18,9% der weltweiten Fangmenge kommt aus nachhaltiger, MSC-zertifizierter Fischerei. Damit befinden wir uns immer noch in einer Nische. Und doch leistet jede einzelne zertifizierte Fischerei einen wichtigen Beitrag zum Erhalt von Fischbeständen und marinen Ökosystemen.
MSC-zertifizierte Fischerei
Ungefähre Lage MSC-zertifizierter Fischereien
Zertifizierungsstatus einer Fischerei
Zertifiziert
Eine Fischerei mit dem Status "zertifiziert“ hat den strengen MSC‑Umweltstandard erfolgreich erfüllt. Das bedeutet, dass unabhängige Gutachter nach einem mehrmonatigen Bewertungsverfahren geprüft haben, dass die Fischerei einen gesunden Fischbestand befischt, die marinen Lebensräume und Nicht‑Zielarten schont und über ein funktionierendes, wissenschaftlich fundiertes Management verfügt.
Die Zertifizierung gilt in der Regel fünf Jahre und wird durch jährliche Kontrollen begleitet. Produkte aus zertifizierten Fischereien dürfen das blaue MSC‑Siegel tragen.
In Bewertung
Der Status "in Bewertung" bezeichnet Fischereien, die sich aktuell im formellen Zertifizierungsprozess befinden. Unabhängige Gutachter prüfen umfassend Fangmethoden, Bestandsdaten und Managementsysteme. Während dieser Phase darf das MSC‑Siegel noch nicht verwendet werden.
Im Fischerei‑Verbesserungsprogramm
Fischereien, die den MSC‑Standard noch nicht erfüllen, können am MSC Fischerei‑Verbesserungsprogramm teilnehmen. Ziel ist es, innerhalb eines klar definierten Zeitraums messbare ökologische Verbesserungen zu erreichen. Produkte aus diesem Programm dürfen das MSC‑Siegel nicht tragen, können auf der Rückseite der Verpackung jedoch einen Hinweis auf die Teilnahme am Verbesserungsprogramm ausweisen.
Suspendiert
Ein suspendierter Status bedeutet, dass eine zuvor zertifizierte Fischerei die MSC‑Anforderungen aktuell nicht erfüllt. Während die Fischerei suspendiert ist, darf das MSC‑Siegel nicht genutzt werden. Nach Behebung der Mängel kann die Zertifizierung wieder aufgenommen werden.
Vier Fischereibeispiele
Chilenische Krebsfischerei
Die MSC-zertifizierte chilenische Krebsfischerei arbeitet mit Forschern zusammen, um ihre Fischgründe zu kartieren - ein wichtiger wissenschaftlicher Beitrag.
Langleinen-Thunfischfischerei auf Fidschi
Langleinenfischerei hat oft viel Beifang, doch die Langleinen-Thunfischfischerei in Fidschi arbeitet dank verschiedener Maßnahmen zur Beifangreduzierung beispielhaft nachhaltig.
Kabeljau- und Schellfischfischereien in der Barentssee
In der Barentssee leben der arktische Kabeljau und der Schellfisch, deren Bestände sich dank guten Fischereimanagements und internationaler Zusammenarbeit erholen konnten.
Oregon Garnelenfischerei
Die MSC-zertifizierte Garnelenfischerei in Oregon im Westen der USA unterstützt mit ihren innovativen Maßnahmen den Erhalt von kleinen, weniger bekannten Fischarten.
Fischereigeschichten
Quelle: FAO SOFIA 2024
Die weltweite Fischerei in Zahlen
185,4 Mio.
Tonnen Fisch und Meeresfrüchte werden im Jahr 2020 produziert
91 Mio.
Tonnen Fisch und Meeresfrüchte stammen aus Wildfang
51 Prozent
der weltweiten Produktion an Fisch und Meeresfrüchten stammen aus Aquakultur
61,8 Mio.
Menschen sind in der Fischerei oder Aquakultur tätig (primärer Sektor)
4,9 Mio.
Boote sind zum Fischfang auf den Meeren unterwegs (2/3 davon motorisiert)
472 Mrd. USD
Mit diesem Wert gehören Fisch und Meeresfrüchte zu den meistgehandelten Gütern der Welt
Fischereibericht Deutschland 2022
Fischereisuche
Da das MSC-Programm auf Transparenz basiert, wird der Status jeder Fischerei im Programm öffentlich zugänglich gelistet. In der Fischereisuche (engl.) erfährt man, welche Fischereien am Programm teilnehmen und findet alle Dokumente zur Bewertung und Zertifizierung.


