Seelachs

Der Seelachs ist in Deutschland ein begehrter Fisch für eine Vielzahl von Gerichten. Doch nur die wenigsten wissen, dass er mit dem Lachs nicht mehr als den Namen gemeinsam hat. Wir verraten Ihnen, was für ein Fisch der Seelachs ist, was ihn vom Alaska-Seelachs unterscheidet und wie er überhaupt zu seinem Namen kam.

Pollock

Lat.:  Pollachius virens

Auch Köhler genannt

Größe: Ø 70 cm

Alter: bis 25 Jahre   


Allgemeine Informationen zu Seelachs

Der Seelachs (Pollachius virens) gehört zur Familie der Dorsche und ist ein naher Verwandter des Kabeljaus. Er wurde bis Anfang des 20. Jahrhunderts Köhler oder Kohlfisch genannt. Unter diesem Namen ist er Fischern und Fischexperten auch heute noch bekannt.

Seinen neuen Namen verdankt er einer klugen Verkaufsstrategie. Ungefähr zur Zeit des Ersten Weltkrieges wurden echte Lachse in den deutschen Flüssen immer rarer. Sie galten als Delikatesse und waren dementsprechend begehrt. Kurzentschlossen wurde deshalb das dunkle Fleisch des wenig beliebten Köhlers rot eingefärbt, in Salz und Öl eingelegt und als Lachsersatz verkauft. Die Strategie ging auf. Binnen kürzester Zeit wurde der Köhler-Lachsersatz zum Verkaufserfolg. Nun musste nur noch ein neuer Name her, der weniger deutlich macht, dass es sich bei dem schmackhaften Fisch lediglich um ein Ersatzprodukt handelt – der Seelachs war geboren.

Aussehen

Der Seelachs hat einen schlanken, langgestreckten Körper, der am Rücken und Kopf dunkel, fast schwarz gefärbt ist. Sogar das Maul ist innen schwarz. Dieser auffälligen Färbung verdankt er auch den Namen Köhler oder Kohlfisch. Zum Bauch hin wird er heller und schließlich silbrig-weiß. Charakteristisch sind ein heller Seitenstreifen, der parallel zum Rücken verläuft, und der deutlich vorstehende Unterkiefer von älteren Tieren. Sie haben drei nahezu gleich lange Rückenflossen und zwei eng zusammenstehende Afterflossen.

Obwohl der Seelachs zur Familie der Dorsche gehört, fehlt ihm der für diese Fische typische Kinnfaden.

Seelachse erreichen ein stolzes Alter von 20 bis 25 Jahren und können bis zu 1,20 m lang werden.

Lebensweise

Seelachse sind Räuber und ernähren sich von anderen Fischen. Ausgewachsene Tiere machen am liebsten Jagd auf kleinere Schwarmfische wie Heringe, Makrelen, Sprotten und ähnliche Arten. Jungtiere ernähren sich vorwiegend von Fischlaich und Krebstieren.

Der Seelachs lebt in gemäßigten bis kalten Gewässern, vor allem Nordatlantik und im Norden der Nordsee. Das unterscheidet ihn von seinem nahen Verwandten, dem Alaska-Seelachs, der ausschließlich im Nordpazifik anzutreffen ist. In den letzten Jahren wurden Köhler vermehrt auch in der Ostsee gesichtet. Sie bewegen sich in großen Schwärmen sowohl in Küstennähe als auch im offenen Meer.

Fanggebiete

Seelachs FAO Fanggebiete

Fischerei & Nachhaltigkeit

Seelachse bewegen sich freischwimmend im offenen Meer. Sie werden verhältnismäßig groß und alt, was auch bedeutet, dass sie langsam wachsen und erst spät geschlechtsreif werden. Um Seelachs nachhaltig befischen zu können muss darauf geachtet werden, dass nur ausgewachsene Fische gefangen werden, um die Bestände nicht in Gefahr zu bringen. Seelachs gilt in Europa als nicht gefährdet.

Die gängigen Fangmethoden sind pelagische Schleppnetze, Grundschleppnetze, Ringwaden, Stellnetze und Langleinen. Auch manche MSC-zertifizierten Seelachsfischereien arbeiten mit Grundschleppnetzen. Dabei müssen sie darauf achten, ihren Einfluss auf das marine Ökosystem möglichst gering zu halten und nachhaltig zu verbessern. Maßnahmen sind Vorgaben zu Maschengrößen, um Beifang zu verhindern und Sperrungen von Fanggebieten für bestimmte Fangmethoden und in Schonzeiten.

Bei Seelachs mit dem MSC-Siegel kann man sicher sein, dass er aus einer Fischerei stammt, die von unabhängigen Experten streng kontrolliert wird und ihre Fangdaten wissenschaftlichen Auswertungen zur Verfügung stellt. Es gibt eine Vielzahl solcher Produkte in den großen deutschen, österreichischen und Schweizer Supermärkten, ob als Schlemmerfilets, Pasteten, Trockenfisch oder völlig naturbelassen.

Seelachs auf dem Teller

Von dem früheren Widerwillen dem Seelachs gegenüber ist heute nichts mehr zu spüren. Er zählt längst zu den beliebtesten Speisefischen. Fischliebhaber schätzen ihn für seinen aromatischen, würzigen Geschmack und sein festes, fettarmes Fleisch. Außerdem ist er eine sehr gute Quelle für hochwertige Proteine.

Dank seines kräftigen Geschmacks wird Seelachs häufig für verarbeitete Fischprodukte wie Fischstäbchen und Schlemmerfilets verwendet. Doch auch ganz naturbelassen oder als Filet bietet er eine hervorragende Grundlage für eigene Rezepte. Ob man ihn für kräftig gewürzte asiatische oder milde mediterrane Gerichte zubereitest, bleibt ganz dem eigenen Geschmack überlassen, der Seelachs passt zu allen Küchen. Sogar die ganz einfache Kombination mit Salzkartoffeln und etwas Butter ist eine echte Delikatesse.

Außerdem ist der Seelachs ein ausgezeichneter Grillfisch, da das feste Fleisch auf dem Grill nicht zerfällt und die Grillaromen sehr gut zum typischen Seelachs-Geschmack passen.

Rezepte

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Mediterraner Seelachs exotisch angehaucht

Vorbereitung 30 mins
Garzeit 20 mins
Portionen 4
Video
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