Seabob-Garnele — Marine Stewardship Council
Benutzerspezifische Werkzeuge
Anmelden
Sie sind hier: Startseite Fischereien Fisch-ABC Seabob-Garnele

Seabob-Garnele

Seabob-Garnele+++ Xiphopenaeus kroyeri +++ Alter Ø 18 Monate +++ bis 140 mm lang +++

Die Seabob-Garnele gehört zu den Zehnfußkrebsen und ist die einzige Art der Gattung Xiphopenaeus im Westatlantik. Sie erreicht eine maximale Gesamtlänge von 70 bis 140 mm, ist schnell wachsend mit einem hohen Reproduktionspotenzial. Die Seabob-Garnele lebt im westlichen Atlantik vor North Carolina, im Golf von Mexiko, in der Karibik bis hin zur brasilianischen Küste. Da besonders die erwachsenen Tiere auch Süßwasser tolerieren, findet man diese Garnele oft in Flussmündungen.

 

© Joerg Lehmann, MSC – Klassischer Cocktail von EismeergarnelenRezepte mit Garnelen >> 

 

 

 

 

 

Beispiel einer MSC-zertifizierten Fischerei

Atlantische Seabob-Garnele, Suriname: Suriname Atlantic seabob shrimp

Seabob Suriname Boot (c) Tomas WillemsIm November 2011 wurde die Fischerei auf Atlantischen Seabob in Suriname, einem kleinen Nachbarland von Brasilien, die weltweit erste MSC-zertifizierte tropische Garnelenfischerei. Im Laufe der MSC-Zertifizierung wurden vom Management wichtige Veränderungen für die Fischerei eingeführt. Die von der Fischerei verwendeten Schleppnetze sind relativ leichte Twin Rigs, jeweils zwei Paare pro Kutter, mit Scherbrettern aus Holz. Sie werden vor allem auf festen Sand- und Lehmböden eingesetzt, die relativ widerstandsfähig sind. Ein Gitter im Grundschleppnetz agiert als Barriere für größere Lebewesen wie Schildkröten. Durch eine Öffnung im Netz kann der vom Gitter aufgehaltene Beifang zurück ins Meer schwimmen. Wissenschaftliche Fangversuche haben gezeigt, dass so der Beifang um 12 bis 40 Prozent reduziert wird. Eine Studie im Jahr 2012 zeigte darüber hinaus, dass Netze mit einem Fluchtfenster über ein Drittel weniger Rochen mitfangen als Netze ohne Fluchtfenster. Trotz dieser Erfolge arbeitet die Fischerei weiter daran, ihren Beifang noch stärker zu reduzieren.

Seabob Suriname Körbe (c) Tomas WillemsZum Schutz der Laichgründe verschiedener Fischarten wurde eine große Küstenzone für den Einsatz von Grundschleppnetzen, also auch für die Garnelenfischerei, gesperrt. Im Rahmen einer Zertifizierungsauflage wird die Fischerei ihre Fanggründe kartieren, um diese noch besser zu kennen. Ein Forschungsprojekt hierzu wurde bereits gestartet.

Nach einer einwöchigen Fangfahrt wird der Atlantische Seabob im Hafen gelöscht und nur 50 Meter von der Anlandestelle entfernt verarbeitet. Mithilfe von Maschinen wird er gepult, anschließend schockgefrostet und nach Europa verschifft. MSC-zertifizierten Atlantischen Seabob kann man sogar in der Luft verspeisen, auf manchen Flügen der ebenfalls MSC-zertifizierten Fluggesellschaft Suriname Airways.

 

Bestandsinformation

FAO Fanggebiet 31 mit Ökoregionen (c) Fischbestände Online verändert nach FAO

...zum Bestand im mittleren Westatlantik (FAO 31):

Der Bestand des Atlantischen Seabob ist in einem guten Zustand und wird monatlich überprüft. Die Intensität der Fischerei ist angemessen und wird gesenkt, wenn die Fangmenge abnimmt, womit eine nachhaltige Nutzung des Atlantischen Seabob gewährleistet ist.

 

 

 

© Speziesbild: MSC | Fischereibilder: Tomas Willems | Fanggebietskarten: Fischbestände Online verändert nach FAO

Artikelaktionen