Pazifischer Heilbutt — Marine Stewardship Council
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Pazifischer Heilbutt

+++ Hippoglossus stenolepis +++ wird bis zu 2,50 m lang +++

LebensweisePazifischer Heilbutt © Scandinavian Fishing Year Book

Die Jungtiere des Pazifischen Heilbutts halten sich in Küstennähe auf und erst wenn sie älter werden, zieht es sie auch ins tiefe Wasser. Die ausgewachsenen Tiere verbringen den Sommer in den flachen Küstengewässern und ziehen zum Winter in die tieferen Gewässer. Der Pazifische Heilbutt lebt auf verschiedenen Substraten und ernährt sich von Fischen, Krabben, Muscheln, Tintenfischen und anderen wirbellosen Tieren.

Aussehen

Der Pazifische Heilbutt kann bis zu 2,50 m lang werden und ist damit einer der größten Plattfische. Der Körper ist langgestreckt bis eiförmig und wie bei allen Plattfischen plattgedrückt. Die Oberseite ist oliv-bräunlich und oft blass gefleckt. Das Seitenlininenorgan formt einen ausgeprägten Bogen über der Brustflosse.

Beispiel einer MSC-zertifizierten Fischerei

> Kanadische Fischerei auf Pazifischen Heilbutt: Canada Pacific halibut (British Columbia)

(c) Lyle Pierce - Halibut Fishing Boats

Durch die MSC-Zertifizierung profitieren die Fischer auf Pazifischen Heilbutt in Kanada davon, dass sie seit Jahren nachhaltig wirtschaften und umweltschonend fischen. Jake Vanderheide, Präsident der Pacific Halibut Management Association, erzählt von der integrativen Bewirtschaftung verschiedener am Boden lebender Fischarten und wie sich ein solcher Ansatz auszahlt.

Warum eine MSC-Zertifizierung?

Die gesamte kanadische Westküste gehört zu Britisch-Kolumbien und dort findet man viele der Fischarten, die auch in Alaska und im Nordwesten der USA vorkommen. Die kommerziellen Heilbuttfischereien der US-Staaten Alaska und Washington wurden im Jahr 2006 zertifiziert. Das Interesse am MSC-Standard seitens Käufern und Verarbeitern hat seitdem zugenommen und so war es nur eine Frage der Zeit, bis viele der Fischereien aus Britisch-Kolumbien ebenfalls eine MSC-Zertifizierung anstrebten. “Quasi alle wichtigen Abnehmer weltweit haben oder entwickeln eine nachhaltige Einkaufspolitik für Fische und Meeresfrüchte. Sie erwarten eine Bestätigung darüber, dass die Fischerei tatsächlich gut bewirtschaftet wird. Dies liefert der MSC für uns“, erklärt Vanderheide.

„Die Heilbuttfischerei ist jetzt eine der am besten bewirtschafteten Fischereien der Welt und die Bestätigung des guten Managements durch die MSC-Zertifizierung ist für viele lukrative Märkte zunehmend wichtig.“
Jake Vanderheide, Präsident der Pacific Halibut Management Association

Was zeichnet die Fischerei aus?

Obwohl die Heilbuttfischerei Britisch-Kolumbiens bereits seit den 1880ern besteht, wurde erst im Jahr 1991 ein wichtiger Meilenstein in Richtung Nachhaltigkeit gelegt. In diesem Jahr wurde ein System individueller, übertragbarer Quoten eingeführt, um die Fänge im Rahmen der festgelegten Höchstfangmengen zu halten.

Im Jahr 2006 wurde Pazifischer Heilbutt Teil eines neuen Programms (Commercial Groundfish Integrated Program), das mehr als 50 Arten und drei verschiedene Fanggeräte umfasst. Jedes Schiff bekommt einen bestimmten Anteil an der gesamten Höchstfangmenge für jede Art und ist verantwortlich für den gesamten Fang – ob Zielarten oder Nichtzielarten, angelandet oder zurückgeworfen. Das heißt, „es wird absolut alles gezählt was anbeißt“, sagt Vanderheide. Eine Videoüberwachung auf jedem Schiff und unabhängige Überprüfungen am Hafen stellen die Einhaltung der Regeln sicher.

Ein integriertes Managementprogramm für am Boden lebende Fischarten vermindert Beifang und andere Umweltauswirkungen

Die gemeinsame Betrachtung verschiedener am Boden lebender Fischarten hat dazu geführt, dass der angelandete Fang und Rückwürfe auf See innerhalb der art- und gebietsspezifischen Fanggrenzen bleiben. Umfangreiche Daten wurden erhoben und gesammelt, um die Forschungsarbeiten und die Bestandsbewertungen zu verbessern. Außerdem wurden ganze Gebiete für die Fischerei geschlossen und die Anzahl der Schiffe, der eingesetzten Fanggeräte, der Fangzeiten und der befischten Gebiete sank. Dadurch konnten die Auswirkungen der fischereilichen Aktivitäten auf die Lebensräume reduziert werden.

(c) Lyle Pierce - BC Halibut Fisherman Pulling Halibut Onto Boat

Die MSC-Zertifizierung stellt den Zugang zu wichtigen Käufern und Märkten sicher

„Der Großteil des Heilbutts, sowohl aus Alaska als auch aus Britisch-Kolumbien, wird an edle nordamerikanische Restaurants verkauft. Es ist allgemein anerkannt, dass Heilbutt aus einer nachhaltigen Fischerei kommt. Die MSC-Zertifizierung ist eine Bestätigung hierfür“, sagt Vanderheide. Er betont jedoch auch, dass „quasi alle wichtigen Käufer weltweit eine nachhaltige Einkaufspolitik für Fische und Meeresfrüchte haben oder entwickeln. Sie erwarten eine Bestätigung darüber, dass die Fischerei tatsächlich gut bewirtschaftet wird. Dies liefert der MSC für uns.“

Die MSC-Zertifizierung bestätigt das verbesserte Management

Noch vor fünf Jahren betrachtete die Managementbehörde für die Fischereien in Britisch Kolumbien (Fisheries and Oceans Canada) eine Zertifizierung als eine rein privatwirtschaftliche Entscheidung. Dies ist nicht mehr der Fall. Die MSC-Bewertung hat dazu beigetragen, dass die Behörde und die Fischereien nun enger zusammen arbeiten. 

Ein Blick in die Zukunft

Die Fischerei hat eine Zertifizierungsauflage erhalten, die von der Managementbehörde fordert, die Auswirkungen der Heilbuttfischerei auf andere Arten zu analysieren. Sie entwickelt Strategiepläne zur Reduzierung und Kontrolle des Fangs von Nichtzielarten und setzt diese um. „Wenn neue Kenntnisse und neue Ansätze im Fischereimanagement Standard werden, erwarten wir, dass unsere Managementbehörde diese annimmt und umsetzt. Ich denke da besonders an ökosystembasiertes Management und die Überprüfung von Umweltauswirkungen. Die MSC-Zertifizierung beschleunigt diesen Prozess und stellt sicher, dass er auf eine offene und transparente Weise passiert“, erklärt Vanderheide.

Fanggebiet der Fischerei

Pazifischer Heilbutt

FAO 67

Nordostpazifik

Britisch-Kolumbien

Kanada






© Speziesbild: Scandinavian Fishing Year Book | Fischereibilder: Lyle Pierce | Fanggebiet: Fischbestände Online verändert nach FAO

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