Seehecht

Der Seehecht gilt mit seinem zarten, festen Fleisch als Delikatesse und auch für die beliebten Fischstäbchen wird häufig Seehecht verwendet. Doch den einen „Seehecht“ gibt es eigentlich gar nicht. Wir stellen zwei der beliebtesten Speisefisch-Arten aus der Seehecht-Familie vor.


Lat.: Merluccius spp.

Größe: Ø 1 m (Kap-Seehecht)

Größe: Ø 60 cm (Pazifischer Seehecht)



Illustration of Merluccius capensis - Shallow Water Cape Hake

Allgemeine Informationen zum Seehecht

Seehechte sind eine große Familie in der Gattung der dorschartigen Fische. Oft wird nur ganz allgemein vom Seehecht gesprochen, doch tatsächlich gibt es mehr als 15 verschiedene Arten. Die wichtigsten Speisefische sind der Kap-Seehecht (Merluccius capensis und Merluccius paradoxus) und der Pazifische Seehecht (Merluccius productus), auf die sich die folgenden Informationen beziehen.

Aussehen

Der Seehecht ist ein sehr schlanker Fisch mit einem auffallend spitz zulaufenden Kopf. Der Körper ist am Rücken silbrig gefärbt und wird zum Bauch hin weiß. Beim Pazifischen Seehecht kann der Rücken leicht bräunlich gefärbt sein, bevor er in den typischen silbrig-weißen Farbverlauf übergeht. Je nach Art und Alter können Seehechte bis zu 1 m lang werden.

Charakteristisch für alle Arten ist die kurze erste Rückenflosse, gefolgt von einer langen zweiten Rückenflosse, die in etwa ebenso lang wie die Afterflosse ist. Die Schwanzflosse ist konkav – also in der Seitenansicht nach innen gewölbt – und die ausgeprägten Brustflossen reichen bis zum Beginn der Afterflosse.

Auffällig ist auch das große Maul mit kräftigen Fangzähnen, das keinen Zweifel daran lässt, wie sich der Seehecht ernährt.

Lebensweise

Seehechte sind nachtaktive Jäger. Ihre Lieblingsbeute sind kleinere Schwarmfische wie Heringe, Sprotten, Makrelen und Sardinen. Nicht selten werden sie sogar zu Kannibalen, die Fische ihrer eigenen Art fressen. Doch wie es so oft in der Natur ist, werden sie auch selbst gejagt und stehen auf dem Speiseplan von Robben und Haien.

Sie bewegen sich in Schwärmen sowohl in Küstennähe als auch im offenen Meer. Der Kap-Seehecht lebt im Atlantik vor der Küste Afrikas, von Namibia bis zum Kap der Guten Hoffnung. Dort werden zwei Seehecht-Arten gemeinsam bewirtschaftet, Merluccius capensis im Flachwasser und Merluccius paradoxus in der Tiefsee. Ihr pazifischer Verwandter vor allem im Nordpazifik vom Süden Kanadas bis nach Kalifornien.

Zum Laichen verlassen die Seehechte ihren Lebensraum und schwimmen mehrere hundert Kilometer aufs offene Meer hinaus. Dafür gibt es keine feste Zeit, jedoch laichen die meisten Seehechte in den Frühlings- und Sommermonaten sowie im November und Dezember.

Fanngebiete

FAO Fanngebiet Seehecht

Fischerei & Nachhaltigkeit

Pazifische Seehechte bewegen sich in Schwärmen im offenen Meer und können deshalb mit einem pelagischen Scherbrettnetz gefangen werden. Dabei handelt es sich um ein Schleppnetz, das ohne Kontakt zum Meeresboden durch das Wasser gezogen wird, um Schwarmfische zu fangen. Bei dieser Fangmethode ist der Anteil an Beifang besonders gering, da kaum Fische anderer Arten in einem Seehecht-Schwarm mitschwimmen.

Kap-Seehechte kommen über dem Festlandsockel in Tiefen bis zu 1.000 Metern vor und bewegen sich oft nah am Meeresboden. Aus diesem Grund werden sie meistens mit Grundscherbrettnetzen gefangen. Diese Netze werden von einem Schiff über den Meeresboden gezogen und fangen so die dort lebenden Fische ein.

Seehechte werden erst im Alter zwischen 3 und 5 Jahren geschlechtsreif. Das ist verhältnismäßig spät und führt dazu, dass sich überfischte Bestände nur langsam erholen. Man sollte also unbedingt darauf achten, nur ausgewachsene Fische aus nachhaltiger Fischerei zu kaufen.

Wer Seehecht aus MSC-zertifizierten Fischereien kauft, kann sicher sein, dass der Fischbestand und die Fangmethoden regelmäßig überprüft werden. Sinkt der Bestand unter die Grenze der Nachhaltigkeit, werden sofort Maßnahmen ergriffen, um die Seehechte und ihr Ökosystem zu schützen.

Seehecht auf dem Teller

Der Seehecht ist für sein weißes, festes Fleisch bekannt. Es ist sehr zart und wird aufgrund seiner besonderen Qualität gerne für Sushi verwendet. Doch nicht nur das – der Seehecht gehört außerdem zu den gesündesten Fischen, da er sehr fettarm ist. Neben den Vitaminen B1 und B2 und einem hohen Anteil an Jod, enthält er Phosphor und Calcium, die unter anderem für ein gesundes Knochenwachstum verantwortlich sind.

Der Geschmack ist leicht salzig und mild. Er kommt gut in mediterranen Gerichten zur Geltung, weshalb die beliebtesten Seehecht-Rezepte oft von der spanischen und italienischen Küche inspiriert sind. Doch auch in Kombination mit saisonalem deutschen Gemüse und Salzkartoffeln oder in asiatischen Fischcurrys ist der Seehecht eine echte Delikatesse.

Auch wenn kleinere Fische im Ganzen verkauft werden, sind Seehechtfilets mit Abstand die begehrtesten Stücke des Speisefischs. In den meisten gut sortierten Supermärkten gibt es Seehechtfilets frisch und tiefgefroren zu kaufen. Auch geräuchert oder getrocknet findet man Seehecht im Regal. Außerdem ist Seehecht ist auch häufig in fertigen Fischprodukten wie Fischstäbchen oder Schlemmerfilets, oder in Fertiggerichten enthalten.

Seehecht lässt sich gut kochen und braten. Der Geschmack eignet sich auch gut zum Grillen, allerdings zerfällt das Fleisch sehr leicht, weshalb man den Fisch nicht direkt auf den Rost legen sollte.

Rezepte

Hake with saffron and orange sauce and garnish

Seehechtfilet mit Safran-Orangensauce

Vorbereitung 10 mins
Garzeit 20 mins
Portionen 4
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Pan fried hake with crisp sweet garlic

Seehecht mit knusprig-süßem Knoblauch und Olivenöl

Vorbereitung 5 mins
Garzeit 10 mins
Portionen 2
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