Hering — Marine Stewardship Council
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Hering

+++ Clupea harengus +++ kann über 20 Jahre alt werden +++ Größe: Ø 15 cm +++ Gewicht: Ø 200 g +++

Hering © Scandinavian Fishing Year Book

Heringe sind pelagische Fische, die nahezu im gesamten Nordatlantik zu finden sind. Kein anderer Fisch hat in der Geschichte eine so große wirtschaftliche und politische Bedeutung gehabt wie der Hering. Schon im Mittelalter war der Hering derart begehrt, dass seinetwegen Kriege geführt wurden. Die Entdeckung des Salzens von Heringen zum Haltbarmachen leitete eine neue Phase der Fischwirtschaft und der Seefahrt ein: Die haltbare Verpflegung erlaubte es den Fischern, längere und weitere Seereisen als vorher durchzuführen. So hat der Salzhering mitgeholfen, neue Kontinente zu entdecken und Handelswege zu erschließen. Bis heute hält die Begeisterung für diesen Fisch an, noch immer liegt er auf der Rangliste der populärsten Fischarten in Deutschland weit oben. Neben seinen vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten und dem unverwechselbaren Geschmack, ist der Hering nicht zuletzt auch wegen seines hohen Gehaltes an gesunden Omega-3-Fettsäuren sehr beliebt.

Lebensweise

Heringe sind kleine Schwarmfische und leben in großen Schwärmen im Übergangsgebiet zwischen nördlicher, gemäßigter und polarer Zone. Die Heringsschwärme sind an Schelfgebiete gebunden (Wassertiefe 0 - 360 Meter), zeigen jedoch komplexe und ausgedehnte Wanderungen zwischen Nahrungs- und Laichgründen und Überwinterungsplätzen. Der Hering laicht über Kies­böden und haftet seine Eier an kleine Steine. Heringe ernähren sich hauptsäch­lich von Plankton und sind eine wichtige Nahrungsgrundlage für verschiedene Fischarten. Damit sind sie ein wichtiger Baustein in der Nahrungskette und für das marine Ökosystem von großer Bedeutung.

Aussehen

Heringe werden im Durchschnitt 15 cm groß und erreichen ein durchschnittliches Gewicht von 200 g. Sie können maximal 40 cm lang und älter als 20 Jahre werden. Unter Wasser fasziniert das Farbspiel des Herings: Der Rücken leuchtet im Wasser in allen Farben von gelbgrün über blauschwarz bis blaugrün mit einem dezenten Purpurschimmer. Der Bauch ist weiß, die Flanken glänzen silbrig – Heringsschwärme werden auch „Silber des Meeres“ genannt.

© Joerg Lehmann, MSC – Heringsstipp mit Pellkartoffeln


Rezepte mit Hering >>

 

 

 

 

 

Beispiele MSC-zertifizierter Fischereien

> Fischerei auf Nordseehering: PFA (Pelagic Freezer-Trawler Association) North Sea herring

> Norwegische Fischerei auf Nordsee- und Skagerrak-Hering: Norway North Sea and Skagerrak herring

> Schwedische Fischerei auf Nordseehering: SPFPO Swedish North Sea herring

Nordseehering PFA-Fischerei (c) PFA

Die Heringsfischerei wird schon seit Jahrhunderten von verschiedenen Nationen in der Nordsee betrieben und fischt ausschließlich pelagisch – also meist ohne Berührung des Meeresbodens. Die Fischer arbeiten mit pelagischen Schleppnetzen und Ringwaden. Der Hering ist ein Schwarmfisch und mischt sich selten mit anderen Arten. Ungewollter Beifang ist in dieser Fischerei damit kein Problem. Mit weniger als fünf Prozent Beifang und Rückwurf sind die Heringsfischereien sehr selektiv. Der Einsatz moderner Echolottechnologie ermöglicht es den Fischern, nicht nur Fischschwärme zu lokalisieren, sondern auch die Art und Größe der Fische zu bestimmen. So können z.B. Schwärme mit kleinen Heringen vermieden werden. Zusammenstöße mit seltenen und geschützten Arten wie Robben sind die absolute Ausnahme.

Eine der Auflagen für die ersten MSC-Zertifizierungen war das Entwickeln und Implementieren eines Wiederaufbauplanes. So konnte sich der Heringsbestand in der Nordsee von einem niedrigen Niveau erholen. Fischereien müssen fünf Jahre nach der Zertifizierung erneut die MSC-Bewertung durchlaufen und zeigen, dass sie dem MSC-Standard immer noch gerecht werden. Nur dann dürfen sie ihren Fang auch weiterhin mit dem MSC-Siegel kennzeichnen. Die schwedische Nordseeheringsfischerei und auch die PFA-Fischerei wurden bereits zum zweiten Mal zertifiziert. Als einzige Auflage der erneuten Zertifizierung müssen die Fischereien sich nun dafür einzusetzen, die Quoten am Managementplan zu orientieren. In den letzten Jahren lag die Erhöhung der jährlichen Fangquote über der vom Managementplan erlaubten Steigerung. Dies muss korrigiert werden.

> Heringsfischerei in der westlichen Ostsee

Die Erzeugergemeinschaft Nord- und Ostseefischer hat im April 2015 die langjährige Bewertung nach dem MSC-Umweltstandard für nachhaltige Fischerei beendet und bestanden. Damit ist sie die erste MSC-zertifizierte Heringsfischerei in der Ostsee!

>> Hier gibt es noch weitere Fakten zum Ostsee-Hering <<

 

Bestandsinformationen

...zum Bestand in der Nordsee (FAO 27):FAO Fanggebiet 27 mit Ökoregionen (c) Fischbestände Online verändert nach FAO

Im Nordostatlantik gibt es mindestens 14 verschiedene Heringsbestände, die sich in den letzten Jahren sehr unterschiedlich entwickelt haben. Der Bestand in der Nordsee befindet sich auf einem hohen Niveau. Seit 2002 produziert der Bestand allerdings nur noch schwache Nachwuchsjahrgänge. Vermutet wird ein möglicher Zusammenhang mit klimatischen Einflüssen. Welche Mechanismen genau wirken, ist noch nicht bekannt. Wissenschaftler beobachten die Entwicklung des Bestandes aufmerksam, um bei Bedarf angepasste Fangempfehlungen aussprechen zu können.




© Speziesbild: Scandinavian Fishing Year Book | Fischereibild: PFA | Fanggebiet: Fischbestände Online verändert nach FAO

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