit eine bessere Kontrolle ermöglichen. Darüber hinaus können alle zertifizierten Schiffe per Satellit geortet werden. Verschiedene MSC-Zertifizierungsauflagen werden unter anderem das Beobachterprogramm der Fischerei stärken.

Alaska-SeelachsBestandsinformationen

...zu den Beständen im Golf von Alaska und der östlichen Beringsee (FAO 67):

Fischbestände wachsen und schrumpfen, ganz gleich ob sie befischt werden oder nicht, das ist ein natürliches Phänomen und hängt von verschiedenen Umweltfaktoren ab (Nahrungsverfügbarkeit, Temperatur des Wassers, Räuberdruck etc.). Ein verantwortungsbewusstes Fischereimanagement reagiert genau auf solche Faktoren.

Die MSC-zertifizierte US-amerikanische Alaska-Seelachs-Fischerei hat ihre Fanggründe in der östlichen Beringsee und im Golf von Alaska. Die erlaubte Fangmenge für Alaska-Seelachs wird je nach Schwankung des Fischbestandes angepasst. Staatliche und akademische Wissenschaftler berechnen die jährlichen Höchstfangmengen, denen die Fischereimanager strikt folgen. Sowohl der Bestand in der östlichen Beringsee als auch jener im Golf von Alaska ist derzeit auf einem hohen Niveau.

Alaska-Seelachs...zum Bestand im Ochotskischen Meer (FAO 61):

Die MSC-zertifizierte russische Alaska-Seelachs-Fischerei hat ihre Fanggründe in der Russischen Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) im Ochotskischen Meer. Der Bestand ist seit 2006 in einem guten Zustand.

 

 

 

 

 

  

© Speziesbild: Scandinavian Fishing Year Book | Fischereibild: At-sea Processors Association | Fanggebietskarten: Fischbestände Online verändert nach FAO

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