Atlantischer Hering

Die silbrig leuchtenden Heringsschwärme im offenen Meer sind ein schönes Naturschauspiel. Doch nicht nur deshalb ist der Hering so beliebt. Er enthält so viele gesunde Vitamine und Mineralien, dass er es sogar auf Bismarcks Diätplan geschafft hat.

Illustration of a Clupea Harengus - Atlantic Herring

Lat.: Clupea harengus

Alter: bis zu 20 Jahre

Größe: Ø 15 cm

Gewicht: Ø 200 g  


Allgemeine Informationen zu Hering

Der Atlantische Hering ist neben der Sardine eine der bekanntesten und häufigsten heringsartigen Fische und deshalb namensgebend für die gesamte Familie. Atlantische Heringe sind pelagische Fische, die nahezu im gesamten Nordatlantik zu finden sind.

Kein anderer Fisch hatte in der Geschichte eine so große wirtschaftliche und politische Bedeutung wie der Hering. Schon im Mittelalter war er derart begehrt, dass seinetwegen Kriege geführt wurden. Die Entdeckung des Salzens von Heringen zum Haltbarmachen leitete eine neue Phase der Fischwirtschaft und der Seefahrt ein: Die haltbare Verpflegung erlaubte es den Fischern, längere und weitere Seereisen als vorher durchzuführen. So hat der Salzhering mitgeholfen, neue Kontinente zu entdecken und Handelswege zu erschließen. Bis heute hält die Begeisterung für diesen Fisch an, noch immer liegt er auf der Rangliste der populärsten Fischarten in Deutschland weit oben. Neben seinen vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten und dem unverwechselbaren Geschmack, ist der Hering nicht zuletzt auch wegen seines hohen Gehaltes an gesunden Omega-3-Fettsäuren sehr beliebt.

Aussehen

Heringe werden im Durchschnitt 15 cm groß und erreichen ein durchschnittliches Gewicht von 200 g. Sie können maximal 40 cm lang und ca. 20 Jahre alt werden.

Heringe haben einen schlanken, im Querschnitt flachen Körper mit einem spitz zulaufenden Kopf. Die auffällig große Mundöffnung reicht bis zum hinteren Rand der Augen. Die kurze Rückenflosse sowie die beinahe transparenten Bauch- und Afterflossen sind so klein und teilweise transparent, dass sie kaum sichtbar sind. Charakteristisch ist außerdem die tiefe Gabelung der Schwanzflosse.

Unter Wasser fasziniert das Farbspiel des Herings: Der Rücken leuchtet im Wasser in allen Farben von gelbgrün über blauschwarz bis blaugrün mit einem dezenten Purpurschimmer. Der Bauch ist weiß, die Flanken glänzen silbrig – Heringsschwärme werden auch „Silber des Meeres“ genannt.

Lebensweise

Heringe sind kleine Schwarmfische und leben in großen Schwärmen im Übergangsgebiet zwischen nördlicher, gemäßigter und polarer Zone. Die Heringsschwärme sind an Schelfgebiete gebunden (Wassertiefe 0 - 360 Meter), zeigen jedoch komplexe und ausgedehnte Wanderungen zwischen Nahrungs- und Laichgründen und Überwinterungsplätzen.

Der Hering laicht über Kiesböden und haftet seine Eier an kleine Steine. Die Laichzeit kann sich bei verschiedenen Beständen stark unterscheiden. Sie richtet sich nach Wassertemperatur, Nahrungsangebot und Fettgehalt der Fische. Erst gut genährt bilden sie Samen und Eier, die dann außerhalb des Körpers befruchtet werden und auf den Meeresboden absinken. Dort haften sie an Steinen oder Pflanzen bis die Larven nach etwa zwei Wochen schlüpfen.

Heringe ernähren sich hauptsächlich von Plankton und sind eine wichtige Nahrungsgrundlage für verschiedene Fischarten, wie zum Beispiel Thunfische, Seelachse und Makrelen, sowie für Robben und Wale. Damit sind sie ein wichtiger Baustein in der Nahrungskette und für das marine Ökosystem von großer Bedeutung.

Fanggebiete

Hering FAO Fanggebiete

Fischerei & Nachhaltigkeit

Als umtriebige Schwarmfische, die sich freischwimmend im offenen Meer bewegen, werden Heringe vorwiegend mit pelagischen Schleppnetzen gefangen. Das sind Schleppnetze, die ohne Kontakt zum Meeresboden durch das Meer gezogen werden, Diese Fangmethode ist verhältnismäßig nachhaltig, da das Ökosystem am Meeresgrund nicht unnötig belastet wird. Außerdem ist der Beifang sehr gering, da sich nur sehr selten andere Fischarten in den Schwarm mischen.

Der Atlantische Hering ist einer der am häufigsten vorkommenden Fische der Welt und lebt in riesigen Schwärmen. Die Bestände sind dementsprechend groß. Trotzdem hat die Bedeutung des Herings als Speisefisch in einigen Fanggebieten zu kritischen Bestandsrückgängen und sogar zur Überfischung geführt.

Besonders angespannt war die Situation im Nordatlantik im 19. und 20. Jahrhundert. Die Als Reaktion auf die starke Überfischung wurden in den 1970er Jahren strenge Fangquoten eingeführt und die Heringsbestände gelten nun mit wenigen Ausnahmen als stabil. Hering gilt global als nicht gefährdet.

Da der Atlantische Hering nicht nur beim Menschen beliebt ist, sondern auch eine wichtige Nahrungsquelle für andere Meeresbewohner darstellt, ist es besonders wichtig, dass man beim Kauf von Hering auf die nachhaltige Herkunft und das MSC-Siegel achtet.  

Hering auf dem Teller

Es hat seine Gründe, dass der Hering seit Jahrhunderten einer der beliebtesten Speisefische ist. Das zarte Fleisch hat einen charakteristischen, sehr intensiven Geschmack und einen hohen Anteil an wichtigen Vitaminen und Nährstoffen. Schon Bismarck wurde von seinem Leibarzt eine Heringsdiät verordnet, um abzunehmen und seinem Körper etwas Gutes zu tun. Als ein Fischer ihm einen Vorrat an Hering mit der Bitte schickte, seine Fische nach ihm benennen zu dürfen, entstand der Name Bismarck-Hering.

Die positiven Auswirkungen auf die Gesundheit sind vor allem auf den hohen Anteil der Spurenelemente Selen (begünstigt den Fettstoffwechsel), Iod und Fluor (wichtig für Zahn- und Knochenaufbau) zurückzuführen. Und auch die gesunden, mehrfach ungesättigten Omega-3-Fettsäuren, die der Körper nicht selbst herstellen kann, sind in hohem Maße vorhanden. Sie haben positive Wirkung auf den Blutzuckerspiegel und das Immunsystem und sollten ein regelmäßiger Bestandteil der Ernährung sein.

Hering kann auf verschiedene Arten gegessen und zubereitet werden. Am häufigsten landet er eingelegt in Marinaden oder Saucen als Fischkonserve auf dem Tisch und auch als Matjes ist er sehr beliebt. Für die traditionelle Matjes-Zubereitung werden junge Heringe vor der Geschlechtsreife verwendet, die in einer milden Salzlake reifen.

Am besten ist der Hering allerdings frisch, denn dann ist die Konzentration der gesunden Inhaltsstoffe am höchsten. Frischer Hering muss nicht aufwendig zubereitet werden, am leckersten ist er ganz einfach auf dem Grill oder in der Pfanne gebraten. Dank seines intensiven Geschmacks braucht er nicht viele Gewürze und passt gut zu Salat oder Salzkartoffeln. Eine gute Alternative dazu ist geräucherter Hering, der auch Bückling genannt wird. Durch das Räuchern wird der Fisch haltbar gemacht, ohne dass die wertvollen Mineralstoffe verloren gehen.

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