Nordseekrabbe

Kein Nordseeurlauber kommt an den berühmten norddeutschen Krabben vorbei. Mehr über die berühmte Delikatesse und wie sie sich ganz einfach Zuhause zubereiten lässt, gibt es hier.


Lat.: Crangon crangon

Korrekte Bezeichnung: Nordseegarnele

Alter: 2 - 3 Jahre

Größe: 7 - 10 cm


Was sind Nordseekrabben?

Die Nordseekrabbe (Crangon crangon) heißt eigentlich Nordsee- oder Sandgarnele und ist eine der mehr als 2000 Krebstiere, die unter der generischen Bezeichnung Garnele zusammengefasst werden. Den Beinamen Krabbe hat sie nur der Küchensprache zu verdanken.

 

Fischerei & Nachhaltigkeit bei der Nordseekrabbe

Um die am Boden lebenden Nordseegarnelen zu fangen, werden engmaschige Grundschleppnetze eingesetzt, die wegen der baumartigen Ausleger der Fischkutter Baumkurren genannt wegen. Die Netze werden an langen Leinen über den Meeresgrund gezogen und können die dort lebenden Organismen schädigen.

Da die Maschengröße aufgrund der geringen Größe der Nordseegarnelen relativ gering ist, kann die Krabbenfischerei zudem hohe Beifangmengen haben.

Die Fischerei auf Nordseekrabben ist gesetzlich kaum reguliert - als eine der letzten europäischen Fischereien unterliegt sie keinen von der EU vorgegebenen Fangquoten.

Im Zuge der MSC-Zertifizierung der Nordseekrabbenfischer in Deutschland, den Niederlanden und Dänemark wurde ein Bewirtschaftungsplan erarbeitet. Dieser enthält eine Fangmengenregulierung (-> zur Vermeidung von Überfischung) und schreibt eine Erweiterung der Maschengrößen vor (-> zur Reduzierung von Beifang). Außerdem dürfen die zertifizierten Krabbenfischer nicht in Wattenmeer-Gebieten mit sensible Böden fischen.

Ein Gremium von unabhängigen Experten prüft regelmäßig, ob die Kriterien des MSC-Umweltstandards für nachhaltige Fischerei eingehalten und die Bedingungen für eine Zertifizierung langfristig erfüllt werden.

Fanggebiete: Wo leben Nordseekrabben?

Der Lebensraum der Nordseekrabbe ist der gesamte Nordostatlantik, die Ostsee und natürlich die Nordseeküste vor Belgien, Holland, Deutschland und Dänemark. Dort leben sie bevorzugt in Buchten mit relativ seichten Wassertiefen von durchschnittlich 20 Metern.

Die Larven der Nordseekrabbe leben zunächst freischwimmend im offenen Meer. Nach mehreren Wachstumsphasen, in denen sie sich immer wieder häuten, gehen sie schließlich zum Bodenleben in Küstennähe über. Sie fühlen sich auf sandigen Untergründen am wohlsten, wo sie sich zum Schutz vor Fressfeinden vergraben und leicht kleine Krebse, Schnecken, Würmer und Muscheln finden, von denen sie sich hauptsächlich ernähren. Sie selbst stellen eine bedeutende Nahrungsquelle für Seevögel und Fische dar.

FAO Fanggebiet Nordseekrabbe

Wie sehen Nordseekrabben aus?

Die Farbe der Nordseegarnele ist grau-braun. Deswegen werden sie im Französischen „crevette grise“, im Englischen „brown shrimp“ genannt. Erst im gekochten Zustand bekommt das Fleisch die typische blassrosa bis rötliche Färbung.

Nordseegarnelen Männchen können es auf 7 cm, Weibchen auf bis zu 10 cm Körperlänge bringen. Sie habenzehn Paar Füße, wobei die beiden vorderen Paare mit Scheren zu Greiforganen umgebildet sind, die drei dahinterliegenden als Schreitbeine dienen, mit deren Hilfe sich die Garnelen im Wasser bewegen. Die fünf Beinpaare des Hinterleibs dienen als Schwimmbeine. Auch ihren Schwanzfächer kann die Nordseegarnele ruckartig bewegen, um schnell aus Gefahrensituationen zu fliehen.

 

Nordseekrabbe auf dem Teller

Nordseekrabben sind eine besondere Spezialität der norddeutschen Küche. Sie haben ein würzig-nussiges Aroma und verleihen auch simplen Gerichten den typischen Geschmack nach Meer und Urlaub. Im Handel erhält man sie oftmals schon gekocht und geschält unter der Bezeichnung Krabbenfleisch, entweder in Konserven oder als Tiefkühlprodukt. Bei Fischhändlern kann man allerdings auch frisch gekochte, ungeschälte Nordseekrabben kaufen.

Wie alle Garnelenarten sind auch Nordseekrabben aufgrund ihres hohen Eiweiß- und geringen Fettanteils besonders gesund. Sie enthalten zudem Vitamin D und B12 sowie wichtige Mineralstoffe wie Magnesium, Kalzium, Natrium, Selen, Zink und vor allem viel Jod – allesamt wichtige Stoffe für das menschliche Immunsystem.

Die Verwendungsmöglichkeiten für Nordseekrabben in der Küche sind äußerst vielfältig. Für typische norddeutsche Gerichte werden die Krabben als Brotbelag (Krabbenbrötchen) verwendet oder zu Krabbensalat oder -cocktails verarbeitet. Für einen traditionellen Krabbensalat vermengt man das geschälte Krabbenfleisch mit Salatmayonnaise, Gurke und würzt alles mit Salz, Pfeffer, Dill und etwas Zitronensaft. Für Krabbencocktails gibt es eine Unmenge an Rezepten. Typischerweise wird das Krabbenfleisch dafür jedoch mit einer würzigen Sauce aus Mayonnaise, saurer Sahne, Meerrettich, Tabasco und Worcestersauce gemischt und zu Eisbergsalat gereicht.

Doch man muss sich nicht von den traditionellen Rezepten einschränken lassen, sondern kann ganz nach dem eigenen Geschmack sämtliche mediterranen und asiatischen Gerichte mit dem würzigen Fleisch der Nordseekrabben verfeinern.

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