Rotbarsch — Marine Stewardship Council
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Rotbarsch

+++ Sebastes norvegicus +++ wird bis zu 50 Jahre alt +++ Ø 45 cm groß +++ Ø 1,2 kg schwer +++

Rotbarsch (c) Scandinavian Fishing Year BookRotbarsch rangiert unter den zehn beliebtesten Speisefischen in Deutschland. Die Handelsbezeichnung „Rotbarsch“ umfasst alle Arten, für Sebastes norvegicus (vormals S. marinus) findet aber auch die Bezeichnung „Goldbarsch“ Anwendung. Der Rotbarsch gehört zur Familie der im Nordatlantik beheimateten Stachelköpfe und kommt rund um Island und die Färöer sowie vor der Küste Grönlands vor. 

Lebensweise

Rotbarsche sind typische Vertreter der Tiefsee-Fischfauna: Sie wachsen und bewegen sich langsam, erlangen erst mit 10-12 Jahren die Geschlechtsreife und bringen vergleichsweise wenige Larven zur Welt. Im Gegensatz zu den meisten anderen Fischarten, die ihre Eier ins Wasser abgeben, bringen die weiblichen Rotbarsche ihre Fischlarven lebendig zur Welt. All dies macht den Rotbarsch sehr empfindlich gegenüber intensiver Fischerei.

Aussehen

Der Rotbarsch macht seinem Namen alle Ehre: die erwachsenen Tiere sind leuchtend rot. In tiefen Gewässern wird die rote Farbe absorbiert, sodass der Rotbarsch gut getarnt ist. Die Jungfische hingegen haben eine bräunliche Färbung.


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„Die Zertifizierung der Fischerei ist ein wichtiger Schritt für Iceland Sustainable Fisheries. Wir sind stolz darauf, die erste MSC-zertifizierte Rotbarschfischerei zu sein.“
Gunnlaugur Eiríksson, Iceland Sustainable Fisheries

Beispiel einer MSC-zertifizierten Fischerei

> Isländische Rotbarschfischerei: ISF Iceland golden redfish

Goldbarsch wird auf dem Islandschelf größtenteils mit Grundscherbrettnetzen gefangen, die den Meeresboden berühren. Um die Auswirkungen der Fischerei auf den Meeresboden zu reduzieren, wurden zehn Gebiete mit Bodenlebensräumen für empfindliche Kaltwasserkorallen und Schwämme wissenschaftlich kartiert und für die bodenberührende Fischerei geschlossen. RotbarschDarüber hinaus sind weitere große Gebiete heute für die Fischerei gesperrt – einige dauerhaft, andere für bestimmte Zeiträume, beispielsweise um Jungfische und Laichgründe zu schützen.

Neben geschlossenen Gebieten trägt eine Vielzahl an Maßnahmen dazu bei, die Auswirkungen der Fischerei auf die Meeresumwelt zu reduzieren. Dazu zählen beispielsweise vorgeschriebene Mindestgrößen für Maschenweiten und Sortiergitter an den Netzen. Außerdem gibt es strenge Vorgaben zur Führung von Logbüchern an Bord aller Fangschiffe zum Schutz von kleinen Fischen und empfindlichen Lebensräumen. Hinzu kommen das Rückwurfverbot für Beifang und die strikte Überwachung der Anlande- und Wiegeverfahren sowie der Fangzusammensetzung und der Fanggeräte.

Die MSC-Bewertung führte zu einem konstruktiven Dialog zwischen der isländischen Fischindustrie und Umweltschützern, der eine engere Zusammenarbeit beider Parteien zur Folge hatte. Im Rahmen ihrer MSC-Zertifizierung ist die Fischerei dazu verpflichtet, einen Aktionsplan umzusetzen, um ihre Nachhaltigkeit weiter zu sichern. So wird die Fischerei über eine Kooperation mit dem Isländischen Meeresforschungsinstitut und dem Fischereiministerium ihre Auswirkungen auf empfindliche Arten und Lebensräume noch eingehender untersuchen und Maßnahmen entwickeln, um diese weiter zu minimieren.

RotbarschBestandsinformationen

...zum Bestand auf dem Islandschelf (FAO 27):

Seinen Höchststand erreichte der Bestand in den 1980er Jahren. Aufgrund hoher Fangmengen in den darauffolgenden Jahren nahm der Bestand jedoch rapide ab – bis hin zu einem historischen Tiefpunkt Mitte der 1990er Jahre. Seit 2003 gilt der Rotbarschbestand als erholt und wird seit 2007 so bewirtschaftet, dass er den höchstmöglichen nachhaltigen Dauerertrag (MSY) erbringen kann. Die Fangmengen sind stabil und können sogar noch moderat angehoben werden.

 

 

 

 

© Speziesbild: Scandinavian Fishing Year Book | Fischereibild: HB Grandi | Fanggebietskarte: Fischbestände Online verändert nach FAO

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