Fischen in der Arktis — Marine Stewardship Council
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Fischen in der Arktis

Die Arktis ist die nördlichste Erdregion. Sie bedeckt die nördlichen Teile der drei Kontinente Europa, Asien und Nordamerika sowie das (noch) größtenteils von Eis bedeckte Nordpolarmeer. Ganz grob kann man sagen, dass die Arktis das Gebiet oberhalb des Nordpolarkreises ist. Hinzu kommen aber nach neueren Definitionen auch die Gebiete, in denen es selbst im wärmsten Monat (Juli) durchschnittlich nie wärmer als 10°C wird.

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Nachhaltige Fischerei in arktischen Gewässern

Die Arktis beherbergt eine Vielzahl sensibler Lebensräume, die zum Teil noch wenig erforscht sind – und bereits stark vom Klimawandel bedroht sind. Um die marine Vielfalt und das Gleichgewicht in diesem empfindlichen Ökosystem nicht zu gefährden, ist es besonders wichtig, die Auswirkungen der Fischerei zu kennen und zu regulieren.

MSC-zertifizierte Fischereien müssen verschiedene Voraussetzungen erfüllen, um den Erhalt der Ertragsfähigkeit und Artenvielfalt empfindlicher Lebensräume im Meer zu sichern. Alle zertifizierten Fischereien müssen wissenschaftsbasierte Daten und Beweise an die unabhängigen Gutachter liefern, um zu zeigen, dass der Lebensraum, in dem sie fischen, intakt ist und bleibt. Die MSC-zertifizierten Fischereien in der Arktis haben in umfangreiche Monitoring- und Managementprogramme investiert, um die sensiblen arktischen Lebensräume zu schützen und eine bleibende Schädigung zu verhindern.

Für die Bereiche der Arktis, die zuvor von Meereis bedeckt waren, liegen häufig nur begrenzte Daten und Forschungsarbeiten vor. Welche Auswirkungen eine Fischerei hier auf die nun zugänglichen Organismen am Meeresboden hat, ist daher schwerer als üblich einschätzbar. Fischereien, die in diesem Gebiet das MSC-Siegel erhalten wollen, müssen deshalb deutlich geringere Fangaktivitäten aufweisen, als sie dies in Gebieten mit besserer Datenlage dürften.

Jegliche Erweiterung des Fanggebietes erfordert eine erneute wissenschaftliche Bewertung, die sicherstellt, dass die Aktivitäten der zertifizierten Flotte im neuen Fanggebiet ebenfalls den Kriterien an eine nachhaltige Fischerei entsprechen. Es muss sichergestellt sein, dass die Fischereiaktivitäten auch im neuen Fanggebiet gut gemanagt sind und keine langfristige Schädigung des Lebensraums verursachen.

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Besondere Aktionspläne der MSC-zertifizierten Fischereien in der Barentssee

Die MSC-zertifizierten Fischereien in der Barentssee – ein Teil der Arktis – führen umfassende Überwachungs- und Kartierungsmaßnahmen durch. Bild Arktis Kabeljaufischer vor LofotenDarunter das norwegische MAREANO Programm sowie das PINRO-IMR Projekt, ein gemeinsamer norwegisch-russischer Umweltstatusbericht über das Ökosystem Barentssee. Diese Initiativen haben bereits zu umfangreichen Datensammlungen zu den Lebensräumen in der Barentssee geführt. Außerdem wollen sie noch weitere Fragen wie die folgenden umfassend beantworten: Woraus setzt sich der Meeresboden in diesem Gebiet zusammen? Wie sind die dortigen Lebensräume und die Artenvielfalt am Meeresboden verteilt?

Im Rahmen ihrer MSC-Zertifizierung und aufgrund geltender gesetzlicher Regulierungen dürfen Fischereien in der Barentssee nicht in Gebieten mit empfindlichen Lebensräumen fischen. Die norwegische MSC-zertifizierte Kabeljaufischerei in der Barentssee zum Beispiel fischt nur in vorgegebenen "Korridoren", wenn sie in Bodennähe fängt. Hier geht’s zur Fallstudie über die norwegische Kabeljaufischerei in der Nordost-Arktis >>

Die zertifizierten Fischereien in der Barentssee müssen sich an strikte Regeln halten: Sollten sie beispielsweise Schwämme und Korallen im Fang haben, müssen sie das Fischen in diesem Gebiet sofort einstellen und mindestens zwei Seemeilen weiterfahren, bevor sie ihre Netze wieder auslegen. Außerdem müssen sie die Gebiete mit Schwämmen und Korallen melden, damit auch andere Fischereien diese Gebiete umfahren. 

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