Kap-Seehecht — Marine Stewardship Council
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Kap-Seehecht

+++ Merluccius capensis +++ Größe: Ø 1 m +++ Gewicht: Ø 10 kg +++

Lebensweise

Seehechte gehören zur Familie der dorschartigen Fische. Sie sind gefräßige Fischräuber, die sich hauptsächlich von Kap-SeehechtHeringen, Makrelen, Sprotten und Sardinen ernähren. Sie erreichen eine Länge von etwa einem Meter und wiegen dann etwa 10 Kilogramm. Seehechte leben in weiten Teilen des Atlantiks, vor allem im Südatlantik. Der Kap-Seehecht (lat. Merluccius capensis) ist vor der Westküste und am Kap des südlichen Afrikas anzutreffen.

Aussehen

Die Körperform ist schlank, der Kopf auffallend spitz. Die erste Rückenflosse ist kurz, während die zweite Rückenflosse und die Afterflosse lang sind. Charakteristisch für den Seehecht ist die schwarze Farbe seiner Mund- und Kiemenhöhle und der Zunge. Die Körperfarbe ist silbrig-grau. Im Gegensatz zu ihren Artverwandten aus der Dorschfamilie haben Seehechte keinen Bartfaden. Der Seehecht ist ein milder Fisch und gilt als einer der besten Weißfische, da sein Fleisch fest, süß und leicht flockig ist.


Kap-Seehecht  Rezepte mit Seehecht >>

 

 

Beispiel einer MSC-zertifiziertzen Fischerei

> Südafrikanische Seehecht Schleppnetzfischerei: South Africa Hake trawl

Südafrika Seehecht © Warren Smart, MSCDiese Fischerei ist ein sehr anschauliches Beispiel dafür, wie eine MSC-Zertifizierung positive Veränderungen herbeiführen kann. Im Rahmen der MSC-Bewertung musste die Fischerei Informationen zum Vogelbeifang sammeln und diesen reduzieren. Um diese Vorgabe zu erfüllen, stieß die Fischerei ein Beobachterprogramm an, das von der Regierung Südafrikas finanziert wird. An Bord der Schiffe fahren nun also Beobachter mit und sammeln Daten zum Vogelbeifang. Anfangs war der Vogelbeifang sehr hoch und sollte über Veränderungen am Fanggerät gesenkt werden. Mithilfe von bunten Bändern an den Netzen konnte der Beifang insbesondere an Albatrossen um über 80 Prozent reduziert werden. Beim Auslegen der Netze halten diese Bänder mit ihrer Signalfarbe und ihrem Flattern im Wind die Seevögel fern, sodass sie nicht in die Netze verheddert mit in die Tiefe gezogen werden.

Die Regierung des Landes wollte Anfang 2012 aufgrund knapper Finanzen das Beobachterprogramm deutlich reduzieren. Dies hätte die MSC-Zertifizierung der Fischerei in Gefahr gebracht. Lobbyarbeit der Fischer und der drohende Entzug des MSC-Zertifikates überzeugten die Regierung davon, das Programm wie bisher beizubehalten.

Neben der Reduktion des Vogelbeifangs musste die Fischerei auch Beifangrichtlinien und einen Wiederaufbauplan für den ‚Kingclip‘, eine gefährdete Grundfischart, einführen. Dieser Plan hat unter anderem zu gesperrten Bereichen in den Laichgebieten des Kingclip geführt. Bis die Beifangrichtlinien entwickelt und umgesetzt waren, hatte die Fischerei freiwillig den Fang dieser gefährdete Art eingestellt. Das Fanggebiet dieser Grundscherbrettnetzfischerei wurde auf die historischen Fanggründe begrenzt. So werden keine unbefischten Teile des Meeresbodens beeinflusst. Außerdem laufen verschiedene Projekte und Studien zur Erkundung des Fanggebietes und Einrichtung von Meeresschutzgebieten.

Erfahren Sie mehr über diese Fischerei in der Fallstudie.

Bestandsinformation

FAO Fanggebiet 47 mit Ökoregionen (c) Fischbestände Online verändert nach FAO...zum Bestand der Kap-Seehechte nah und fern der Südküste Afrikas (FAO 47):

Aufgrund niedriger Bestandszahlen des Seehechts um die Jahrtausendwende wurde ein Wiederaufbauplan eingeführt, um dem Bestand die Möglichkeit zur Erholung zu geben. Die Anzahl der Weibchen fern der Küste von Südafrika steigt seit 2009 kontinuierlich an. Sie liegt derzeit über ihrem Zielwert, sodass der küstenferne Seehechtbestand optimal bewirtschaftet werden kann. Auch in küstennahen Gebieten nahm die Zahl der Seehechtweibchen zu und liegt nun weit über dem festgelegten Zielwert. Die Fangmengen der Fischer sind seit einigen Jahren vorbeugend niedrig und werden in beiden Teilen des Bestandes voraussichtlich stabil bleiben und mittelfristig steigen können.


 

© Speziesbild: Scandinavian Fishing Year Book | Fischereibild: Warren Smart, MSC | Fanggebietskarten: Fischbestände Online verändert nach FAO

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