Wie der MSC nachhaltige Fischereien im Globalen Süden unterstützt

Derzeit sind rund 100 Fischereien aus dem Globalen Süden MSC-zertifiziert. Doch auch über unser Zertifizierungsprogramm hinaus, engagieren wir uns seit einigen Jahren in besonderem Maße für die Förderung nachhaltiger Fischerei im Globalen Süden. Unsere Unterstützung gilt dabei insbesondere kleinen Fischereien.

 

 

Vor welchen Herausforderungen steht die Fischerei im Globalen Süden?

Mehr als 90 Prozent aller Menschen, die im Fischfang und in der Fischverarbeitung tätig sind, leben im Globalen Süden. Fast drei Viertel des weltweiten Fischkonsums kommt aus den artenreichen Gewässern im südlichen Teil der Erde. Fisch ist in den Ländern des Globalen Südens ein wertvolles Exportgut, aber auch wichtige Proteinquelle für Millionen von Menschen.

Doch während in den Meeren des Nordens laut jüngstem UN FAO Bericht mittlerweile eine positive Entwicklung hin zu mehr Nachhaltigkeit erkennbar ist, bleibt die Lage in den Ozeanen des Globalen Südens kritisch. Die Fischerei ist dort meist schlecht reguliert und die Zahl der überfischten Bestände nimmt zu.

Probleme wie ein Mangel an empirischen Daten, z.B. über den Zustand von Beständen, ungenügende rechtliche und institutionelle Rahmenbedingungen, wie etwa Fangquoten und unzureichende Monitoring-Strukturen, z.B. zur Bekämpfung illegaler Fischerei, erschweren die Erholung und die nachhaltige Befischung der Bestände. Hinzu kommen, insbesondere für kleine Fischereien, fehlende finanzielle Mittel.    

 

Gemeinsame Lösungsansätze

Um insbesondere kleine Fischereien im Globalen Süden bei ihren Bemühungen um mehr Nachhaltigkeit zu unterstützen, hat der MSC sein "Pathway to Sustainability" Programm ins Leben gerufen.

Ausgehend von einer umfassenden Analyse der Fischereien und ihres jeweiligen ökologischen Umfelds werden im Rahmen dieses Programms wirksame Aktionspläne für Hunderte von Fischereien weltweit erstellt und in die Praxis umgesetzt. Dabei arbeiten wir eng mit anderen Nichtregierungsorganisationen, den örtlichen Regierungen, Institutionen oder auch interessierten Einzelhändlern zusammen.

Teil des "Pathway" Programms ist auch der Ocean Stewardship Fund: Fördergelder dieses Fonds fließen unter anderem in Projekte, die der Verbesserung der Datenlage im Globalen Süden dienen - so wie zuletzt zum Beispiel ein Projekt zur Risikobewertung von Thunfisch-Lieferketten in Indonesien, die Entwicklung einer Management-Methodologie für Küstenfischereien mit begrenztem Datenmaterial in Surinam oder ein Projekt zum Einsatz von Smartphones für die Datengewinnung bei der Oktopus-Fischerei vor Madagaskar.

Der MSC hat uns sehr dabei geholfen, mit unseren Fischereien Informationslücken und kritische Bereiche zu identifizieren, Managementpläne zu entwickeln und den Status ihrer Nachhaltigkeit einzuschätzen.

Elizabeth Mueni Fischereibeauftragte der kenianischen Regierung

Nach den "Pathway to Sustainability" Prinzipien werden derzeit übrigens auch Projekte mit Kleinfischereien im Mittelmeer durchgeführt.


 

Aktuelle "Pathway"-Projekte

Fisherman gathering nets among colourful boats

Fish For Good: 1 Projekt, 3 Länder

"Fish for Good" ist ein vierjähriges Projekt mit dem Ziel, Fischereien in Indonesien, Mexiko und Südafrika auf ihrem Weg zur Nachhaltigkeit zu begleiten.

Zum Projekt (engl.)
Octopus fisher in the South West Indian Ocean

Oktopus im Indischen Ozean

Dieses Projekt wird die Oktopus-Fischergemeinschaften im südwestlichen Indischen Ozean auf dem Weg zu nachhaltigeren Praktiken unterstützen.

Zum Projekt (engl.)
Annual report cover spotlight

Nachhaltigkeit in Italien: BluFish-Projekt

Ein Drei-Jahres-Projekt, das Fischereien in Süditalien (Sardinien, Sizilien...) auf dem Weg zu nachhaltigeren Fischereipraktiken unterstützt.

Zum Projekt (engl.)
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