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Wie wir die globale Fischerei nachhaltiger machen

Fünf wichtige Hebel unserer Arbeit

Der MSC hat den Anspruch, die globale Fischerei insgesamt in ökologisch nachhaltigere Bahnen zu lenken.

Statt nur wenige sehr gute Fischereien auszuzeichnen, möchten wir eine Dynamik schaffen, die viele Fischereien weltweit dazu bewegt, sich signifikant und kontinuierlich zu verbessern.

Um dieses Ziel zu erreichen, greift unser Programm auf fünf Hebel zurück: 

Unsere Arbeit fußt auf der Tatsache, dass wirtschaftliche Anreize einen besonders effektvollen Hebel für die Umsetzung von mehr Nachhaltigkeit darstellen: Fordern Supermärkte, Fischhändler oder Verarbeiter einen ökologischen „Nachhaltigkeitsnachweis“ als Voraussetzung für ihren Fischeinkauf, sind Fischereien eher bereit, notwendige Veränderungen an ihren Fangaktivitäten vorzunehmen und ein so komplexes Unterfangen wie eine MSC-Bewertung auf sich zu nehmen.

Deshalb haben wir in den vergangenen 30 Jahren viele Händler und Verarbeiter in aller Welt davon überzeugt, einen solchen ökologischen "Nachhaltigkeitsnachweis" für ihren Fisch zu verlangen. Der ökologische Nachhaltigkeitsnachweis für Handel und Hersteller ist das MSC-Zertifikat - für VerbraucherInnen ist es dann das MSC-Siegel auf einem Produkt.  

Die hohen Anforderungen des MSC-Umweltstandards führen dazu, dass viele Fischereien zunächst Verbesserungen umsetzen müssen, bevor sie ein Zertifizierungsverfahren starten.

Fischereien, die ihre Fangaktivitäten zertifizieren lassen möchten, lassen in der Regel zunächst eine vertrauliche Vorbewertung machen. Dabei wird geprüft, ob eine spätere Vollbewertung - also der öffentliche MSC-Zertifizierungsprozess - theoretisch überhaupt eine Chance auf Erfolg hätte. Die überwältigende Mehrheit aller Fischereien fallen in dieser Vorbewertung durch - sie erfüllen einzelne oder mehrere der MSC-Zertifizierungskriterien schlicht noch nicht! Ein Teil dieser Fischereien arbeitet dann viele Monate oder gar Jahre, daran, die in der Vorbewertung identifizierten Mängel zu beheben, um sich anschließend in eine Vollbewertung – den MSC Zertifizierungsprozess – zu begeben.

Während das Vorverfahren vertraulich zwischen Zertifizierer und Fischerei ist und wir keine Auskünfte über die Antragsteller geben können, ist das Hauptverfahren öffentlich und vollkommen transparent.

 

Fangaktivitäten, die mit dem MSC-Siegel ausgezeichnet werden, müssen alle Nachhaltigkeits-Kriterien des MSC Umweltstandards erfüllen.

Aber wie in der Schule sind auch in der Fischerei selbst die Besten selten perfekt. Und dort, wo es noch Raum zu Verbesserungen gibt, vergibt der MSC sogenannte „Zertifizierungsauflagen“ - fischereiliche Auflagen, die innerhalb einer begrenzten Zeit erfüllt werden müssen und die jährlich kontrolliert werden. Werden solche Auflagen nicht im vorgegebenen Zeitrahmen erfüllt, wird das MSC-Zertifikat suspendiert.

Zertifizierungsauflagen sind ein wichtiger Hebel für Verbesserungen: In den letzten 20 Jahren wurden dadurch über 1.200 Verbesserungen erzielt – z.B. weniger Beifang, mehr Schutzgebiete, stärkere Kontrollen und detailliertere Forschung.

Illustration des Auflagenmechanismus bei Fischereizertifizierungen

Die Weltmeere stehen unter Druck:  Mehr als 1/3 der weltweiten Fischbestände sind laut Vereinten Nationen überfischt. Damit die Ozeane auch in Zukunft eine wichtige Quelle für Nahrung und Einkommen bleiben, muss sich die weltweite Fischerei grundlegend verändern. Das hat sich der Marine Stewardship Council (MSC) zur Aufgabe gesetzt.

Weltweit kommen bereits 16% aller Anlandungen aus ökologisch nachaltigem, MSC-zertifiziertem Fischfang – gefischt auf eine Weise, die Fischbestände erhält, Beifang reduziert und marine Lebensräume nicht zerstört.

Doch viele Fischereien und Fangaktivitäten erfüllen die hohen Anforderungen des MSC-Umweltstandards noch nicht. Um auch ihnen den Weg in eine ökologisch nachhaltigere Zukunft zu ermöglichen, hat der MSC 2024 ein neues Programm ins Leben gerufen.

Mit dem Fischerei-Verbesserungsprogramm des MSC erhalten Fischereien weltweit unterstützende Rahmenvorgaben, um sich gezielt zu verbessern. Ziel ist es, sie innerhalb von fünf Jahren in die Lage zu versetzen, die Anforderungen des MSC-Umweltstandards erfüllen zu können. Teilnehmende Fischereien verpflichten sich, konkrete Maßnahmen umzusetzen – etwa bessere Daten über ihre Bestände zu sammeln, Beifang zu reduzieren oder ihr Management zu optimieren.

Zusammenarbeit für gesunde Ozeane

Das Programm ergänzt bestehende Fischereiverbesserungsprojekte (FIPs), die oft von NGOs oder der Industrie unterstützt werden. Durch die Kombination aus klaren Kriterien, messbaren Zielen und zeitlicher Vorgabe schafft der MSC einen transparenten und verlässlichen Weg zu ökologisch nachhaltiger Fischerei.

So trägt der MSC aktiv dazu bei, die globale Fischerei zu verbessern – für den Schutz der Meere, für die Zukunft der Fischerei und für eine ökologisch verantwortungsvolle Versorgung mit Fisch als wertvolle Proteinquelle weltweit.

Mit dem Ocean Stewardship Fund (OSF) fördert der MSC gezielt Projekte und Forschungsarbeiten, die den Schutz von Fischbeständen, marinen Ökosystemen und die Auswirkungen des Klimawandels auf die Meere untersuchen.

Der Fonds wurde 2018 ins Leben gerufen. 5% der Lizenzgebühren aus dem Verkauf MSC-zertifizierter Produkte fließen jährlich in den OSF – ergänzt durch Spenden von Partnern und gleichgesinnten Organisationen.

Seit 2019 hat der Fonds über 7,7 Millionen Euro bereitgestellt und mehr als 220 Fischereien und Projekte weltweit unterstützt – darunter fast 90 in Entwicklungs- und Schwellenländern.

Im Jahr 2025 wurden 2,2 Millionen US-Dollar für 85 Fischereien, NGOs und Forschungsteams vergeben, etwa in Mexiko, Peru, Chile, China, Indonesien, Südafrika, Indien und Südeuropa – mit dem Ziel, nachhaltige Fischerei weltweit zu stärken und die Meeresfauna langfristig zu schützen.

Warum ist nachhaltiger Fischfang so wichtig?