Kabeljau

Der Kabeljau ist von Überfischung bedroht, doch nicht in allen Fanggebieten. Erfahren Sie hier alles über den wichtigen Speisefisch, welche Rolle er bei der Gründung des MSC spielte und welchen Kabeljau Sie auch weiterhin genießen können.

Illustration of Gadus Morhua (Atlantic Cod)

Lat.: Gadus morhua

Alter: bis zu 25 Jahre

Größe: Ø 60 cm

Gewicht: Ø 15 kg  


Allgemeine Informationen zum Kabeljau

Was ist der Unterschied zwischen Kabeljau und Dorsch? Es gibt keinen! Die Namen Kabeljau und Dorsch bezeichnen dieselbe Fischart. Der Kabeljau (Gadus morhua) ist der wichtigste Vertreter der Familie der Dorsche (Gadidae), weshalb er manchmal auch einfach Dorsch genannt wird. In Deutschland werden so allgemein die Jungtiere vor der Geschlechtsreife sowie die kleineren Kabeljaue aus der Ostsee bezeichnet.

Auch Skrei ist eine Bezeichnung für Kabeljau, allerdings handelt es sich dabei speziell um geschlechtsreife Kabeljaue aus der Barentssee, die zwischen Januar und April zum Laichen in die wärmeren Gewässer vor den Lofoten wandern.

Der Kabeljau ist eng mit dem Seelachs (Köhler) und dem Alaska-Seelachs (Pazifischer Pollack) verwandt, die ebenfalls zur Familie der Dorsche gehören und ihre Namen nur einer klugen Verkaufsstrategie aus der Zeit des Lachssterbens verdanken.

Die natürlichen Bestände des Atlantischen Kabeljaus befinden sich seit den 1990er Jahren in einem sehr kritischen Zustand. Durch jahrzehntelange Überfischung wurden die Bestände enorm geschwächt und sind in einigen großen Fanggebieten, beispielsweise vor den Großen Neufundlandbänken, sogar völlig zusammengebrochen.

Dieses Ereignis führten nach einer gemeinsamen Absichtserklärung von WWF und Unilever schließlich zur Gründung des MSC, der sich seither um Nachhaltigkeit in der Fischerei kümmert und diese mit seinem Siegel für den Verbraucher transparent macht.

Die Kabeljaubestände vor den Großen Neufundlandbänken haben sich zwar durch ein strenges Fischereimanagement leicht erholt, es besteht jedoch nach wie vor ein Fang-Moratorium, da die erforderlichen Mindestgrenzen für die Kabeljaufischer längst nicht erreicht sind.

Aussehen

Der Atlantische Kabeljau ist ein mittelgroßer Fisch mit durchschnittlich 50 bis 60 cm Länge und einem Gewicht von etwa 15 kg. Der Körper ist langgestreckt, mit einer hellen Seitenlinie und im Querschnitt nahezu rund. Er mündet in einen schmalen, spitz zulaufenden Kopf mit einem auffällig vorstehenden Oberkiefer und einem deutlich sichtbaren Bartfaden (Bartel) am Unterkiefer.

Charakteristisch sind die dunkel marmorierte Färbung und eine helle, gebogene Seitenlinie. Die Grundfarbe kann sich stark unterscheiden und richtet sich in erster Linie nach dem Lebensraum des Kabeljaus. In Regionen mit hohem Seegras- und Algenvorkommen ist die Farbgebung grünlich oder rötlich bis goldbraun und in sandigen Gebieten eher grau bis sandfarben. Allen gemeinsam ist jedoch die helle silbrige Haut am Bauch.

Wie alle dorschartigen Fische hat der Kabeljau drei eng zusammenstehende Rückenflossen und zwei nahezu gleich lange Afterflossen. Ein besonderes Merkmal ist außerdem die auffällig gerade Schwanzflosse.

Lebensweise

Der Kabeljau fühlt sich in einer Wassertemperatur zwischen 0 und 20 Grad Celsius am wohlsten. Aus diesem Grund ist sein bevorzugter Lebensraum in den Küstengebieten des Nordatlantik, in der Nordsee und der Barentssee. Auch in der Ostsee kommt der Kabeljau unter dem Namen Dorsch vor, allerdings ist er dort deutlich kleiner und leichter als seine Verwandten aus dem Nordatlantik.

Der Kabeljau ist ein sogenannter Bodenfisch und hält sich in der Regel am Meeresboden auf. Jungtiere bewegen sich häufig in küstennahen Gebieten in einer Tiefe zwischen 10 und 30 m, wo sie sich im dichten Seegras gut vor Fressfeinden verstecken können. Ausgewachsene Kabeljaue bevorzugen größere Tiefen zwischen 150 und 200 m, sind aber auch in Gewässertiefen bis zu 600 m zu finden. Nur zur Nahrungssuche und zur Fortpflanzung verlassen sie den Meeresboden und steigen in geringere Tiefen von etwa 30 bis 80 m auf. Außerdem wechseln sie zu diesem Zweck die Region und legen dafür abhängig von den vorherrschenden Bedingungen im Meer bis zu 900 km zurück.

Kabeljaue sind nachtaktive Räuber, die sich als Jungtiere von Plankton, Würmern, Weichtieren und Krebstieren ernähren, ausgewachsen aber mit Vorliebe Jagd auf Heringe, Schellfische oder Tintenfische machen. Auch Kannibalismus ist ihnen nicht fremd.

 

Fanggebiete

Kabeljau FAO Fanggebiet

Fischerei & Nachhaltigkeit

Da sich der Kabeljau vorwiegend am Meeresgrund aufhält, wird er üblicherweise mit Grundschleppnetzen oder Stellnetzen gefangen. Die dänische Kabeljaufischerei nutzt in erster Linie die Snurrewade – eine Mischung aus Grundschleppnetz und Ringwade. Bei diesem Verfahren werden die Kabeljaue umzingelt und in einen an Schleppleinen gezogenen Netzsack getrieben. In Gegenden, in denen sich die Kabeljaue pelagisch (also frei schwimmend weit über dem Meeresboden) bewegen, kommen außerdem Ringwaden, pelagische Schleppnetze und Schleppangeln zum Einsatz.

Der Zustand der Kabeljaubestände vor Neufundland ist nach wie vor kritisch. Trotz des weiterhin geltenden Fangmoratoriums in den kanadischen Fanggründen erholen sie sich nur langsam von der extremen Überfischung in der Vergangenheit.

Auch in der Nordsee war die Lage lange Zeit kritisch und es zeichnete sich eine ähnliche Entwicklung wie in Kanada ab. Allerdings konnten vorausschauendes Fischereimanagement und nachhaltige Fangmethoden hier Schlimmeres verhindern. Seit 2006 erholen sich die Bestände.

Ein gutes Beispiel für nachhaltige Kabeljaufischerei ist der norwegische Skrei. Er wird aufgrund seiner Fangzeit von Januar bis April auch Winterkabeljau genannt und wird ausschließlich mit Handangeln und Langleinen gefangen. Das sind besonders schonende Fangmethoden, da sie das Ökosystem am Meeresboden nicht beeinträchtigen und den Beifang auf ein absolutes Minimum beschränken.

Weltweit gesehen ist der Kabeljau nach wie vor eine gefährdete Fischart. Aus diesem Grund ist es besonders wichtig, beim Kauf auf die Herkunft zu achten. Kabeljau mit dem MSC-Siegel stammt aus einer der zertifizierten Fischereien, die sich dazu verpflichtet haben, die Richtlinien des MSC-Umweltstandards einzuhalten, was regelmäßig von unabhängigen Experten überprüft wird.

Kabeljau auf dem Teller

Das Fleisch des Kabeljaus ist zart, fest, sehr mager und gilt als außerordentlich schmackhaft. Es enthält viele Nähr- und Mineralstoffe sowie einen vergleichsweise hohen Anteil der Spurenelemente Fluor, Selen und Jod. Diese Inhaltsstoffe unterstützen das menschliche Immunsystem und den Stoffwechsel. Daher ist Kabeljau der ideale Fisch für eine gesunde und ausgewogene Ernährung.

Die zarte Struktur des Kabeljaus macht ihn leider anfällig für Bakterien, deshalb sollte er nur ganz frisch verzehrt und nicht länger als einen Tag (gut gekühlt!) gelagert werden. Für die Zubereitung kommen viele Möglichkeiten in Frage. Der einzigartige Geschmack kommt beim kurzen Anbraten mit mediterranen Kräutern genauso gut zur Geltung wie zu einer kräftigen Sauce Hollandaise oder als Bestandteil bunter Fisch-Gemüse-Spieße.

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