Sardelle — Marine Stewardship Council
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Sardelle

+++ Engraulis encrasicolus +++ kann bis zu 5 Jahre alt werden +++ Größe: bis zu 20cm +++

Die europäische Sardelle hat eine wichtige wirtschaftliche Bedeutung. Bereits in der Antike wurde u.a. Europäische Europäische Sardelle  © Picture Partners - Fotolia.comSardelle zur Herstellung einer Würzsoße (Garum) verwendet, die im Mittelmeerraum ein wichtiges Handelsgut war. Auch heute sind Sardellen beliebte Speisefische. Frisches Sardellenfleisch schmeckt allerdings bitter. Die Tiere werden daher meist gesalzen und in Öl bzw. Marinade als Konserven zubereitet. Sie sind gelegentlich aber auch als Frischfisch (Afrika und Mittelmeer), getrocknet oder geräuchert erhältlich. 

Lebensweise

Die europäische Sardelle (auch Anchovis genannt) gehört wie Hering, Sprotte und Sardine zur Ordnung der Heringsartigen. Sie ist ein kleiner, eher kurzlebiger Schwarmfisch, der in der freien Wassersäule (pelagisch) auf dem Kontinentalschelf lebt. Sie ernähren sich hauptsächlich von Kleinkrebsen, aber auch von anderem tierischen Plankton, Fischlaich und planktischen Algen. Anders als die meisten Heringsfische filtern sie ihre Nahrung mit weit geöffnetem Maul aus dem Wasser. Die europäische Sardelle lebt im Nordostatlantik von Norwegen über die Nordsee bis Gibraltar. Das Hauptverbreitungsgebiet sind hier allerdings die südlicheren Gebiete. In den letzten Jahren ist die europäische Sardelle auch häufig in der westlichen Ostsee zu finden. Darüber hinaus ist sie im Mittleren Ostatlantik und im Südostatlantik möglicherweise bis Südafrika verbreitet. Europäische Sardellen kommen außerdem im Mittelmeer und im Schwarzen Meer vor.

Aussehen

Sardellen sind schlanker als Heringe und besitzen im Gegensatz zu ihnen einen überstehenden Oberkiefer und ein großes Maul. Die Bauchflossen setzen deutlich vor der Rückenflosse an. Der Rücken der Sardellen ist grün-bläulich, die Bauchseiten weiß-silbern gefärbt. Die europäische Sardelle kann eine maximale Länge von 20 cm erreichen, bleibt im Süden des Verbreitungsgebietes aber deutlich kleiner. 

 

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Beispiel einer MSC-zertifizierten Fischerei

Kantabrische Ringwadenfischerei auf SardelleCantabrian Sea purse seine anchovy

Fischerei Sardelle Kantabrien © Javier LukasDie Sardellenfischerei im Golf von Biskaya vor der nordspanischen Küste wird mit relativ großen Ringwadennetzen mit einem Umfang von 550 und 80 Meter Tiefgang durchgeführt. Die Netze berühren den Meeresboden in der Regel nicht, da sich die Sardellen an der Wasseroberfläche zu Schwärmen zusammenfinden und dort sauber abgefischt werden können. Die Schwärme werden mit einem Echolot lokalisiert und gezielt und selektiv befischt, dabei fällt sehr wenig Beifang an. Eines der übergeordneten MSC-Prinzipien lautet: Der Fischbestand muss in einem guten Zustand sein. Die unabhängige Bewertung der Fischerei hat gezeigt, dass der Sardellenbestand im Golf von Biskaya in einem sehr guten Zustand ist. Die Vorgaben bleiben trotzdem streng: so darf jedes Boot beispielsweise nicht mehr als 10 Tonnen pro Tag fangen. Jährliche Kontrollen sorgen dafür, dass bei einer Veränderung des Bestandszustandes umgehend reagiert werden kann. Und auch Wissenschaft und staatliche Institutionen vor Ort haben ein strenges Auge auf die Fischerei. Denn nur wenn ein Fischbestand langfristig stabil ist, kann er auch eine stabile Grundlage für die Fischereigemeinschaften bilden, die von ihm abhängig sind.

Bestandsinformation

FAO Fanggebiet 27 mit Ökoregionen (c) Fischbestände Online verändert nach FAO

... zum Bestand im Golf von Biskaya, Spanien (FAO 27):

Der Bestand ist auf einem gesunden Niveau und hat sich von niedrigen Bestandszahlen mithilfe eines wirksamen Managements erfolgreich erholt. Die Quoten werden angemessen und transparent festgelegt.

 

 

 

 

 

 

 

© Speziesbild: Picture Partners - Fotolia.com | Fischereibild: Javier Lukas | Fanggebiet: Fischbestände Online verändert nach FAO

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