Seelachs — Marine Stewardship Council
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Seelachs

+++ Pollachius virens +++ auch Köhler genannt +++ Größe: Ø 70 cm +++ kann über 25 Jahre alt werden +++

Seelachs © Scandinavian Fishing Year BookDer im gesamten Nordatlantik vorkommende Seelachs ist nicht mit dem Lachs verwandt und war bis zum Ersten Weltkrieg nur unter dem Namen Köhler bekannt. In dieser Zeit dann, als Atlantische Lachse in den Flüssen ausblieben und Importe rar waren, wurde als Ersatz für den echten Lachs ein neues Produkt erfunden: rot gefärbte, gesalzene und in Öl eingelegte Köhlerscheiben. Dabei blieb man aber stets bei der Wahrheit und nannte das Ganze »Lachsersatz«. Da der Köhler als Lachsersatz zur Erfolgsgeschichte wurde, taufte man den wenig beliebten Köhler kurzerhand auf Seelachs. Bis dahin war der Köhler wegen der leicht dunklen Färbung seines Fleisches kaum gefragt. Heutzutage spielt er eine bedeutende Rolle für die deutsche Fischerei. Er hat ein pikantes Aroma und ist in der Küche vielseitig einsetzbar. Mittlerweile wird für den Lachsersatz übrigens meist Alaska-Seelachs verwendet – als Seelachsersatz quasi.

Lebensweise

Der Seelachs (Köhler) ist ein Schwarmfisch und lebt in kalten und gemäßigten Meeresregionen in grundnahen Wasserschichten, aber auch pelagisch (freischwimmend) in der Wassermitte. Er ist ein Räuber und ernährt sich von anderen Fischen und Krebsen. Der Seelachs oder Köhler wird in der Regel bis zu 70 cm lang. Es gibt aber auch Ausnahmen von 130 cm Länge und 30 kg Gewicht. Die Fische können über 25 Jahre alt werden. 

Aussehen

Der Seelachs ist ein naher Verwandter des Kabeljaus und des Pollacks, aber von eleganterer Erscheinung. Der Körperbau ist langgestreckt und von dunkler Färbung. Der Rücken ist fast schwarz und von einem dunkeloliven Schimmer überzogen. Die Maulhöhle ist ebenfalls schwärzlich. Die Flossen sind grau, und die Bauchseite weißlich. Zu seinen besonderen Erkennungsmerkmalen gehört der auffallend weit vorstehende Unterkiefer (unterständiges Maul).

 

© Joerg Lehmann, MSC – Ceviche vom Seelachs

Rezepte mit Seelachs >>

 

 

 

 

Beispiel einer MSC-zertifizierten Fischerei

> Deutsche Seelachsfischerei in der Nordsee: Germany North Sea saithe

Kutterfisch Seelachs (c) MSC


Die Kutterfisch-Zentrale ist einer der größten heimischen Erzeuger und Verarbeiter von Nordseefisch. Sie fängt und verwertet 10.800 Tonnen Seelachs pro Jahr. Kutterfisch hat im Jahr 2008 das MSC-Siegel für nachhaltige Fischerei erhalten und war damit der erste deutsche MSC-zertifizierte Fangbetrieb. 2013 erhielten die Kutterfischer das MSC-Siegel zum zweiten Mal. Die Seelachsfischerei der Nordsee ist eine selektive Fischerei, in der über 93 Prozent des Fanges die Zielart, also Seelachs, ausmacht. Die MSC-zertifizierten Fischer setzten sich dafür ein, auf noch mehr Fangfahrten staatliche und wissenschaftliche Beobachter mitzunehmen, damit die Aktivitäten der Fischerei
noch 
besser analysiert werden können. Seit Erteilen des MSC-Zertifikates konnten die Fischer ihren Kabeljaubeifang reduzieren. Offiziell hat die Seelachsfischerei eine Kabeljauquote von zehn Prozent des Gesamtfangs, die sie legal anlanden und verkaufen darf. Die Zertifizierung verlangte jedoch, den Kabeljaubeifang auf unter fünf Prozent zu senken, da der Kabeljaubestand in der Nordsee in einem schlechten Zustand war. Dank Änderungen am Fanggerät konnten die Kutterfischer diese fünf Prozent Reduktion tatsächlich erreichen. Die Kutterfisch-Zentrale verwendet besondere Grundschleppnetze. Sie sind aus einem modernen Material gemacht, das leichter ist als jenes von herkömmlichen Grundscherbrettnetzen. Kürzer gehaltene Schleppkabel sorgen auch dafür, dass die Grundscherbrettnetze den Boden weniger oft berühren. Dadurch wird nicht nur der Meeresboden geschont, auch der Kabeljau profitiert von dieser Art des Fischens: Anders als der Seelachs, der zur Seite flieht, taucht der Kabeljau nach unten ab, wenn er sich bedroht fühlt. Weil das Netz den Boden seltener berührt, kann der Kabeljau meist darunter hinwegtauchen und entkommen. Zusätzlich erleichtern größere Maschen im Vorgeschirr des Netzes dem Kabeljau die Flucht. Das kürzlich beschlossene Discard-Verbot in der EU wurde bei Kutterfisch schon längst umgesetzt. Rückwürfe gibt es auf keinem Schiff der Kutterfischflotte.

Bestandsinformation 

FAO Fanggebiet 27 mit Ökoregionen (c) Fischbestände Online verändert nach FAO

...zum Bestand in der Nordsee (FAO 27):

Die Größe des Bestandes schwankte in den letzten Jahren, blieb jedoch stets oberhalb der Grenze, ab der ein Bestand als überfischt gilt. Da die Nachwuchsproduktion derzeit recht gering ist, musste die Fangmenge entsprechend reduziert werden. Die MSC-zertifizierten Fischereien akzeptieren dies in den politischen Verhandlungen um die Quoten, da so auch das MSC-Zertifikat gesichert ist. Der Seelachsbestand wird also nachhaltig bewirtschaftet und kann sich auf ein robustes Management stützen, das dafür sorgen wird, dass der Bestand auch weiterhin auf einem gesunden Niveau bleibt.

 

 

 

© Speziesbild: Scandinavian Fishing Year Book | Fischereibild: MSC | Fanggebietskarte: Fischbestände Online verändert nach FAO

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