Hummer — Marine Stewardship Council
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Hummer

+++ Homarus americanus +++ kann bis zu 1 Meter lang werden +++

Lebensweise

Amerikanischer Hummer © Scandinavian Fishing Year BookDer Amerikanische Hummer lebt auf dem Meeresgrund, überwiegend zwischen 4 und 50 m Wassertiefe. Er bevorzugt steinigen Boden, denn dort kann er sich am besten verstecken. Tagsüber verbringt der Hummer die meiste Zeit in seinem Versteck; nachts streift er dann über den Meeresboden, um Beute zu erlangen.

Aussehen

Hummer gehören zu den Dekapoden und haben somit 10 Beine, wovon 2 zu Scheren umgebaut sind. Amerikanische Hummer werden durchschnittlich bei einer Größe von 25 cm gefangen. Sie können jedoch eine Länge von 1 Meter erreichen und sind somit die größten unter den Hummern. Um auf eine solche Größe anwachsen zu können, muss sich der Hummer allerdings mehrere Male in seinem Leben häuten. Der Panzer des Amerikanischen Hummers ist schwarz-braun bis grün gefärbt.

Beispiel einer MSC-zertifizierten Fischerei

> Ostkanadische küstenferne Hummerfischerei: Eastern Canada offshore lobster

Ian Smith, Geschäftsführer von Clearwater Seafoods, erklärt, wie wichtig ein verantwortungsvolles Management für die Umsetzung einer nachhaltigen Fischerei ist und welche Vorteile eine MSC-Zertifizierung mit sich bringt.

Clearwater Seafoods hat sich der nachhaltigen Fischerei verschrieben und wir sind stolz darauf, dass wir jetzt durch den strengen MSC-Standard eine unabhängige Bestätigung dafür haben. So können wir unseren Kunden zeigen, dass die Fischerei nachhaltig ist. Wir glauben, dass sie eine der am besten geführten Hummerfischereien der Welt ist.
Ian Smith, Geschäftsführer von Clearwater Seafoods

Warum eine MSC-Zertifizierung?

Hummer werden im Ganzen angelandet und normalerweise lebend vermarktet. Ungefähr 95 Prozent des Fangs wird exportiert, wobei die Mehrzahl der Hummer in die Vereinigten Staaten geht. Lebende Hummer werden auch nach Europa und Japan verschifft. Man hofft, dass die Zertifizierung den Zugang der Fischerei zu diesen und weiteren Märkten erweitert. Die Fischerei wollte eine MSC-Zertifizierung, um nachhaltigkeitsbewussten Kunden zeigen zu können, wie sehr sie sich für ein umsichtiges Management und selektive Fangstrategien einsetzt. Sie hoffte darauf, ihre Bemühungen durch den MSC-Standard bestätigt zu sehen und somit den Konsumenten zu versichern, dass sie ein nachhaltiges Produkt aus verantwortungsvoll bewirtschafteten Gewässern bekommen.

Was zeichnet uns aus?

Hummerfallen © Alison Cornford - Fotolia.comIn Neuschottland werden Hummer erst mit acht oder mehr Jahren geschlechtsreif. Um die Populationen aufrecht zu erhalten, begrenzen die Fischereimanager die Größe und Anzahl der Hummer, die gefangen werden dürfen. So stellen sie sicher, dass die Bestände auf nachhaltigen Niveaus gehalten werden. Hummer unter der legalen Anlandegröße sowie tragende Weibchen müssen ins Wasser zurückgesetzt werden. Die mittlere Größe der gefangenen Hummer liegt laut Clearwater Seafoods über der Größe, bei der Weibchen geschlechtsreif werden. Dies bedeutet, dass sich ein hoher Anteil der Weibchen zwei oder drei Mal fortpflanzen kann, bevor sie gefangen werden. Zu kleine Hummer und Nichtzielarten können durch Öffnungen in den Fallen entkommen. Die Fallen haben zudem biologisch abbaubare Einsätze durch die gefangene Tiere aus verloren gegangenen Fallen nach einer gewissen Zeit unverletzt ausbrechen können.

Der Zugang zur Fischerei ist begrenzt und es werden Quoten vergeben, um den Fischereidruck auf Hummer zu reduzieren

Die Fischereibehörde Fisheries and Oceans Canada legt eine jährliche Höchstfangmenge für Hummer fest und verteilt Anteile dieser Quote an einzelne Unternehmen, die Hummer fangen. Im Fall der küstenfern gefangenen Hummer gehören alle acht Fanglizenzen Clearwater. Bis zu 10 Prozent einer ungenutzten Quote können in das nächste Jahr übertragen werden. Forschungen haben gezeigt, dass der Fischereidruck auf die Hummerbestände gering ist. Die Fischer entnehmen der gesamten Hummerpopulation nur ungefähr 15 Prozent der Biomasse. Ein begrenzter Zugang zu der Fischerei verhindert, dass der Druck auf den Bestand steigt.

Amerikanischer Hummer (c) Clearwater

Selbstverpflichtung zu konservativen Bewirtschaftungsstrategien und anhaltenden Verbesserungen bei der Datensammlung und dem Management

Zusätzliche Maßnahmen, wie etwa die Schließung des Gebietes Browns Bank für die Hummerfischerei, schützen die Nachkommen und künftige Hummergenerationen. Clearwater fängt die Hummer außerdem freiwillig nur zu jener Jahreszeit, in der das Fleisch die beste Qualität hat. So können Hummer nach der Häutungsphase ungestört ihren Panzer aushärten lassen. Alle Hummerschiffe in küstenfernen Gewässern haben zudem Videoüberwachung an Bord und werden auch im Hafen überwacht. 25 Prozent der Schiffe führen zusätzlich Beobachter an Bord mit.

Ein Blick in die Zukunft

Clearwater Seafoods führt weitere Tests am Fanggerät durch, um den Beifang, der bereits sehr gering ist, noch weiter zu senken. Die Fischerei hat sich außerdem dazu verpflichtet, den Zustand der Hummerbestände regelmäßig von Experten bewerten zu lassen. Dazu nehmen die Fangschiffe regelmäßig Biologen mit und sammeln wissenschaftliche Daten.

Fanggebiet der Fischerei

FAO Fanggebiet 21 mit Ökoregionen (c) Fischbestände Online verändert nach FAO

FAO 21

Nordwestatlantik

Neuschottland

Kanada 






© Speziesbild: Scandinavian Fishing Year Book | Fischereibild 1: Alison Cornford | Fischereibild 2: Clearwater | Fanggebiet: Fischbestände Online verändert nach FAO

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