Was haben wir bisher erreicht?

Seit mehr als 20 Jahren sind der MSC, Wissenschaftler, Partner der Handelskette und Konsumenten Teil eines gemeinsamen Bestrebens für die nachhaltige Fischerei.

1997 war der MSC ein kühnes Vorhaben, mit dem der WWF und Unilever die nicht nachhaltige Fischerei in den Griff bekommen wollten. Heute, 20 Jahre später, ist diese gewagte Innovation ein bewährtes Konzept.

Nachhaltige Fischereien

Aktuell sind über 370 Fischereien nach dem MSC-Standard zertifiziert und machen zusammen mit den Fischereien in Bewertung gut 15% des weltweiten Fischfangs aus. Es ist ein Balanceakt: Wie viel Fisch kann gefangen und wie viel Fisch muss für die nächste Saison im Meer belassen werden, damit er sich vermehren kann? Sinkt ein Bestand unter seine nachhaltige Grenze, muss eine zertifizierte Fischerei die Fangmengen anpassen.  

Fast alle MSC-zertifizierten Fischereien konnten seit ihrem Beitritt zum MSC-Programm ein Wachstum der befischten Bestände verzeichnen. So trägt die Zertifizierung dazu bei, dass immer mehr Fischbestände sich stabilisieren, wieder wachsen und nachhaltig befischt werden können. 

Luft nach oben 

Der MSC-Standard stellt hohe Anforderungen an Fischereien, die sich zertifizieren lassen möchten. Viele Fischereien müssen deshalb schon vor der Zertifizierung weitreichende Änderungen an ihren Fischerei- und Managementpraktiken vornehmen. Wo noch Luft nach oben ist, müssen nachhaltige Fischereien ihre Fischereipraktiken auch nach der Zertifizierung kontinuierlich verbessen.  

Kontinuierliche Verbesserung 

92%

der zertifizierten Fischereien haben bislang mindestens eine Verbesserung erzielt

Der Fischerei-Standard des MSC ist sehr streng, und so müssen sich Fischereien stetig verbessern, um zertifiziert zu bleiben. Der gewollte positive Effekt unseres Programms: MSC-zertifizierte Fischereien müssen Auflagen erfüllen, sie verbessern sich kontinuierlich, um ihre Auswirkungen auf die Meeresumwelt zu minimieren. 

Bislang haben 92 % der zertifizierten Fischereien mindestens einen Aspekt ihres Fischereibetriebs verbessert, um nachhaltiger zu werden. Diese Verbesserungen umfassen z. B. mehr Forschung für ein besseres Verständnis der Auswirkungen der Fischerei, Änderungen am Fanggerät oder die Anforderung, die Fischerei in bestimmten Gebieten einzustellen.

Rückverfolgbare Lieferkette für Fisch

<1 %

der MSC-zertifizierten Produkte sind falsch gekennzeichnet

Der MSC-Rückverfolgbarkeits-Standard garantiert, dass jedes Fischprodukt mit MSC-Siegel lückenlos zu einer nachhaltigen Fischerei zurückverfolgbar ist.  

MSC-zertifizierte Ware wird entlang der gesamten Lieferkette vom Meer bis zum Speiseteller getrennt von nicht zertifizierter Ware verarbeitet und gelagert. Über 4.000 Unternehmen weltweit, inklusive Supermarktketten, Fischhändler, Hotels und Restaurants, gehören zu diesem globalen Netzwerk der Rückverfolgbarkeit. 

Mit entsprechenden Untersuchungen vergewissern wir uns regelmäßig, dass die rückverfolgbare Lieferkette auch funktioniert. DNA-Tests haben gezeigt: In weniger als 1 % der Fälle waren Produkte mit dem MSC-Logo falsch gekennzeichnet. 

Ein Überblick über die Faktenlage

Es ist eine Erfolgsgeschichte, die wir mit eindrücklichen Zahlen aus unserem diesjährigen Fortschrittsbericht belegen wollen. Diese Meilensteine in der nachhaltigen Befischung unserer Meere konnten wir nur dank der Unterstützung unserer zahlreichen Partner und Förderer erreichen.

Doch diese Erfolge sind für uns erst der Anfang. Wir wollen die weltweiten Fischbestände und marinen Ökosysteme dauerhaft erhalten. Dazu braucht es erhebliche Anstrengungen, denn vor uns liegen gewaltige Herausforderungen.

 

Weltkarte von MSC-zertifizierten Fischereien

  • Weltweit werden jährlich über 90 Mio. Tonnen Fisch und Meeresfrüchte gefangen.
  • Ca. 800 Mio. Menschen sind in der gesamten Fischereiindustrie tätig (das sind 10-12 % der Bevölkerung).
  • Fast ein Drittel der weltweiten Fischbestände sind überfischt.
  • 2018 waren 373 Fischereien aus 36 Ländern MSC-zertifiziert. Sie fingen fast 15 % der weltweit gemeldeten Fangmenge laut FAO.

Intakte Fischbestände, weniger Beifang, mehr Schutzgebiete, stärkere Kontrollen und detaillierte Forschung: MSC-zertifizierte Fischereien tragen dazu bei, den Lebensraum Meer für die Zukunft zu erhalten. Wir ziehen Bilanz:

Wie haben Fischereien zuletzt ihre Auswirkungen auf die Umwelt minimiert?

Infografik Verbesserungen von MSC-zertifizierten Fischereien

65

neue wissenschaftliche Forschungsprojekte
wurden finanziert

Seit 2016 haben MSC-zertifizierte Fischereien 65 neue wissenschaftliche Forschungsprojekte finanziert oder sich daran beteiligt, unter anderem wurde ein Projekt zur Kartierung des Meeresbodens ins Leben gerufen.

Außerdem wurden die Umwelteinflüsse der jeweiligen Fischereien bewertet. Dazu gehört u. a. die Kartierung der Fischereigründe. Dies ermöglicht den Forschern, ein Fischereigebiet mit benachbarten Lebensräumen zu vergleichen und die Auswirkungen der Fischerei zu messen.

54 

Bewertungen der Auswirkungen von Fischerei wurden abgeschlossen

Insgesamt wurden 54 Bewertungen der Auswirkungen von Fischerei abgeschlossen. Zu diesen Bewertungen gehört die Kartierung von Fischereigründen und Fischereirouten.

Diese Karte ermöglicht es den Forschern, ein Fanggebiet mit benachbarten Lebensräumen zu vergleichen und die Auswirkungen der Fischerei zu messen.

 

 

1600

Verbesserungen wurden bisher erreicht

Die Analyse der Daten, die im Jahr 2019 in unabhängigen Bewertungen MSC-zertifizierter Fischereien gesammelt wurden, zeigt, auch bei nachhaltig arbeitenden Fischereien gibt es oft noch Luft nach oben: 92 % der zertifizierten Fischereien mussten im Laufe der letzten Jahre ihre Leistung in mindestens einem Bereich weiter verbessern.

Die Umsetzung solcher Zertifizierungsauflagen zeigen mehr als 1600 vielversprechende Ergebnisse seit dem Jahr 2000.

143 

erfolgreiche Maßnahmen zur Verbesserung der Nachhaltigkeit

Der MSC tritt an, die globale Fischerei insgesamt in nachhaltigere Bahnen zu lenken. Und da sind Fischereien auch nach erfolgter Zertifizierung stark gefordert. Unser Global Impacts Report (GIR) liefert den Nachweis, dass die MSC-Zertifizierung ein Impulsgeber für positive Veränderungen und ein wirksames Instrument zur Verbesserung der Meeresfischerei ist. 

Doch was haben die Fischereien seit 2016 (seit dem letzten GIR) unternommen, um ihre Umwelteinflüsse zu minimieren? Zwischen 2016 und 2018 trugen 143 Maßnahmen der MSC-zertifizierten Fischerei dazu bei, die Auswirkungen auf die Umwelt zu minimieren - mehr als eine Maßnahme pro Woche

 36 

Verbesserungen für den Schutz von Seevögeln

Die Auflagen und Maßnahmen zeigen auch im erweiterten Fischereiumfeld Wirkung: So sorgen 33 Verbesserungen durch MSC-zertifizierte Fischereien dafür, Haie, Rochen und Stechrochenartige zu schützen, während 36 Optimierungen Seevögel einschließlich Albatrosse, Pelikane und Tölpel schützen.

Die Langleinen-Fischerei auf Schwarzen Seehecht in Südgeorgien ist ein Musterbeispiel für die Veränderungen durch den MSC: Der Seevogelbeifang wurde von mehreren Tausend auf weniger als zehn pro Jahr gesenkt, die zuvor massive illegale Fischerei so gut wie gestoppt und auf jedem Schiff fahren heute unabhängige Beobachter mit.

Blick in die Zukunft

der weltweiten Fangmenge soll bis 2030 zertifiziert sein

Dass heute gut 15 % der weltweiten Fangmenge entweder MSC-zertifiziert ist oder aus Fischereien stammt, die am MSC-Programm teilnehmen, ist ein großer Erfolg, zeigt aber auch, dass es noch viel zu tun gibt. Der MSC möchte diese Zahl bis zum Jahr 2020 auf 20 % und bis 2030 sogar auf 30 % steigern. Um dies zu erreichen, werden wir unseren Fokus auf Fische und Meeresfrüchte richten, die derzeit im MSC-Programm unterrepräsentiert sind, von denen jedoch hohe Fangmengen angelandet werden.

Neben Thunfisch und kleinen pelagischen Arten, betrifft dies unter anderem auch Fischereien, die Tintenfisch und Oktopus fangen. Darüber hinaus möchten wir Fischereien aus Entwicklungsländern den Zugang zum MSC-Programm Programm weiterhin erleichtern. In den nächsten drei Jahren wollen wir die Anzahl von Fischereien aus Entwicklungsländern im Programm verdoppeln.

Veränderungen auf dem Wasser

Die MSC-Zertifizierung treibt erwiesenermaßen echte Verbesserungen in den Meeren voran. Und der beste Weg, die Auswirkungen des MSC-Programms zu verstehen, ist durch die Geschichten der Beteiligten. Erfahren Sie mehr über die leidenschaftlichen Menschen, die sich um unsere Meere kümmern, zum Beispiel über die 2017 zertifizierten Nordseekrabbenfischer.

Transnationaler Pakt

Die deutschen, holländischen und dänischen Nordseekrabbenfischer erhielten gemeinsam das MSC-Zertifikat für nachhaltige Fischerei. Die Nordseekrabbenfischerei ist eine der letzten großen Fischereien Europas ohne gesetzliche Quote, doch erstmals in ihrer jahrhundertelangen Geschichte akzeptierten die Krabbenfischer der drei Länder umfassende Regeln und Kontrollmechanismen für ihre Fischereitätigkeit. Die MSC-Zertifizierung schafft so die Grundlage für den langfristigen Schutz des Nordseekrabbenbestandes und den sorgsamen Umgang mit dem Ökosystem Wattenmeer.

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