Was jeder von uns gegen Überfischung tun kann

8 Tipps für den Alltag, um eines der dringlichsten Probleme der Meere anzupacken: Überfischung.

Mehr als ein Drittel der weltweiten Fischbestände, die für den kommerziellen Fischfang genutzt werden, sind überfischt. Tendenz steigend.

Die Auswirkungen von Überfischung sind vielseitig und in jedem Fall negativ. Die Politik ist gefragt, Fischereien müssen umdenken. Auch wir Konsumenten können dazu beitragen, das Problem Überfischung abzumildern.

Check deinen Fisch, frag das Fachpersonal

Unsere Wahl entscheidet, wie nachhaltig die Meere genutzt werden

8 Tipps gegen Überfischung

Sich interessieren und informieren

Glückwunsch, allein die Tatsache, dass Sie diesen Artikel lesen, hilft! Denn sich mit dem Thema Überfischung überhaupt zu befassen, ein Bewusstsein für diese Problematik zu entwickeln, ist ein toller erster Schritt.

Informieren Sie sich, lesen Sie weitere Inhalte auf unserer Website, schauen Sie sich unsere Videos an. Es wäre ein Irrglaube anzunehmen, dass die Meere unerschöpflich seien. Erfahren Sie, was es mit nachhaltiger Fischerei auf sich hat.

Fisch als Delikatesse begreifen

Kein Mensch in unseren Breiten ist auf Fisch als Protein- und Nahrungsquelle angewiesen. Das sieht in anderen Teilen der Welt mitunter ganz anders aus. Daher sollte es uns leicht fallen, Fisch wieder als Delikatesse anzusehen und somit seltener und noch bewusster zu genießen.

Sorry für das platte Wortspiel, aber hier ist weniger wirklich mal Meer. Die Fischbestände werden es Ihnen danken.

Auf nachhaltige Herkunft von Fisch achten

Wenn Fisch, dann nachhaltig – so ungefähr lautet die auf den Punkt gebrachte Parole des Marine Stewardship Council (MSC), die locker auf einen Bierdeckel passt. Wir machen uns seit 25 Jahren stark dafür, die weltweite Fischerei in nachhaltigere Bahnen zu lenken und so Überfischung zu bekämpfen.

Wenn Sie Fischprodukte mit dem MSC-Siegel wählen, signalisieren Sie dem Handel, dass Sie Wert auf Fisch aus zertifiziert nachhaltiger Fischerei legen. Diese Nachfrage spüren auch die Fischer, die sich daraufhin überlegen, sich nach dem strengen Fischereistandard des MSC prüfen und zertifizieren zu lassen. Ein Kreislauf mit Wirkung. Und ein dankender Lohn für nachhaltig arbeitende Fischer. 

Bedrohte Fischarten meiden

Sie benötigen unseren besonderen Schutz: bedrohten Fischarten und Fischarten aus bedrohten Beständen können Sie aus dem Weg gehen, indem Sie auf das Siegel des MSC achten (siehe nachhaltige Herkunft).

Sollten Sie sich für einen Fisch, eine Muschel oder Garnele interessieren, welches kein Siegel trägt, hilft der Blick in den Fischratgeber des WWF weiter. 

Nachfragen lohnt

Gehen Sie der Sache auf den Grund: fragen Sie die freundliche Fachkraft an der Frischfischtheke im Supermarkt oder am Fischstand auf dem Wochenmarkt. Fragen Sie den Kellner im Restaurant oder die Bedienung in der Sushi-Bar. Fragen Sie denjenigen, der Ihnen im Urlaub an der Küste ein frisches Fisch- oder Krabbenbrötchen zubereitet.

Fragen Sie, woher der Fisch kommt, wie und wo er gefangen wurde, ob das auch alles nachhaltig ist. Zeigen Sie als Konsument echtes Interesse, damit der oben beschriebene Kreislauf in Schwung bleibt. Die Marktnachfrage ist ein wirkungsvoller Hebel.

Raus aus dem Einerlei

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier, wer kann sich davon schon wirklich freimachen? Wie wäre es, andere, weniger gefährdete Fischarten auszuprobieren? Muss es immer das Filet eines eher großen Fisches sein oder könnten Sie nicht auch einen kleinen Schwarmfisch probieren? Nur Mut! Achten Sie z. B. auf Sprotten, Sardinen oder auch Heringe. Am besten natürlich mit dem kleinen blauen MSC-Siegel. 

Schwarmfische wie diese sind unempfindlicher gegenüber Überfischung, weil sie kurze Lebenszyklen und viele Nachkommen haben. Außerdem ernähren sie sich zum Teil von Plankton und sind somit auf den unteren Stufen des Nahrungsnetzes unterwegs. Das macht sie zu einer effektiven Proteinquelle, die in vielen Meeresgebieten auch weniger mit Umwelttoxinen belastet ist.

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Hilfe für die Meere

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Und was ist mit Fischen aus Aquakultur?

Auf Zuchtfisch aus Aquakultur zurückzugreifen, trägt auch dazu bei, die wilden Fischbestände nicht zu beeinflussen. Der Aquakultur kommt seit Jahren eine immer größer werdende Rolle zu. Im Jahr 2018 stammten laut Welternährungsorganisation FAO bereits 46 Prozent aller weltweit „produzierten“ (also wild gefangenen oder gezüchteten ) Fische und Meeresfrüchte aus Zuchtanlagen – im Jahr 2000 waren es noch 25,7 Prozent.

Wo kommen die großen Zuchtfischmengen her? Vor allem aus Asien: Hier wurden in den letzten 20 Jahren 89 Prozent der weltweiten Gesamtmenge an Zuchtfisch produziert, so die FAO. 

Wer zum Zuchtfisch greift, sollte auf das ASC-Siegel achten. Es kennzeichnet ausschließlich Produkte von Betrieben, die unabhängig geprüft und als umwelt- und sozialverträglich zertifiziert wurden.

Gar keinen Fisch essen

Jeder, der auf den Verzehr von Fisch, Muscheln oder Garnelen verzichtet, trägt ganz klar dazu bei, Überfischung einzudämmen. Das ist eine sehr persönliche, konsequente und recht radikale Entscheidung.

Diese Wahl hat allerdings nicht jeder Mensch. Für viele ist Fisch als Proteinquelle lebenswichtig. Fisch versorgt etwa 3,3 Milliarden Menschen mit fast 20 Prozent ihrer durchschnittlichen Pro-Kopf-Aufnahme an tierischem Eiweiß, so die FAO


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