Agenda der Standardaktualisierungen Stand Februar 2018 — Marine Stewardship Council
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Agenda der Standardaktualisierungen Stand Februar 2018

21.02.2018

STANDARDAKTUALISIERUNGEN MSC/ Stand Februar 2018

1. Aktualisierung Umweltstandard

Der MSC Umweltstandard (= Nachhaltigkeitskriterien-Katalog den Fischereien erfüllen müssen, um zertifiziert zu werden) wird alle fünf Jahre aktualisiert. In diese Aktualisierung fließen aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse, aktuelle fischereiliche Entwicklungen sowie - geprüfte und bestätigte - Veränderungsvorschläge externer Stakeholder mit ein. Mitte 2018 beginnen die Konsultationen für die nächste turnusgemäße Aktualisierung unseres Umweltstandards, der dann 2019 in Kraft treten wird. Erfahrungsgemäß werden über 100 Experten und Stakeholder aus aller Welt ihre Expertise in diese Standardüberarbeitung einbringen.

Wichtigster Punkt der kommenden Aktualisierung wird die Frage sein, wie die bisherigen Anforderungen an Fischereien hinsichtlich des Beifangs gefährdeter und geschützter Arten (ETP Species) weiter verbessert werden können.

Hintergrundinformation:
Der MSC-Standard fordert seit jeher deutlich, dass die Tätigkeit einer Fischerei die Regenerierung von ETP-Arten nicht behindern darf. Diese grundsätzliche Anforderung wurde zuletzt im Rahmen der Standardaktualisierung 2014 weiter spezifiziert und verstärkt:

  • Zur Bewertung der Beifangmenge einer Fischerei muss seit 2014 auch die Menge des Beifangs aller anderen zertifizierten Fischereien im selben Fanggebiet mit in Betracht gezogen werden (kumulative Betrachtung der Beifangmenge).
  • Seit 2014 müssen zertifizierte Fischereien regelmäßig und belegbar alternative Methoden zur Minimierung des Beifangs prüfen.
  • Das „Finning“ bei Haien (Abtrennen der Flossen und Rückwurf des Körpers) ist seit 2014 explizit verboten.

Darüber hinaus wurde in der Standardaktualisierung von 2014 auch der Schutz empfindlicher Bodenhabitate in sogenannten „sensiblen Ökosystemen“ (VMEs) in besonderer Weise gestärkt. 

2. Aktualisierung Zertifizierungsrichtlinien

Neben dem Umweltstandard werden auch unsere Zertifizierungsrichtlinien (= Struktur und Ablauf des Zertifizierungsprozesses) regelmäßig aktualisiert. Dies geschieht in etwa alle zwei Jahre. Auch hier fließen aktuelle wissenschaftliche und fischereiliche Erkenntnisse ebenso wie Veränderungsvorschläge externer Stakeholder und NGOs mit ein.
Die Konsultationen für die nächste Aktualisierung unserer Zertifizierungsrichtlinien haben im Frühjahr 2017 begonnen. Änderungen treten seit Beginn dieses Jahres sukzessive in Kraft:

  • Fang mit zertifizierten und nicht-zertifizierten Fangmethoden: Anfang 2017 begannen die Konsultationen zu diesem Thema. Im Januar 2018 wurde das Ergebnis präsentiert: Danach müssen Fischereien beim Fang einer Spezies in Zukunft für sämtliche auf ein und derselben Fangfahrt eingesetzten Fangmethoden zertifiziert sein. Diese Regelung tritt ab August 2018 in Kraft.
  • Auflagenerfüllung: Viele Fischereien werden unter Auflagen MSC-zertifiziert. Diese Auflagen müssen sie innerhalb eines festgelegten Zeitraumes erfüllen, um ihr Zertifikat nicht zu verlieren. Im Herbst 2017 hat der MSC den FAO-akkreditierten Zertifizierungs-Dachverband ASI (Accreditation Services International) damit beauftragt, die Auflagenerfüllung aller MSC-zertifizierten Fischereien zu untersuchen. Das Ergebnis dieser Untersuchung wird ASI im März 2018 veröffentlichen. Sollten sich hierbei Schwächen herauskristallisieren, wird der MSC diese in den aktualisierten Zertifizierungsrichtlinien adressieren.
  • Soziale Anforderungen: Auch die Aufnahme sozialer Anforderungen in den MSC Umweltstandard wurden 2017 umfassend konsultiert. Ende 2017 wurde festgelegt, dass MSC-zertifizierte Fischereien und Unternehmen der Lieferkette in Zukunft sicherstellen müssen, dass bei ihnen weder Zwangsarbeit noch Kinderarbeit stattfindet. Diese Regelung tritt nach einer Übergangsphase mit dem Jahr 2019 voll in Kraft.
  • Qualität externer Gutachter: Um unsere Unabhängigkeit zu wahren, werden Fischereibewertungen nicht durch den MSC selbst, sondern durch unabhängige Gutachter und Experten durchgeführt. Um Bedenken verschiedener NGOs hinsichtlich der Qualität und Glaubwürdigkeit dieser  Zertifizierer gerecht zu werden, hat der MSC im Juni 2017 eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen. Basierend auf deren Empfehlungen wird im Frühjahr 2018 ein Runder Tisch mit anderen Standardsetzern und NGOs stattfinden, um Wege zur Optimierung der Zusammenarbeit mit externen Zertifizierern zu finden. Im August 2017 hat der MSC mit rund 50 Meereswissenschaftlern und Fischereimanagement-Experten ein unabhängiges „Peer Review College“ gegründet, um die Qualität externer „Peer Reviewer“ (Zweit- und Dritt-Gutachter) langfristig sicherzustellen. 
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