Miesmuschel — Marine Stewardship Council
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Miesmuschel

+++ Mytilus edulis +++ Größe: Ø 7 cm +++ Alter: bis 10 Jahre +++

Miesmuschel © Scandinavian Fishing Year BookMuscheln sind Weichtiere, die von zwei Schalen umgeben sind. Die blau-schwarzen Miesmuscheln leben bevorzugt in den Gezeitenzonen der Meere. Aus dem Wasserstrom holt die Muschel den Sauerstoff zum Atmen und filtert auch ihre Nahrung, das Plankton, heraus. Dabei kann eine Muschel bis zu 15 Liter Meerwasser pro Tag filtrieren, sodass die Millionenbevölkerung einer Muschelbank einer großen Filterpumpe gleicht und einen beachtlichen Beitrag zum Erhalt des Ökosystems leistet. Zwischen den Kiemen der Miesmuschel befindet sich eine spezielle Drüse, die aus Eiweiß und aus dem Meer gefiltertem Eisen klebrige Fäden herstellt, sogenannte Byssusfäden, mit denen sich die Muschel überall festhalten kann. Muschelfleisch ist ein hochwertiges Nahrungsmittel und gilt als Delikatesse. Der essbare Anteil an einem Kilo gekaufter Rohware beträgt bei Miesmuscheln circa 180 Gramm.

Lebensweise

Die auch als Pfahl- oder Blaumuschel bekannte Art ist hinsichtlich der Beschaffenheit des Meeresbodens weniger anspruchsvoll als die Auster und ein typischer Bewohner der Gezeitenzonen. Dort lebt die blauschwarze Miesmuschel in Tiefen von bis zu zehn Metern häufig an Stellen mit starker Brandung und auf Sandbänken oder wird an Pfahl- und Treibgestellen, an Tauen oder an Matten kultiviert. Miesmuscheln sind getrenntgeschlechtig. Ein Weibchen gibt 5 bis 12 Millionen Eier ab. Nach ein bis zwei Wochen schlüpfen die Larven, die etwa drei Wochen frei schwimmen und sich an Pfählen, Steinen, Matten und Seilen festsetzen. Spätestens nach vier Jahren erreichen die Muscheln ihre Marktgröße (5 bis 8 cm).

 

© Joerg Lehmann, MSC – Miesmuscheln in Weißweinsud

Rezepte mit Miesmuscheln >>

 

 

 

 


Beispiel einer MSC-zertifizierten Fischerei

> Muschelfischerei mit Dredgen und Muschelkulturen in Niedersachsen, Deutschland: Germany Lower Saxony mussel dredge and mussel culture


Die Muschelfischerei im niedersächsischen Wattenmeer ist eine traditionelle Fischerei und stellt eine Kombination aus Wildmuschelfischerei und Kulturarbeit dar: Von Wildbänken fischen die Fischer Saatmuscheln ab. Zusätzlich bürsten sie Saatmuscheln von Hängekulturen ab, an denen sich Jungmuscheln ansiedeln. Diese Muscheln legen die Fischer auf Kulturflächen aus. Dort wachsen die Muscheln vergleichsweise ungestört ein bis zwei Jahre lang heran, bis sie „Konsumgröße“ erreicht haben und für den Verkauf abgefischt werden können.


Die Muschelfischerei ist im Nationalpark Wattenmeer aktiv. Ein Drittel der Nationalparkfläche ist für die Fischerei gesperrt, um in diesen Gebieten eine von der Fischerei weitgehend unbeeinflusste Entwicklung der Natur zu ermöglichen. Die begrenzte regionale Ausdehnung der Fischerei, eine verantwortungsbewusste Entnahme an Miesmuscheln und wirkungsvolle Bewirtschaftungsregeln sorgen dafür, dass die Muschelbestände nachhaltig und unter Berücksichtigung der ökologischen Besonderheiten des Gebietes genutzt werden.


Wie die meisten MSC-zertifizierten Fischereien haben auch die niedersächsischen Muschelfischer Zertifizierungsauflagen mit auf den Weg bekommen, die dafür sorgen, dass die Fischerei sich weiterhin verbessert. Für die Erfüllung der Auflagen muss die Muschelfischerei ihre nachhaltige Arbeitsweise weiter unter Beweis stellen und hat so u.a. bereits im ersten Jahr ihrer Zertifizierung die Transparenz von Managemententscheidungen erhöht. Außerdem wurde bereits eine Stabilitätskarte für das Sublitoral, also den ständig vom Wasser bedeckten Teil des Watts, erstellt, die der Möglichkeit der Bildung von stabilen Muschelbänken auf den Grund gehen soll. Die Muschelfischerei hat so bereits und wird auch weiterhin für das Muschelmanagement wertvolle Daten liefern und helfen, das Ökosystem im Wattenmeer noch besser zu verstehen.

An Bord der Miesmuschelfischerei

Gehen Sie mit an Bord des MSC-zertifizierten Muschelkutters Royal Frysk und schauen Sie den Niedersächsischen Miesmuschelfischern über die Schulter.

 

Bestandsinformation

FAO Fanggebiet 27 mit Ökoregionen (c) Fischbestände Online verändert nach FAO...zum Bestand im Niedersächsischen Wattenmeer, Nordsee (FAO 27)

Im Wattenmeer gibt es Gebiete, die immer vom Wasser bedeckt sind und solche, die bei Ebbe trocken fallen. Die Beobachtung des Muschelbestandes ist dort, wo das Wasser immer vorhanden ist, viel schwieriger als in den trocken fallenden Gebieten, da die unter Wasser liegenden Muscheln nicht mit Hilfe von Luftbildaufnahmen erfasst werden können. Detaillierte Informationen über die Verbreitung und die Menge der Miesmuschel liegen deshalb nur für die trocken fallenden Gebiete vor. Diese Daten zeigen, dass sich der Muschelbestand nach einer starken Abnahme seit 2005 wieder positiv entwickelt und von 9.000 Tonnen (im Jahr 2005) auf 39.000 Tonnen (im Jahr 2012) angewachsen ist und seit dem um 40.000 Tonnen schwankt.

 

 

 

© Speziesbild: Scandinavian Fishing Year Book | Fischereibilder: D. Butzmann, MSC | Fanggebiet: Fischbestände Online verändert nach FAO

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