Stellungnahme des MSC zur Netflix-Dokumentation "Seaspiracy"

Der Dokumentarfilm „Seaspiracy“ weist zu Recht darauf hin, dass unsere Meere in Not sind und dass die globale Überfischung dringend beendet werden muss! Es ist jedoch falsch von den Filmemachern, zu behaupten, dass so etwas wie nachhaltige Fischerei nicht existiere und dass die einzige Lösung für unsere Meere darin bestünde, keinen Fisch mehr zu essen.

Einige der Probleme, auf die der Film hinweist – Beifang, Überfischung und die Zerstörung mariner Ökosysteme – sind genau die Probleme, die auch der MSC bekämpft. MSC-zertifizierte Fischereien müssen sich überprüfbar an strenge, wissenschaftsbasierte Nachhaltigkeitskriterien halten und dafür sorgen, dass Fischbestände auch für künftige Generationen erhalten bleiben. Die positiven Auswirkungen unseres Programms wurden von den Vereinten Nationen als wichtiger Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt in den Ozeanen anerkannt. Nachhaltige Fischerei IST möglich! Doch bislang kommen erst 15% aller weltweiten Fischanlandungen aus solch kontrolliert nachhaltiger, MSC-zertifizierter Fischerei – zu wenig, um das Problem der Überfischung global zu lösen.  

Die Unterstellung der Filmemacher, unser unabhängiger Zertifizierungsprozess sei finanziell motiviert, ist falsch. Als Non-Profit-Organisation erzielen wir keine Gewinne. Die Gebühren, die Handel und Hersteller für die Nutzung unseres Siegels bezahlen (die sog. Lizenzgebühren), fließen sämtlich zurück in unser Programm – etwa in die Forschung, in die Verbraucheraufklärung, die Weiterentwicklung unseres Umweltstandards oder in die Unterstützung von Fischereien im Globalen Süden, um nur einige zu nennen. Wir sind absolut transparent was unser marktbasiertes Finanzierungsmodell angeht und wissen, dass dieses Modell eine wichtige Basis für unsere erfolgreiche Arbeit zum Schutz der Meere ist.  

Sowohl der Produzent als auch der Ich-Erzähler von „Seaspiracy“ sind überzeugte Veganer. So sehr wir Veganismus als legitime Ernährungsentscheidung respektieren – wir sollten nicht vergessen, dass Millionen von Menschen auf der ganzen Welt zur Deckung ihres Proteinbedarfs auf Fisch und Meeresfrüchte angewiesen sind. Und gleichwohl der Dokumentarfilm ohne Zweifel wichtige Themen anspricht und relevante Fragen stellt, bagatellisiert er mit seiner „einfachen Lösung“ große Herausforderungen wie die Ernährungssicherung für eine wachsende Weltbevölkerung aber auch den ökologischen Einfluss, den die landbasierten Produktion von tierischem und pflanzlichem Eiweiß etwa hinsichtlich CO2-Ausstoß, Landnutzung oder globalem Wasserverbrauch hat.

Angesichts der Tatsache, dass die Bevölkerung der Erde bis 2050 auf 10 Milliarden Menschen anwachsen wird, ist es dringender denn je, verantwortungsvoll mit unseren natürlichen Ressourcen umzugehen. Nachhaltige Fischerei spielt dabei eine wichtige Rolle. 

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