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FAQ – Oft gestellte Fragen

Im Gespräch mit dem MSC - Antworten zu häufig gestellten Fragen:

Welche Kriterien umfasst der MSC-Standard für nachhaltige Fischerei?

Bevor eine Fischerei das MSC-Zertifikat erhalten kann, muss Sie sich einer komplexen Bewertung nach dem MSC-Umweltstandard unterziehen. Dieser Standard umfasst drei übergeordnete Prinzipien:

1. Ausreichend große Fischbestände

2. Minimale Einflüsse auf das Ökosystem

3. Wirkungsvolles Fischereimanagement

Vidoes

 

 

 

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Berücksichtigt der MSC-Standard auch soziale Aspekte?

Der MSC-Standard ist in erster Linie ein Umweltstandard und umfasst keinen gesonderten Sozialstandard. Aber selbstverständlich muss jede Fischerei, die für sie geltenden internationalen, nationalen und regionalen Gesetze und Vereinbarungen einhalten, um zertifiziert werden zu können.

Darüber hinaus haben wir Zwangsarbeit als dringendes Thema in der weltweiten Fischerei identifiziert und unsere Anforderungen entsprechend angepasst. Der MSC verurteilt den Einsatz von Zwangsarbeit und alle Formen der menschlichen Ausbeutung in der Fischereiindustrie und den angeschlossenen Sektoren. Unternehmen und Fischereien, die in den letzten zwei Jahren wegen Vorwürfen der Zwangsarbeit verurteilt wurden, sind von einer MSC-Zertifizierung ausgeschlossen. Lesen Sie auch unsere Pressemitteilung zu diesem Thema.

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Wie setzt der MSC die Messlatte zur Beurteilung der Nachhaltigkeit einer Fischerei?

Es gibt unterschiedliche Auffassungen darüber, was „nachhaltige Fischerei“ bedeutet und beinhalten muss. Oft stehen dabei unterschiedliche Fragestellungen  im Vordergrund oder werden vermischt: wissenschaftliche, ethische oder emotionale. Der MSC-Umweltstandard für nachhaltige Fischerei hat den Anspruch, den langfristigen Erhalt von Fischbeständen und Lebensräumen im Meer zu sichern und fußt ausschließlich  auf wissenschaftlichen Erkenntnissen.

Bei der Definition der Kriterien liegt die Herausforderung darin, die Anforderungen wirksam und erfüllbar zugleich zu gestalten. Sind die Kriterien eines Standards zu anspruchslos, werden keine Verbesserungen erzielt. Sind die Kriterien eines Standards so anspruchsvoll, dass keine Fischerei sie anwenden will, kann auch der beste Standard keine Veränderung erwirken.

Der MSC legt sehr großen Wert auf eine transparente und wissenschaftlich präzise Evaluierung seiner ökologischen und strukturellen Auswirkungen und erfasst den Nutzen des MSC-Programms in regelmäßigen Abständen in sogenannten Fortschrittsberichten. Der Fortschrittsbericht 2015 belegt u.a., dass MSC-zertifizierte Fischereien bislang über 600 Verbesserungen umgesetzt haben. Diese haben z.B. zu größeren Beständen, reduziertem Beifang, der Etablierung von Schutzgebieten oder mehr Beobachtern an Bord geführt.

Um wirksame und gleichzeitig erfüllbare Kriterien zu definieren, ist der MSC darauf angewiesen, dass sich die unterschiedlichen „Lager“ an seinem Programm beteiligen: Fischereien, Umweltorganisationen, Forscher, Behörden, etc. Allerdings wollen die unterschiedlichen Lager den MSC alle in ihre jeweilige Richtung ziehen, denn jedes hat seine eigene Vorstellung davon, was Nachhaltigkeit beim Fischfang bedeutet. Der MSC muss also einen Konsens moderieren, der alle Lager so gut wie möglich zufrieden stellt – und trotzdem effektiv und erreichbar ist und auf anerkannten wissenschaftlichen Erkenntnissen beruht.

Die Messlatte, die eine vorbildlich und nachhaltig arbeitende Fischerei überspringen muss, um zertifiziert zu werden, stellt daher einen breiten wissenschaftlichen Konsens dar, der von über 200 Wissenschaftlern, Umweltschützern und anderen Interessengruppen während eines zweijährigen Prozesses (1997-1999) definiert wurde.

Wir haben unseren Standard und dessen Kriterien jedoch nicht in Stein gemeißelt. Auch die Fischereiwissenschaft entwickelt sich weiter und so ist es unerlässlich, den MSC-Standard in regelmäßigen Abständen zu überprüfen und, wo nötig, an wissenschaftliche „Beste Praxis“ anzupassen. Neue und anerkannte Forschung stärkt unser Wissen und unser Verständnis für das Leben in den Meeren. Es ist wichtig, dass unser Umweltstandard jederzeit wissenschaftlich robust, effektiv und relevant ist. Die Überarbeitung des MSC-Umweltstandards erfolgte zuletzt von 2012 bis 2014 und umfasste eine einjährige Konsultationsphase mit über 70 Experten aus Industrie, Wissenschaft und Umweltschutz. Die damit einhergehenden aktualisierten Zertifizierungsanforderungen legen die Messlatte für einige wichtige Themen höher, darunter Beifangminimierung, empfindliche Meeresökosysteme und Zwangsarbeit.

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Was hat es mit den verschiedenen Punktwerten bei einer MSC-Bewertung auf sich?

Die Bewertung einer Fischerei nach dem MSC-Standard ist ein sehr komplexes, wissenschaftsbasiertes Verfahren, über das die Bestandssituation, die Auswirkungen der Fischerei auf das Ökosystem und das Management der Fischerei bewertet werden. Der MSC- Standard beruht auf drei Prinzipien, die in der Praxis anhand von 28 Leistungsindikatoren abgefragt und untersucht werden.

Fischereien werden mit unterschiedlich guten Bewertungen zertifiziert, doch ausnahmslos alle Fischereien müssen den Mindestanspruch an Nachhaltigkeit erfüllen. Wo die Fischereien sich noch verbessern können, werden ihnen Auflagen gemacht. Erfüllen sie diese nicht im vorgegebenen Zeitraum, so riskieren sie, dass ihnen das MSC-Siegel wieder entzogen wird – zuletzt geschehen bei der portugiesischen Sardinenfischerei und bei den Makrelenfischereien im Nordostatlantik. Dies übt Druck auf die Fischereien aus, sich weiterhin zu verbessern und hat bislang zu vielen Verbesserungen bei der Befischung unserer Meere geführt. Kein anderes Nachhaltigkeitsinstrument für Fischereien kann eine solch positive Bilanz vorweisen. Erfahren Sie mehr im MSC-Fortschrittsbereicht 2015.

Für jeden der 28 Leistungsindikatoren werden im Rahmen einer MSC-Bewertung 1 bis 100 Punkte vergeben, wobei die Punktwerte 60, 80 und 100 unterschiedliche Leistungsniveaus darstellen, die jedoch nicht mit Prozentwerten gleichgesetzt werden können. Jede Fischerei greift in das Ökosystem ein und hat Auswirkungen auf den Lebensraum Meer und die Fischbestände. Daher wird es weltweit keine Fischerei geben, die in allen Leistungsindikatoren mit 100 Punkten abschneiden kann. Für eine MSC-Zertifizierung dürfen die Auswirkungen der Fischerei jedoch nicht die  Funktionsfähigkeit des Ökosystems gefährden. Kleine Schwächen können durch Stärken anderswo ausgeglichen werden, dürfen aber nirgendwo schlechter als 60 Punkte abschneiden. Diese Grenze stellt sicher, dass die grundlegenden biologischen und ökologischen Prozesse aller von der Fischerei beeinflussten Komponenten jetzt und in Zukunft unbeeinträchtigt sind.

Jeder Indikator, der eine Beurteilung von weniger als 80 Punkten erhält, wird mit einer Auflage versehen, die von der Fischerei während der Laufzeit ihres Zertifikates (also innerhalb von fünf Jahren) erfüllt werden muss. Die über das Erfüllen von Auflagen erzielten Verbesserungen sind ein wichtiger Mechanismus, um eine nachhaltigere Befischung unserer Meere herbeizuführen. Ob die Fischerei ihre Auflagen angemessen umsetzt, wird jährlich vom zuständigen unabhängigen Zertifizierer überprüft. Lesen Sie mehr in der MSC-Theorie des Wandels.

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Was sind Zertifizierungsauflagen?

Eine Fischerei, die das MSC-Siegel erhält, arbeitet nachhaltig. Aber selbst der beste Schüler ist selten perfekt. Die drei Nachhaltigkeitsprinzipien des MSC werden über 28 Leistungsindikatoren abgeprüft. Oft gibt es einzelne Leistungsindikatoren, in denen eine Fischerei die 80-Punkte-Marke noch nicht erreicht hat – obgleich die Mindestanforderungen für eine MSC-Zertifizierung erfüllt wurden. Deshalb muss die Fischerei innerhalb der nächsten fünf Jahre einige „Hausaufgaben“ – im Fachjargon „Zertifizierungsauflagen“ – erfüllen, deren Fortschritt regelmäßig kontrolliert wird. Die jährlichen Überwachungsberichte zeigen dann, ob die Umsetzung aller Auflagen angestoßen wurde. Für die meisten Zertifizierungsauflagen müssen zu den jährlichen Überwachungsaudits Ergebnisse vorgelegt werden. Zum vierten Überwachungsaudit (also fünf Jahre nach der Zertifizierung) müssen die „Hausaufgaben komplett erledigt“ worden sein. Wenn sich herausstellt, dass eine Fischerei faul ist und sich nicht um ihre Hausaufgabe kümmert, wird ihr das MSC-Zertifikat aberkannt – erfreulicherweise haben wir nur wenige schlechte Schüler. Lesen Sie mehr über die „guten Schüler“ in unserem jährlichen Fortschrittsbericht.

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Welche Fischereien können sich nach MSC-Standard zertifizieren lassen?

In Übereinstimmung mit den Forderungen der Welternährungsorganisation (FAO) zur Ökokennzeichnung von Fisch aus Wildfang schließt der MSC keinen Fischereityp von einer Bewertung aus – abgesehen von der illegalen Gift- und Sprengstofffischerei und dem Fang von Säugetieren. Als ergebnisorientiertes Programm fordern wir stattdessen, dass alle Fischereien, die eine MSC-Zertifizierung anstreben, die wissenschaftlich gestützten Prinzipien und Kriterien des MSC-Standards erfüllen müssen. Erfahren Sie mehr über die MSC-Theorie des Wandels.

Folglich steht es allen legalen Fischereitypen offen, sich freiwillig einer MSC-Bewertung zu unterziehen. Dabei werden die Bestandssituation, die Auswirkungen der Fischerei auf das marine Ökosystem und das Management der Fischerei bewertet. Das bedeutet allerdings nicht, dass alle Fischereien eine MSC-Bewertung erfolgreich abschließen. Nur wenn sie im Rahmen der Bewertung beweisen können, dass sie den MSC-Anforderungen gerecht werden, dürfen sie ihren Fang mit dem MSC-Siegel kennzeichnen. 

Sowohl große industrielle Fischereien wie die US-amerikanische Alaska-Seelachs-Fischerei und kleine handwerkliche Fischereien, wie die Zanderfischerei im schwedischen Hjälmarensee, zählen zu den weltweit mehr als 250 Fischereien, die ihren Fang mit dem MSC-Siegel kennzeichnen dürfen. Alle haben in einer unabhängigen Prüfung bewiesen, dass sie die MSC-Kriterien für nachhaltige Fischerei erfüllen und werden regelmäßig von unabhängiger Seite kontrolliert. Einem Fischbestand ist es im Grunde egal, ob er von 1000 kleinen oder von 100 großen Fischereien befischt wird, solange ihm nur so viel entnommen wird, wie wieder nachwachsen kann.

Das Wissen um den Zustand eines Fischbestandes ist hingegen eine wichtige Voraussetzung für eine MSC-Zertifizierung. Ohne Daten lässt sich nämlich nicht beurteilen, ob es einem Fischbestand gut oder schlecht geht. Diese Datenlage ist bei kleineren Fischereien in Entwicklungsländern oft nicht vorhanden. Was der MSC tut, um auch kleinen, handwerklichen Fischereien in Entwicklungsländern die Teilnahme am MSC-Programm zu ermöglichen, können sie in diesem Video sehen

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Welche Fangmethoden können nach MSC-Standard zertifiziert werden?

In Übereinstimmung mit den Forderungen der Welternährungsorganisation (FAO) zur Ökokennzeichnung von Fisch aus Wildfang schließt der MSC keinen Fischereityp von einer Bewertung aus (abgesehen von der illegalen Gift- und Sprengstoff-Fischerei und den Fang von Säugetieren). Als ergebnisorientiertes Programm fordert es stattdessen, dass alle Fischereien, die eine MSC-Zertifizierung anstreben, die wissenschaftlich gestützten Prinzipien und Kriterien des MSC-Standards erfüllen müssen, über welche die Bestandssituation, die Auswirkungen der Fischerei auf das marine Ökosystem und das Management der Fischerei bewertet werden.

Der MSC zielt auf notwendige Änderungen im Management von Fischereien ab und treibt Fortschritte hin zu einer nachhaltigen Arbeitsweise in allen Formen der Fischerei voran. Dies kann jedoch nicht geschehen, indem er Fischereien von seinem Programm ausschließt, sondern indem er Fischereien dazu motiviert ihre Methoden zu verbessern. Erfahren Sie mehr über die MSC-Theorie des Wandels.

Theoretisch kann jede legale Fangmethode – Grundschleppnetze, Langleinen, Stellnetze, Ringwaden, Fallen usw. – unter bestimmten Voraussetzungen und bei angemessenem Management nachhaltig eingesetzt werden. Hier gilt es den Einzelfall zu betrachten um entscheiden zu können, ob eine Fangmethode nachhaltig eingesetzt wird oder nicht. Und genau das passiert in einer MSC-Bewertung.

Unter dem Begriff „Schleppnetze“ z.B. werden viele verschiedene Fanggeräte und Techniken zusammengefasst. Durch die verschiedensten Einsatzmöglichkeiten, Gebiete und Zielarten von Schleppnetzen unterscheiden sich auch die Umwelteinflüsse erheblich. Nicht alle Schleppnetzfischereien sind also zerstörerisch genauso wenig wie alle  Stellnetz-, Fallen,- oder Reusenfischereien per se gut und schonend sind. Hier muss immer der Einzelfall betrachtet werden - und genau das tut der MSC.

Pelagische Schleppnetze werden zum Beispiel durch das freie Wasser gezogen. Sie haben in der Regel keinen Einfluss auf den Meeresboden, weil sie ihn nicht berühren. Grundschleppnetze sind Schleppnetze, die für den Einsatz am Boden oder in Bodennähe konzipiert sind. Die Netze unterscheiden sich je nach Einsatzgebiet und Zielart erheblich. Das sogenannte Grundgeschirr kann aus verschiedenen Materialien (Holz, Metall, Gummi) bestehen, die leichter oder schwerer sind und dementsprechend unterschiedliche Auswirkungen auf den Meeresboden haben.

Der Einfluss kann aber auch je nach Bodenbeschaffenheit unterschiedlich sein.  In Gebieten, die generell stark von Strömungen und/oder Gezeiten beeinflusst sind und dadurch Bodenumwälzungen stattfinden, sind die Auswirkungen eines Grundschleppnetzes in der Regel  überschaubarer, als z.B. auf sensiblen Korallenböden. In manchen Regionen können Grundschleppnetze sogar die ökologisch verträglichere Fangmethode sein. Erfahren Sie mehr in diesem Video.

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Dürfen MSC-zertifizierte Fischereien Beifang haben?

In manchen Fischereien lässt sich Beifang nicht vermeiden, da viele Fischarten nicht in reinen Schwärmen vorkommen, sondern sich mit anderen Arten mischen. In Fischereien, bei denen sich gezielt einzelne Arten fangen lassen, etwa Schwarmfische wie Hering und Makrele, funktioniert die Beifangvermeidung gut. Aber oft landen verschiedene Fischarten im Netz. Im Rahmen einer MSC-Bewertung werden Höhe und Zusammensetzung des Beifangs untersucht, um zu beurteilen, ob die Fischerei nachhaltig arbeitet. Dabei ist die Höhe des akzeptablen Beifangs von Fischerei zu Fischerei unterschiedlich. K.-o.-Kriterien sind bei der Beurteilung des Beifangs wenig zielführend. Fällt in einer Fischerei zum Beispiel ein Beifang in Höhe von acht Prozent an, so ist dies im weltweiten durchschnittlichen Vergleich ein geringer Beifanganteil. Bestehen diese acht Prozent jedoch aus einer Art, die in dem jeweiligen Gebiet als gefährdet gilt, so können auch acht Prozent schon viel zu viel sein. Im Rahmen einer MSC-Bewertung wird deshalb geprüft, ob die Zusammensetzung und die Menge des anfallenden Beifangs negative Auswirkungen auf die beigefangenen Arten haben. Ist dies der Fall, kann die Fischerei nicht zertifiziert werden. Erfahren Sie mehr in diesem Video.

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Woher weiß ich, ob eine Fischart überfischt ist?

 Fast jede Fischart kommt in mehreren Beständen vor. In der Regel sind die verschiedenen Bestände einer Fischart soweit räumlich voneinander getrennt, dass sich die Individuen eines Bestandes nicht mit denen eines anderen Bestandes vermischen. Im Nordostatlantik sind zum Beispiel 13 verschiedene Kabeljaubestände definiert. Einige davon sind in einem guten, einige in einem weniger guten Zustand. Für die Diskussion um die Übernutzung von Fischarten ist es also essentiell wichtig, einzelne Bestände zu betrachten. Denn längst nicht immer wird eine Art komplett überfischt, sondern meist nur ein einzelner Bestand. Zweifellos sind viele Bestände überfischt. Andere aber erholen sich dank eines nachhaltigen Fischereimanagements. Die Bewertung nach MSC-Standard bezieht sich immer auf jenen Bestand, der von der zu zertifizierenden Fischerei befischt wird. Andere Bestände derselben Art werden von der Fischerei nicht beeinflusst, sodass deren Berücksichtigung in einer MSC-Bewertung keinen Sinn machen würde. Die globale Fischerei und ihr Eingriff in das marine Ökosystem sind ein komplexes Thema. „Einfach“ ist das MSC-Siegel jedoch in Hinsicht auf seine Anwendbarkeit für die Verbraucher. Sie brauchen keine Doktorarbeit zu schreiben, um ein Produkt identifizieren zu können, das nachhaltig gefangenen Fisch enthält. Experten haben dies bereits für sie erledigt und ein einziger Blick auf eine MSC-gesiegelte Verpackung genügt, um zu wissen, dass das Produkt aus einem Fischbestand kommt, der in gutem Zustand ist. Erfahren Sie mir in diesem Video.

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Können Fischereien, die überfischte Bestände befischen, MSC-zertifiziert werden?

Die Fischereien, die nach dem MSC-Standard für vorbildlich geführte und nachhaltige Fischereien zertifiziert sind, nutzen ihre Zielartbestände nachhaltig. Dies wurde bereits in mehreren Studien bestätigt. Das heißt, der MSC-Standard lässt keine Zertifizierung von Fischereien zu, deren Zielartbestände nach internationalen Abkommen und nationalem Recht als überfischt gelten. Diese Einschätzung folgt den international abgestimmten und wissenschaftlich anerkannten Definitionen für den Begriff Überfischung, wie ihn die Welternährungsorganisation (FAO) ihrer Bewertung des Zustandes kommerziell genutzter Fischbestände zu Grunde legt und entspricht demnach einem weltweiten wissenschaftlichen Konsens. Eine global agierende Organisation wie der MSC muss bei der Bewertung der Nachhaltigkeit einer Fischerei internationalen Definitionen folgen und kann ihre Kriterien und Standards nicht auf Berechnungs- und Interpretationsansätze von einzelnen Wissenschaftlern abstimmen.

Fischereien werden mit unterschiedlich guten Bewertungen zertifiziert, doch ausnahmslos alle Fischereien müssen den Mindestanspruch an Nachhaltigkeit erfüllen. Wo die Fischereien sich noch verbessern können, werden ihnen Auflagen gemacht. Erfüllen sie diese nicht im vorgegebenen Zeitraum, so riskieren sie, dass ihnen das MSC-Siegel wieder entzogen wird – zuletzt geschehen bei der portugiesischen Sardinenfischerei und den Makrelenfischereien im Nordostatlantik. Dies übt Druck auf die Fischereien aus und hat bislang zu zahlreichen Verbesserungen geführt: u.a. zu größeren Beständen, reduziertem Beifang, der Etablierung von Schutzgebieten oder mehr Beobachtern an Bord der Schiffe. Kein anderes Nachhaltigkeitsinstrument für Fischereien kann eine solch positive Bilanz vorweisen. Lesen Sie mehr im MSC-Fortschrittsbericht.

Die Bestandsgröße ist ein wesentlicher, jedoch nicht der einzige Indikator für die Nachhaltigkeit einer Fischerei. Der MSC-Standard geht weit darüber hinaus und bewertet Fischereien anhand von 28 Indikatoren. Diese betrachten zum Beispiel die Abhängigkeit anderer Tiere von der jeweiligen Fischart, den Einfluss unbeabsichtigter Fänge auf andere Arten sowie die Auswirkungen der angewendeten Fischereimethoden auf die Meeresumwelt. Das Zusammenspiel dieser unterschiedlichen Faktoren entscheidet darüber, ob eine Fischerei als nachhaltig gilt oder nicht. Nur Fischereien, die die Mindestanforderungen des MSC-Standards erfüllen, werden mit dem MSC-Siegel ausgezeichnet. Die MSC-Kriterien für nachhaltige Fischerei werden in diesem Video erklärt.

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Schreibt der MSC den Fischereien vor, wieviel sie fangen dürfen?

Fangquoten werden grundsätzlich von der Politik vorgegeben. Damit Quoten für den jeweiligen Bestand angemessen sind, sollten sie auf Berechnungen der Fischereiwissenschaft basieren. Der Internationale Rat für Meeresforschung (ICES), ein Netzwerk aus 1600 Wissenschaftlern, klassifiziert beispielsweise jährlich den Zustand vieler kommerziell genutzter Bestände im Nordostatlantik. Im Anschluss spricht ICES der Europäischen Union (EU) Fangquotenempfehlungen für einzelne Bestände aus. Die EU diskutiert diese Empfehlungen vor dem Hintergrund sozioökonomischer Überlegungen und legt dann Fangquoten fest, die oft über den wissenschaftlichen Empfehlungen liegen. Es ist also nicht Rolle des MSC Fangquoten festzulegen, da dies im Verantwortungsbereich der Politik liegt. Der MSC-Standard fordert jedoch, dass nachhaltig arbeitende Fischereien ihren Bestand so befischen, dass seine Ertragsfähigkeit langfristig gesichert ist. Hierbei wird auch geprüft, ob die von der Politik festgelegten Fangquoten den wissenschaftlichen Empfehlungen folgen und für eine nachhaltige Bewirtschaftung des Bestandes angemessen sind. Zeigt sich im Rahmen einer MSC-Bewertung, dass ein Bestand unter seinem Grenzwert liegt, also überfischt ist, so erhält die Fischerei kein Zertifikat. Erfahren Sie mehr in diesem Video.

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Umfasst der MSC-Standard Tierwohlaspekte?

Das Fundament des MSC-Umweltstandards bilden folgende drei Prinzipien: 1. Der Fischbestand ist in gutem Zustand
2. Der Lebensraum Meer wird geschont
3. Das Fischereimanagement ist wirkungsvoll
 Kriterien zu den Tötungsmethoden hingegen umfasst der MSC-Umweltstandard für nachhaltige Fischerei nicht. Die Richtlinien des MSC geben weder direkt noch indirekt vor, wie die Fische außerhalb des Wassers getötet werden müssen – sofern Sie nach Anlandung denn noch am Leben sind. Dennoch beschäftigen sich Fischereien und Wissenschaftler mit dieser Frage und arbeiten an Methoden, die das Leid der Fische vermindern sollen. So gibt es beispielsweise an Bord der Boote der MSC-zertifizierten niederländischen Schollenfischerei bereits seit einigen Jahren eine Maschine, durch die die Schollen direkt nach Einholen des Netzes aus dem Netz geleitet werden und mithilfe von Strom betäubt werden. Erst nach dem Betäuben wird der Fisch getötet und weiterverarbeitet. Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass es die vorgeschaltete Betäubung ermöglicht, den Fisch ohne Stress und Schmerzen zu töten. Diese Innovation wurde in dieser Fischerei mehrere Jahre erprobt und hat sich erfreulicherweise als effektiv in der Betäubung – also der Stress- und Schmerzminderung – und gleichzeitig einsetzbar beim Fang einer großen Menge an Fisch herausgestellt. Wir glauben, dass Methoden wie diese auch in anderen Fischereien Einzug halten werden.  

Auch wir persönlich wünschen uns, dass Fische kein unnötiges Leid erfahren müssen – auch wenn am Ende natürlich immer der Tod steht. Allerdings finden wir es tröstlich zu wissen, dass Fische aus Wildfang ihr gesamtes Leben in Freiheit verbracht haben – im Gegenteil zu Säugetieren in Massentierhaltung – und nur diese letzte Lebensphase kritisch ist. Bei Aquakulturen beispielsweise ist die Frage des Tierwohls eine weitaus dringendere. Wenn Sie Fischprodukte mit dem MSC-Siegel kaufen, unterstützen Sie Fischereien, die nachhaltig und verantwortungsbewusst arbeiten und sichern so den Erhalt der Fischbestände für die Zukunft! Eine Aussage über das Tierwohl hingegen wird mit dem MSC-Siegel nicht getroffen.

Wie werden MSC-zertifizierte Fischereien kontrolliert?

Das MSC-Zertifikat einer Fischerei gilt für fünf Jahre. Einmal pro Jahr gibt es Nachfolgeprüfungen, um sicherzustellen, dass die Fischerei den MSC-Anforderungen noch gerecht wird und sich weiterhin verbessert. Als Grundlage der Folgeprüfung dient ein Aktionsplan, der der Fischerei bei Ihrer Zertifizierung auferlegt wurde. Nach fünf Jahren muss die Fischerei den gesamten Bewertungsprozess komplett neu durchlaufen, um erneut zertifiziert zu werden. Bei jeder Bewertung und bei jeder Nachfolgeprüfung können sich interessierte Stakeholder einbringen.

Stellt der Zertifizierer fest, dass die Fischerei die MSC-Anforderungen nicht mehr erfüllt oder ihren Zertifizierungsauflagen nicht nachkommt, wird er der Fischerei, je nach Schwere des Vergehens oder der Nichteinhaltung der Kriterien entweder Auflagen machen, deren Erfüllen die Fischerei innerhalb eines vorgegebenen Zeitrahmens nachweisen muss, oder das Zertifikat entziehen bzw. aussetzen. Je nach Risikolage kann er z.B. auch die Kontrollhäufigkeit erhöhen, die Mitfahrt von Beobachtern auf Fangschiffen anordnen, etc.

Die zertifizierte Sardinenfischerei in der Biskaya hat z.B. im Januar 2012 ihr MSC-Zertifikat verloren, da der Bestand auf ein Niveau gesunken war, das nicht mehr als nachhaltig anzusehen war. Alle zertifizierten Makrelenfischereien des Nordostatlantiks haben im März 2012 ihre Zertifikate verloren, da das Management des Bestandes nicht mehr nachhaltig war. Diese Zertifikate bleiben weiterhin ausgesetzt bis die Fischereien zeigen können, dass das Management der Prämisse der Nachhaltigkeit folgt und sie die Auflagen der Zertifizierer umgesetzt haben.

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Wie wird sichergestellt, dass der MSC-Bewertungsprozess objektiv ist?

Das MSC-Programm ist in hohem Maße transparent und verfolgt einen partizipativen Ansatz. Nicht der MSC sondern Zertifizierungsstellen führen eine Fischereibewertung  nach MSC-Standard durch. Die Zertifizierungsunternehmen und die von ihnen beschäftigten Prüfer sind vom MSC unabhängig. Die Zertifizierung durch unabhängige Dritte bürgt für die Transparenz, Neutralität und Glaubwürdigkeit der MSC-Zertifizierung. Eine Fischereibewertung nach MSC-Standard wird darüber hinaus nicht nur zwischen Zertifizierer und Fischerei ausgehandelt. Die Zertifizierer stellen für jede Bewertung ein erfahrenes und geeignetes Team an externen, wissenschaftlichen Experten zusammen, welche gemeinsam mit dem Zertifizierer die Bewertung vornehmen. Zusätzlich sind vom  ersten Tag der Bewertung an Interessenvertreter dazu eingeladen, sich in die Bewertung einzubringen und Informationen für das wissenschaftliche Expertenteam bereitzustellen bzw. Bewertungen zu kommentieren.

Der MSC verlangt von Zertifizieren, dass sie die Bewertungsergebnisse zu allen einzelnen Indikatoren rechtfertigen und belegen. Die Ergebnisse der Bewertung werden wiederum peer reviewed von weiteren unabhängigen Wissenschaftlern und werden auch der Öffentlichkeit zur Kommentierung zur Verfügung gestellt bevor eine Zertifizierungsentscheidung getroffen wird. Der Zertifizierer ist verpflichtet, auf alle Einwände, Fragen und Bedenken einzugehen und dies schriftlich zu Protokoll zu geben.

Erst nach Abschluss dieses Prozesses veröffentlicht der Zertifizierer den endgültigen Bericht mit allen Ergebnissen der Bewertung. Jeder Interessenvertreter, der sich in die Bewertung eingebracht hat, hat dann die Möglichkeit, Einspruch gegen die Entscheidung des Zertifizierers zu erheben.

Darüber hinaus werden auch die Zertifizierer überwacht und geprüft. Sie müssen einem anderen unabhängigen Unternehmen gegenüber („Accreditation Services International“, ASI) nachweisen, dass sie über die Kompetenz verfügen, MSC-Bewertungen vorzunehmen. ASI wird als „Akkreditierungsgremium“ bezeichnet und „akkreditiert“ einen Zertifizierer, wenn er seine Kenntnis der MSC-Anforderungen für die Bewertung von Fischereien nachgewiesen hat. Nach der Akkreditierung werden Zertifizierer von ASI überwacht, um sicherzustellen, dass sie die MSC-Anforderungen bei ihrer Arbeit einhalten.

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Was unterscheidet eine MSC-Zertifizierung vom Greenpeace Einkaufsratgeber?

Der Greenpeace Einkaufsratgeber Fisch stuft einige Fischereien als rot ein, also als „nicht empfehlenswert“, die zugleich nach dem MSC-Standard für nachhaltige Fischereien zertifiziert sind. Was genau unterscheidet eine MSC-Zertifizierung vom Greenpeace Einkaufsratgeber? Der MSC-Standard wurde im Rahmen einer umfangreichen, weltweiten Beratung mit mehr als 200 Experten aus Wissenschaft, Umweltschutz, Fischereimanagement und Industrie entwickelt. Er stellt einen breiten wissenschaftlichen Konsens darüber dar, was nachhaltige Fischereien ausmacht. Die MSC-Kriterien für nachhaltige Fischerei und das dahinter stehende Zertifizierungsverfahren werden regelmäßig unter Beteiligung dieser Interessengruppen weiter entwickelt.

Der MSC-Standard betrachtet das Management und den Zustand bzw. den Wiederaufbau von Fischbeständen aus langfristiger Perspektive. Fischbestände unterliegen aufgrund von Nachwuchsraten, Raubtier-Beute-Verhältnissen und der Nahrungssituation jährlichen Schwankungen – nicht nur aufgrund der Fischerei. Ein Rückgang des Bestandsniveaus in einem Jahr bedeutet nicht notwendigerweise, dass die Fischerei nicht nachhaltig ist. Doch das Fischereimanagement muss auf eine solche Entwicklung reagieren, Fischereiaktivitäten in Abhängigkeit von der Biomasse reduzieren und Wiederaufbaupläne entwickeln. Diese langfristige Sicht wird von Greenpeace nicht berücksichtigt. Sie sehen häufig eine Bestandsabnahme als Indikator dafür, dass die Fischerei nicht nachhaltig ist.

Ein wichtiger Aspekt des MSC-Programms ist das Definieren von Auflagen, die an die Zertifizierung gebunden sind. Auflagen werden dann gemacht, wenn eine Fischerei zwar die Mindestanforderungen für eine MSC-Zertifizierung erfüllt, aber noch Raum für Verbesserungen zeigt. Die Auflagen verpflichten Fischereien dazu, ihre Leistung kontinuierlich zu verbessern und führen zu langfristigen positiven Veränderungen im Fischereimanagement und in der operativen Arbeit von Fischereien. Das belegen die regelmäßig veröffentlichten Fortschrittsberichte des MSC, die die ökologischen und strukturellen Auswirkungen des MSC-Programms erfassen. Aus dem aktuellen Bericht 2015 geht hervor, dass MSC-zertifizierte Fischereien seit dem Jahr 2000 insgesamt 615 Verbesserungen erzielt haben. Um nur einige konkrete Beispiele zu nennen: Die Hokibestände vor Neuseeland sind nach einem starken Einbruch zwischen 2001 und 2009 heute wieder auf gesundem Niveau, die südafrikanische Kap-Seehechtfischerei hat ihren Beifang an Albatrossen um über 99 Prozent gesenkt und in Südgeorgien führten die Zertifizierungsauflagen der Fischerei auf Schwarzen Seehecht zu strengeren Kontrollmaßnahmen: unabhängige Beobachter begleiten jede Fangfahrt. Darüber hinaus hat die MSC-Zertifizierung zu drei neuen Schutzgebieten im Fanggebiet der Fischerei beigetragen. Solche Verbesserungen können durch Einkaufsratgeber nicht herbeigeführt werden.

Greenpeace hat abgesehen hiervon beschlossen, dass manche Fanggeräte generell inakzeptabel sind, beispielsweise Grundschleppnetze. Der MSC-Standard nimmt keine solchen Verallgemeinerungen vor, da jede Fischerei unter individuellen Bedingungen operiert. Deswegen wird in einer MSC-Bewertung immer der Einzelfall geprüft, d.h. wie das jeweilige Fanggerät in dem spezifischen Meeresgebiet auf die befischte Art eingesetzt wird. Es gibt unterschiedliche Grundschleppnetze, die sich in ihren Auswirkungen unterscheiden, es gibt unterschiedliche Arten von Meeresböden, die unterschiedlich empfindlich sind und es gibt Fischarten, die aufgrund ihrer biologischen Eigenschaften anfälliger sind für Überfischung als andere. Diesen Umständen trägt die MSC-Bewertung Rechnung.

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Was bringt MSC den Meeren?

Intakte Fischbestände, weniger Beifang, mehr Schutzgebiete, stärkere Kontrollen und detaillierte Forschung: MSC-zertifizierte Fischereien tragen dazu bei, den Lebensraum Meer für die Zukunft zu erhalten. Das belegen die regelmäßig veröffentlichten Fortschrittsberichte des MSC, die die ökologischen und strukturellen Auswirkungen des MSC-Programms erfassen. Aus dem aktuellen Bericht 2015 geht hervor, dass MSC-zertifizierte Fischereien seit dem Jahr 2000 insgesamt 615 Verbesserungen erzielt haben. Um nur einige konkrete Beispiele zu nennen: Die Hokibestände vor Neuseeland sind nach einem starken Einbruch zwischen 2001 und 2009 heute wieder auf gesundem Niveau, die südafrikanische Kap-Seehechtfischerei hat ihren Beifang an Albatrossen um über 99 Prozent gesenkt und in Südgeorgien führten die Zertifizierungsauflagen der Fischerei auf Schwarzen Seehecht zu strengeren Kontrollmaßnahmen: unabhängige Beobachter begleiten jede Fangfahrt. Darüber hinaus hat die MSC-Zertifizierung zu drei neuen Schutzgebieten im Fanggebiet der Fischerei beigetragen.

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Was bringt MSC den Fischern?

Eine MSC-Zertifizierung bringt den Fischern vielseitige Vorteile: Einige berichten etwa, dass sie aufgrund des MSC-Zertifikats höhere Erzeugerpreise für ihren Fang bekommen. Anderen hat die Zertifizierung dabei geholfen, Kunden langfristig zu binden, neue Absatzmärkte zu erschließen oder Arbeitsplätze zu sichern. So erhalten die zertifizierten deutschen Heringsfischer in der Ostsee dank des MSC-Siegels bis zu 30 Prozent mehr Geld pro Kilo Hering und in Südafrika hat die Zertifizierung der Kap-Seehechtfischerei indirekt dazu beigetragen, rund 12.000 Arbeitsplätze im Fischereisektor und den abhängigen Wirtschaftszweigen zu sichern. Dies bestätigten vergangenes Jahr zwei unabhängige Studien.

Aber auch der Reputationsgewinn oder die Bestätigung der nachhaltigen Arbeitsweise durch unabhängige Dritte können Gründe für eine MSC-Zertifizierung sein.

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Haben MSC-zertifizierte Produkte eine bessere Qualität?

Ziel des MSC ist es, dafür zu sorgen, dass es auch in Zukunft ausreichend Fisch gibt und dass die Lebensräume in den Meeren erhalten bleiben. Wir betrachten keine Gesundheits- oder Qualitätsaspekte, sondern möchten Verbraucherinnen und Verbrauchern mithilfe des MSC-Siegels die Möglichkeit geben, nachhaltig gefangenen Fisch zu wählen. Für die Qualität und die Sicherheit der Produkte sind die Hersteller verantwortlich – sowie erfreulicherweise die im deutschsprachigen Raum geltenden Standards und Gesetze. Der MSC-Standard ist ein Umweltstandard, aber kein Qualitätsstandard.

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Gibt es das MSC-Siegel auch auf gezüchtetem Fisch?

Unser Logo findet man ausschließlich auf Produkten des Wildfangs. Fischzuchten spielen jedoch eine immer wichtigere Rolle und müssen ebenfalls auf nachhaltige Weise durchgeführt werden. In Ergänzung zum MSC hat die Umweltorganisation WWF den ASC gegründet. Das Kürzel steht für „Aquaculture Stewardship Council“ und sein Siegel zeichnet nachhaltig arbeitende Fischzuchten aus. Ähnlich wie der MSC ist der ASC eine Organisation, die auf Unabhängigkeit, Transparenz und Objektivität setzt.

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Ist „MSC“ wirklich dort drin wo es drauf steht?

Neben der Fischereizertifizierung umfasst das MSC-Programm auch einen Rückverfolgbarkeits-Standard für die Zertifizierung von Unternehmen der Lieferkette. Um das MSC-Siegel nutzen zu können, müssen alle Firmen, die zertifizierten Fisch verarbeiten, ein System zur Rückverfolgung etablieren und sicherstellen, dass es nicht zum Vermischen/Verwechseln/Vertauschen von zertifiziertem mit anderem Fisch kommt. Unabhängige Audits bestätigen den unverfälschten Weg des Produktes durch die Verarbeitungskette. Das MSC-System für die Lieferkette gibt Käufern die Gewissheit, dass sie tatsächlich Fisch aus einer MSC-zertifizierten nachhaltigen Fischerei erhalten. Regelmäßige vom MSC durchgeführte DNA-Tests geben Verbrauchern darüber hinaus ein hohes Maß an Sicherheit, dass MSC-gekennzeichnete Produkte tatsächlich aus MSC-zertifizierten Fischereien stammen.

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Wie werden Unternehmen der Lieferkette kontrolliert?

Das MSC-Zertifikat für Unternehmen der Lieferkette gilt für drei Jahre. Einmal pro Jahr müssen sie standardgemäß ein Kontrollaudit durchlaufen, um zu prüfen, ob die Anforderungen des MSC-Rückverfolgbarkeits-Standards weiterhin eingehalten werden. Hier führt der Zertifizierer u.a.  stichprobenmäßig eine Mengenbilanzanalyse durch, um sicherzustellen, dass maximal so viel MSC-zertifizierte Ware eingekauft wie verkauft wurde. Nach drei Jahren wird in jedem Fall die Re-Zertifizierung fällig um weiterhin MSC-gekennzeichnete Produkte verkaufen zu dürfen. Sollten zwischendurch Verdachtsmomente auftauchen, die eine Substitution von MSC-Ware mit konventioneller Ware vermuten lassen, so führen die Zertifizierer kurzfristige oder unangekündigte Audits durch, um die Angelegenheit zu überprüfen. Je nach Schwere des Vergehens oder der Nichteinhaltung der Kriterien werden dem Unternehmen entweder Auflagen gemacht, deren Erfüllen es innerhalb eines vorgegebenen Zeitrahmens nachweisen muss, oder das Zertifikat wird ausgesetzt bzw. entzogen.

Darüber hinaus kauft der MSC jedes Jahr weltweit mehrere hundert MSC-Produkte in unterschiedlichen Ländern ein, um DNA-Analysen durchführen zu lassen und führt jährlich mehrere Rückverfolgbarkeits-Checks durch, um einzelne Produkte bis zur zertifizierten Fischerei zurückzuverfolgen.

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Wieso ist das MSC-Siegel in Deutschland auf so vielen Produkten zu finden?

Deutschland ist erfreulicherweise absoluter Spitzenreiter, wenn es um Fischprodukte aus MSC-zertifizierter nachhaltiger Fischerei geht. Der MSC-Anteil an Wildfisch liegt in Deutschland (ganz grob geschätzt) bei 60 Prozent. Schauen Sie sich hierzu auch die Infografik "15 Jahre MSC in Zahlen" an.  

Warum ist das so? Zum einen ist dies im Konsumverhalten für Fisch und Meeresfrüchte der deutschen Verbraucherinnen und Verbraucher begründet. Die Deutschen mögen gerne weißfleischigen Fisch (22,3 % des Fischkonsums in Deutschland entfallen auf Alaska-Seelachs, 16,2 % auf Hering) und rund 75 Prozent des Fischkonsums entfallen auf nur wenige verschiedene Arten. Hinzu kommt, dass die Lieblingsspeisefische der Deutschen in großen Mengen zertifiziert verfügbar sind: Alaska-Seelachs ist beispielsweise die größte Fischerei im MSC-Programm und auch Hering ist in großen Mengen zertifiziert (18 MSC-zertifizierte Heringsfischereien), was natürlich das Angebot von MSC-zertifizierten Produkten für den Handel erleichtert. Ganz anders sieht das z.B. in Frankreich oder Spanien aus, wo der Fischkonsum viel diversifizierter ist. Zum anderen sind Umweltorganisationen in Deutschland schon lange sehr aktiv in ihrer Aufklärungsarbeit und halten Verbraucherinnen und Verbraucher kontinuierlich zu einem bewussten und nachhaltigen Fischkonsum an und arbeiten u.a. auch mit dem Handel zusammen (z.B. WWF und Edeka), um Unternehmen bei der Umstellung ihres Fischsortiments zu unterstützen. Auch ist die Struktur des Einzelhandels bei uns recht kompakt, was die „Überzeugungsarbeit“ von Umweltorganisationen, dem MSC und dem bewussten Verbraucher deutlich erleichtert. Nicht zuletzt sind Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland generell recht offen für Umweltthemen, Umweltsiegel und einen bewussten Konsum.

Global betrachtet ist das Bewusstsein für die Notwendigkeit von mehr Nachhaltigkeit im Fischereisektor jedoch immer noch gering. Dass heute 10 Prozent des weltweiten Wildfangs das MSC-Siegel tragen dürfen, ist ein großer Erfolg. Allerdings bewegen wir uns damit immer noch in einer Nische. Unseren Auftrag erledigt haben wir erst, wenn sich 100 Prozent der Verbraucher und auch 100 Prozent der weltweiten Fischereien für eine nachhaltige Arbeitsweise entscheiden. Wir haben also noch einen langen Weg vor uns.

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Warum findet man das MSC-Siegel auch beim Discounter?

Der MSC will durch sein Zertifizierungsprogramm für Fisch aus nachhaltiger Fischerei, die Fischereiindustrie in nachhaltige Bahnen lenken und damit die Gesundheit unserer Meere und Fischbestände bewahren. Ein wichtiger Ansatz bei diesem Ziel ist es, einen Markt, also Abnehmer für Produkte aus nachhaltiger Fischerei zu schaffen. Discounter sind dabei ein ebenso wichtiger Vertriebszweig wie „normale“ Supermärkte oder der Fischfachhandel.

Über 90 Prozent der deutschen Verbraucherinnen und Verbraucher kaufen gelegentlich oder regelmäßig im Discounter ein. Es wäre eine verpasste Chance, diesen wichtigen Vertriebszweig prinzipiell auszuschließen. Das Anbieten von MSC-zertifizierten Produkten bei Discountern sowie die günstigen Eigenmarken der Einzelhändler erhöhen die Nachfrage nach MSC-zertifizierten Produkten und motivieren somit Fischereien, sich nach MSC-Standard zertifizieren zu lassen und nachhaltig zu arbeiten. Von diesen Absätzen profitieren also jene Fischereien, die nachhaltig arbeiten und Fisch und Meeresfrüchte umweltverträglich fangen.

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Warum kann ich dem MSC-Siegel trauen?

Verbraucher sind einer enormen Informationsflut ausgesetzt, die es unmöglich macht, in allen Bereichen Experte zu sein. Und genau dafür wurde das MSC-Siegel entwickelt. Es gibt Fischliebhabern mit einem Blick auf die Verpackung die Gewissheit, dass es sich um ein Produkt aus nachhaltiger Fischerei handelt. Um die Seriosität eines Zertifikates zu beurteilen, bieten vor allem zwei Organisationen Hilfestellung im Siegeldschungel: die Welternährungsorganisation FAO und die Dachorganisation für Nachhaltigkeitssiegel ISEAL. Beide haben Richtlinien für glaubwürdige Zertifizierungsprogramme definiert. Der MSC verwaltet im Fischereibereich das einzige Zertifizierungsprogramm, das sowohl den FAO- als auch den ISEAL-Ansprüchen vollständig gerecht wird. Dies stärkt neben der Rückverfolgbarkeit MSC-zertifizierter Produkte das Vertrauen in das MSC-Siegel als ein glaubwürdiges Instrument, um nachhaltig gefangenen Fisch zu identifizieren – für Verbraucher wie für Handelsunternehmen.

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Wie finanziert sich der MSC?

Der MSC ist eine gemeinnützige Einrichtung, die aus der Zertifizierung von Fischereien keine Gelder erhält. Das MSC-Budget stammt aus Fördermitteln und aus Lizenzgebühren, die Produzenten und Händler für die Nutzung des MSC-Siegels auf MSC-zertifizierten Fischprodukten an den MSC abführen. Die Lizenzgebühren werden vollständig in das MSC-Programm reinvestiert und beispielsweise für die Weiterentwicklung der Standards und für Forschungsarbeiten ausgegeben. So stellt der MSC sicher, dass neue, wissenschaftlich anerkannte Erkenntnisse in seinen Anforderungen Berücksichtigung finden und die MSC-Kriterien weltweiter Best Practice entsprechen. Schauen Sie sich hier eine genaue Aufstellung unserer Finanzen an.

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