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Meere und Ozeane decken etwa 70 Prozent der Erdoberfläche ab. Sie beherbergen einen Großteil aller bekannten und unbekannten Lebewesen unseres Planeten, spielen eine wichtige Rolle für das Klima und leisten einen wertvollen Beitrag zur Ernährungssicherung der Weltbevölkerung. All das setzen wir aufs Spiel – durch unseren Müll, unseren CO2-Ausstoß, unsere Düngemittel und Abwasser und vor allem: DURCH DIE ÜBERFISCHUNG der Meere. 34 Prozent aller Fischbestände sind heute laut FAO bereits überfischt.

Drei Gründe, warum wir die Überfischung der Meere dringend stoppen müssen

1. Überfischung gefährdet die Artenvielfalt

Eine nicht nachhaltige oder zerstörerische Fischerei kann die biologische Vielfalt in den Meeren ernsthaft beeinträchtigen. Tatsächlich gehören Überfischung und Beifang zu den Hauptursachen für den Verlust der Biodiversität im Meer! Auf der UN-Biodiversitätskonferenz im April 2022, auf der ein neuer Zehn-Jahres-Plan zum Erhalt der biologischen Vielfalt festgelegt wird, steht die Reform der Fischerei daher auch ganz oben auf der Tagesordnung.

Wenn wir von der Gefährdung der Biodiversität durch Überfischung sprechen, geht es ebenso um die direkten Zielarten der Fischerei, etwa Hering, Kabeljau oder Thunfisch, wie auch um all jene Meereslebewesen, die als ungewollter Beifang in den Netzen oder an den Haken der Fischer landen – Schildkröten oder Rochen zum Beispiel. Überfischung durch Beifang stellt eine der größten Bedrohungen für die marine Biodiversität dar. Die Zahl der Hai- und Rochenarten in den Weltmeeren etwa ist seit den 1970er Jahren um 71 % zurückgegangen. 

Aus diesem Grund verlangt der MSC-Standard, dass bei allen Fischereiaktivitäten sowohl die Auswirkungen auf die Zielarten berücksichtigt werden, als auch die Nachhaltigkeit im Sinne der Auswirkungen auf das marine Ökosystem insgesamt.

Warum brauchen wir die Artenvielfalt in den Meeren überhaupt?

Beim Kampf um die Artenvielfalt unter Wasser geht es natürlich um das Recht auf Leben und die Bewahrung jeder Art um ihrer selbst willen. Aber es geht immer auch um das große Ganze. Genauer gesagt darum, das Ökosystem Meer im Gleichgewicht zu halten, von den Meeressäugern und größeren Raubfischen an der Spitze der marinen Nahrungsketten bis hin zu den unsichtbaren biochemischen Prozessen, die in den Meeren den Abbau von CO2 aus der Erdatmosphäre in Gang setzen.

Die biologische Vielfalt im Meer hält das marine Ökosystem aber nicht nur im Gleichgewischt, sie macht es auch widerstandsfähig gegenüber äußeren Einflüssen – etwa gegenüber dem Klimawandel. Und zu einem gewissen Grad sogar gegen die Überfischung. Ein artenreiches Meeres-Ökosystem kann auch dann noch funktionieren, wenn der Bestand einer Art zurückgeht oder eine Art sogar ausstirbt, denn andere Arten mit einer ähnlichen Rolle im Ökosystem können die Funktionen dieser Art übernehmen. Geht jedoch der Bestand zu vieler Arten zurück oder sterben viele Arten gar aus, büßt das Ökosystem Teile seiner Widerstandsfähigkeit ein. Ganz abgesehen davon, dass es auch solche Arten gibt, die in ihrer Funktion tatsächlich unersetzbar sind. Ihr Aussterben würde den Verlust von Millionen von Jahren der Evolution bedeuten. Der Sägefisch, eine Rochenart, gehört beispielsweise zu diesen Unikaten.

Je stärker die biologische Vielfalt in den Meeren durch Überfischung abnimmt, desto schwieriger wird es für die Meere, die Wasserqualität zu erhalten, dem Klimawandel zu trotzen - und nicht zuletzt natürlich auch die Nahrungsmittel bereitzustellen, die wir brauchen.

 

 

 

2. Überfischung gefährdet die Ernährungssicherheit der Weltbevölkerung

Warum wir auf Fisch zur nachhaltigen Ernährung der wachsenden Weltbevölkerung nicht verzichten können, liegt auf der Hand: Wildfisch ist ein gesundes, von alleine nachwachsendes Lebensmittel. Und Wildfisch hat einen ökologischen Fußabdruck, der um ein Vielfaches unter dem ökologischen Fußabdruck anderer tierischer Proteinquellen liegt. Mehr als eine Milliarde Menschen weltweit sind zudem auf Fisch als ihre wichtigste Nahrungsquelle angewiesen.

Doch durch Überfischung verspielen wir wertvolle Nahrung für Millionen von Menschen. Oder anders herum: Ohne Überfischung könnten wir jährlich rund 16 Millionen Tonnen mehr Fisch fischen – und damit den jährlichen Proteinbedarf von 72 Millionen Menschen vollständig abdecken. Die biologische Logik hinter diesen Berechnungen ist einfach: Gesunde, nicht überfischte Bestände sind viel ertragreicher als überfischte! 

Die Beendigung von Überfischung wäre also eine Win-Win Situation. Für unseren Planeten und für uns Menschen: Mehr Fisch im Meer und mehr Fisch zur Ernährung der wachsenden Weltbevölkerung.

Und was wir auch nicht vergessen dürfen: Mit dem Fischreichtum, den wir durch Überfischung verspielen, setzen wir Arbeitsplätze aufs Spiel, insbesondere in den Ländern des Globalen Südens. Denn schätzungsweise 200 Millionen Menschen weltweit leben von der Fischerei.

 

3. Überfischung begünstigt möglicherweise den Klimawandel

Überfischung verändert die biochemischen Kreisläufe der Ozeane und verringert - wenn auch nur in geringem Maß - die Fähigkeit der Meere, Kohlenstoff über lange Zeiträume einzulagern. Das könnte unter Umständen den Klimawandel begünstigen.

Fast ein Drittel der C02-Emissionen, die wir Menschen in die Atmosphäre jagen, wird von den Ozeanen wieder aufgenommen. Milliarden Tonnen Kohlenstoff lagern in den Meeren - etwa 10-mal so viel wie in Pflanzen und Böden an Land.

Ein – allerdings nur sehr kleiner – Teil dieser Kohlenstoffmassen gelangt über das Phytoplankton in die marine Nahrungskette, sinkt an deren Ende mit dem Fischkot auf den Meeresboden, und wird dort eingelagert. Je weniger Fische also in den Meeren leben, desto weniger Fischkot wird produziert, desto weniger CO2 gelangt mit ihm in die Tiefe.

Da der Anteil des so transportierten CO2 jedoch im Vergleich zur Gesamt CO2-Speicherung der Meere nur minimal ist, wird auch der Einfluss der Überfischung auf die CO2-Absorption durch die Meere – und damit auf den Klimawandel – als gering eingeschätzt. Tatsächlich bedürfte es hier jedoch weiterer Forschung.  

 

Wir müssen die Überfischung der Meere stoppen, denn Artenvielfalt, marine Ökosysteme und nicht zuletzt die Ernährung von Millionen von Menschen stehen auf dem Spiel.


Gutes Fischereimanagement kann eine Wende in Bezug auf die nachhaltige Befischung der Meere herbeiführen. Untersuchungen und positive Praxisbeispiele verweisen darauf, dass nachhaltige Fischerei möglich ist, ohne die biologische Vielfalt zu beeinträchtigen. Und sie erzählen von überfischten Beständen, die sich wieder erholen konnten, weil ein verbessertes Fischereimanagement umgesetzt, illegale Fischerei bekämpft oder die Fischereipolitik reformiert wurde.

Der MSC spielt in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle, denn er schafft Anreize für Fischer und Händler, Bestrebungen zum Meeresschutz zu unterstützen – mit dem Ziel, die Widerstandsfähigkeit und Produktivität der Ozeane zu sichern und so auch zukünftig die Nachfrage nach Fisch befriedigen zu können.

Seit Jahrzehnten bringt der MSC die Fischereiindustrie, Wissenschaftler, Regierungen und den Umweltsektor zusammen, um zu erarbeiten, wie Fischerei auf nachhaltige Weise betrieben werden kann, ohne die biologische Vielfalt der Meere zu gefährden. Der MSC-Standard verlangt, dass Fischereien einem Bestand grundsätzlich nur so viel Fisch entnehmen dürfen, wie auch wieder nachwachsen kann.

Überfischung der Meere geht uns alle an

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Sie ist eine der größten Bedrohungen für die Meere: Überfischung riskiert Artenvielfalt, marine Ökosysteme und die Ernährung von Millionen von Menschen.

Was ist Überfischung?

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Das wirksamste Mittel gegen Überfischung

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