Fragen zu Fischarten

Im Gespräch mit dem MSC - Antworten zu häufig gestellten Fragen.


Thunfisch

Darf man Thunfisch noch essen?

Ja – sofern der Thunfisch aus einem gesunden Bestand kommt und umweltverträglich gefangen wurde. Weltweit gibt es 23 Thunfischbestände - 15 dieser Bestände sind aktuell in einem guten Zustand, vier sind überfischt. Hinzu kommt eine Vielzahl unterschiedlicher Fangmethoden, die ihrerseits wieder unterschiedliche Risiken mit sich bringen.

Thunfisch, der nachhaltig und umweltfreundlich gefangen wurde, erkennst du am einfachsten am blauen MSC-Siegel. Erfahren Sie mehr im Thunfischbericht.


Ist der Thunfisch überfischt?

Die Frage nach der Überfischung des Thunfischs erfordert ein genaues Hinschauen. Thunfisch ist nicht gleich Thunfisch. Es gibt sieben Thunfischarten und jede kommt in verschiedenen Beständen vor. 15 der weltweit 23 Thunfischbestände geht es aktuell gut, vier sind überfischt, andere Grenzbereich oder im Wiederaufbau. Erfahren Sie mehr im Thunfischbericht.


Ist der Rote Thunfisch (auch: Blauflossenthun) überfischt?

Fast alle Blauflossenthunfisch-Bestände sind aufgrund schwerer Überfischung in einem sehr schlechten Zustand. Eine Ausnahme bildet der „Rote Thun“ im Ostatlantik und Mittelmeer: Dieser Bestand hat sich dank einer strengeren Bewirtschaftung, niedrigeren Fangquoten und einem harten Vorgehen gegen illegale Fischerei in den letzten zehn Jahren jedoch erfolgreich von der Überfischung erholt. Die IUCN hat den Roten Thun im September 2021 von der Roten Liste gestrichen und den Status auf „nicht gefährdet“ gesetzt. Anders sieht es beim Roten Thun im Westatlantik aus, dessen Zustand nach wie vor nicht im grünen Bereich ist.

Konsumenten sollten beim Thunfischkauf auf das MSC-Siegel achten, denn ausschließlich Thunfisch aus gesunden Beständen darf mit dem MSC-Siegel gekennzeichnet werden.


Sterben Delfine beim Thunfischfang?

In den meisten Weltregionen und bei den meisten Thunfischarten leben Thunfische und Delfine getrennt voneinander. Delfinbeifang ist kommt in diesen Thunfisch-Fischereien sehr selten vor.

In einer Meeresregion ist jedoch eine Symbiose von Gelbflossenthunfischen und Delfinen zu beobachten: Im mexikanischen Nordostpazifik schwimmen beide Arten gemeinsam durchs Meer. Dies führte vor allem in den 70er und 80er Jahren zu hohen Delfinbeifängen in der mexikanischen Fischerei auf Gelbflossenthunfisch.

In den letzten drei Jahrzehnten hat die Fischerei dann erhebliche und erfolgreiche Anstrengungen übernommen, um den Beifang von Delfinen zu vermeiden. Sie setzt heute unter anderem bei jeder einzelnen Fangfahrt Taucher ein, um Delfine, die möglicherweise ins Netz gelangt sind, zu befreien. Lesen Sie hier mehr darüber.


Kabeljau

Ist Kabeljau überfischt?

 

Für die Bewertung des Zustandes von Fischarten, wie dem Kablejau, ist es wichtig, ihre einzelnen Bestände zu betrachten. Im Nordostatlantik sind zum Beispiel 13 verschiedene Kabeljaubestände definiert. Einige davon sind in einem guten Zustand, andere überfischt.

Deshalb sollten Konsumenten beim Kabeljaukauf auf das MSC-Siegel achten, denn ausschließlich Kabeljau aus gesunden Beständen darf mit dem MSC-Siegel gekennzeichnet werden.

In unserem Fischlexikon können Sie mehr über den Kabeljau erfahren.


Haie

Sind Haie durch die Fischerei bedroht?

Haie werden in vielen Teilen der Welt kommerziell befischt. Hier gilt es wie bei jeder anderen Fischart zu differenzieren: Es gibt Haibestände, die in einem guten Zustand sind und solche, die überfischt sind.  

Auch der ungewollte Beifang von Haien ist kann ein Problem in der Fischerei sein. Dies ist besonders dramatisch, wenn es sich um gefährdete oder bedrohte Hai-Arten handelt.

Es gibt keine MSC-zertifizierte Fischerei, die Hai als Zielart fängt, wohl aber MSC-zertifizierte Fischereien, die Hai-Beifang haben. Ihr Beifang darf jedoch nie so hoch sein, dass dies dem betroffenen Hai-Bestand schadet.


Lesen Sie hier mehr zum Thema Haifisch-Fang und -Beifang (engl.) 


Haben MSC-zertifizierte Fischereien Hai-Beifang?

Kommerzielle Fischerei ganz ohne Beifang gibt es nicht. Haie teilen in vielen Meeresregionen ihren Lebensraum mit anderen Speisefischen und können so in den Netzen oder an den Haken der Fischer landen. Eine MSC-zertifizierte Fischerei darf jedoch nur so viel Beifang haben, dass der Bestand der beigefangenen Art dadurch nicht gefährdet wird. Besonders strenge Regeln gelten, wenn es um den Beifang gefährdeter und bedrohter Arten geht.

Wie viel Beifang „akzeptabel“ ist, hängt von der beigefangenen Art und von der Größe ihres Bestands ab. Der Beifang von jährlich einem einzigen (bedrohten) großen Hammerhai kann bereits kritisch sein, während der Beifang von über 1.000 Blauhaien (der weltweit am meisten verbreiteten Haiart) im Jahr unbedenklich sein kann. So die wissenschaftsbasierte Betrachtungsweise. Aus emotionaler Sicht, kann das anders gesehen werden. Auch das ist uns bewusst.

 


Betreiben MSC-zertifizierte Fischereien Hai-Finning?

Der MSC-Umweltstandard verbietet das sogenannte „Finning“ – das Abtrennen der Flossen und der Rückwurf des oft noch lebendigen Körpers ins Meer. Fischereien, die Finning betreiben, können nicht zertifiziert werden. Sollte bei einer zertifizierten Fischerei illegalerweise ein Fall von Finning auftreten, werden die betroffenen Boote suspendiert.

Aktuell wird im Rahmen unserer turnusmäßigen Standardüberarbeitung geprüft, ob es zusätzliche Möglichkeiten gibt, Hai-Finning effektiv aus der Fischerei zu verbannen.


Delfine

Bedroht der Fischfang Delfine?

Delfine werden nicht kommerziell befischt, aber der ungewollte Beifang von Delfinen ist in einigen Fischereien ein Problem. Der Beifang dieser Meeressäuger kann und muss mit nachhaltigen Fischereimethoden vermieden oder zumindest auf ein Minimum reduziert werden.


Gibt es in MSC-zertifizierten Fischereien Delfin-Beifang?

Wo Delfine sich den Lebensraum mit anderen Fischarten teilen, ist es schwierig, Delfinbeifang völlig auszuschließen. In den meisten MSC-zertifizierten Fischereien kommt Delfinbeifang jedoch nicht oder allenfalls im Ausnahmefall vor.

Eine MSC-zertifizierte Thunfischfischerei in Mexiko gibt es jedoch, bei der jährlich etwa 700 Delfine als Beifang sterben. Die Wissenschaft sagt in diesem Fall: diese Sterblichkeit ist unbedenklich, denn sie gefährdet den betroffenen Delfinbestand nicht.

Der Tod von Delfinen in einer Fischerei passt nicht in die Vorstellung vieler Menschen von einer nachhaltigen Fischereiund auch wir bedauern jeden einzelnen Fall. Aber für eine wissenschaftliche Beurteilung der Nachhaltigkeit einer Fischerei liegt der Fokus nie auf dem einzelnen Tier, sondern immer auf dem Wohl des Gesamtbestands.

Lesen Sie mehr über die mexikanische Thunfischfischerei und die Leistung, die sie in den letzten Jahren für den Delfinschutz erbracht hat.


Sterben beim Thunfischfang Delfine?

In den meisten Weltregionen und bei den meisten Thunfischarten leben Thunfische und Delfine getrennt voneinander. Delfinbeifang ist die hier die absolute Ausnahme.

Die Symbiose von Thunfischen und Delfinen ist ein besonderes Phänomen, das nur in einer Meeresregion und dort auch nur bei einer Thunfischart zu beobachten ist: Im mexikanischen Nordostpazifik schwimmt der Gelbflossenthunfisch zusammen mit Delfinschulen. Dies führte vor allem in den 70er und 80er Jahren zu hohen Delfinbeifängen.

Die mexikanische Gelbflossenthunfisch-Fischerei hat in den letzten drei Jahrzehnten erhebliche und erfolgreiche Anstrengungen übernommen, um den Beifang von Delfinen zu vermeiden. Sie setzt heute unter anderem bei jeder einzelnen Fangfahrt Taucher ein, um alle Netze unter Wasser zu begleiten und Delfine, die möglicherweise darin gefangen sind, zu befreien. Lesen Sie hier mehr darüber.


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