Rotbarsch

Der Rotbarsch sieht nicht nur toll aus, er schmeckt auch gut – allerdings nicht seinen Fressfeinden, für die er dank seiner starken Stacheln alles andere als ein Genuss ist. Doch die menschliche Fangemeinde für sein zartes, aber festes zartrosa Fleisch wächst seit Jahren.

Redfish Sebastes marinus (c) Scandinavian Fishing Yearbook

Lat.: Sebastes norvegicus (früher: Sebastes marinus)

Alter: bis zu 60 Jahre

Größe: Ø 45 cm

Gewicht: Ø 1,2 kg  


Allgemeine Informationen zu Rotbarsch

Der Rotbarsch (Sebastes norvegicus) ist der bekannteste Vertreter aus der Familie der Stachelköpfe (Sebastidae). Aufgrund seiner rotgold schimmernden Färbung wird er auch als Goldbarsch bezeichnet. Das führt manchmal zu Verwirrung, da man leicht meinen könnte, es handelt sich um zwei verschiedene Arten. Doch das ist ein Irrtum – es besteht kein Unterschied zwischen Rotbarsch und Goldbarsch.

Aussehen

Der Name des Rotbarsches kommt nicht von ungefähr – Rücken und Seiten der ausgewachsenen Tiere haben eine kräftige leuchtend rote Farbe, die am Bauch in ein schimmerndes Hellrot übergeht. Die Jungtiere sind hingegen zur Tarnung vor Fressfeinden in einem hellen Braunton gefärbt.

Besonders auffällig ist die erste der beiden Rückenflossen, die mit deutlich sichtbaren, stachelförmigen Flossenstrahlen versehen ist. Diese haben in erster Linie eine Abwehr- und Schutzfunktion, denn sie machen den Rotbarsch für Fressfeinde beinahe ungenießbar. Die zweite Rückenflosse, die Schwanzflosse sowie die Bauchflossen enthalten ebenfalls Stacheln, die jedoch weniger deutlich ausgeprägt und insgesamt weicher sind. Die Schuppen vom Rotbarsch sind dornenförmig und außergewöhnlich hart.  

Der Rotbarsch wächst sehr langsam, kann dafür aber besonders in der Tiefsee eine beachtliche Länge von bis zu einem Meter und eine Masse von bis zu 15 Kilogramm erreichen, wenn er alt genug wird. Unter optimalen Bedingungen können Rotbarsche bis zu 60 Jahre alt werden.

Lebensweise

Rotbarsche lebt im Nordatlantik und dort vor allem im europäischen Nordmeer in einem großen Gebiet zwischen den Küsten von Norwegen, Island, Grönland, den Färöer-Inseln, Schottland und Schweden. Sie bevorzugen Wassertemperaturen zwischen 3 und 8 Grad Celsius.

Rotbarsche sind Schwarmfische, die sich in Tiefen zwischen 200 und 1000 Metern pelagisch oder knapp über dem Meeresgrund bewegen. Dort ernähren sie sich von Krill, kleinen Krebsen, Tintenfischen und anderen Fischen wie zu Beispiel Heringen, Lodden und jungen Dorschen.

Im Unterschied zu den meisten anderen Fischarten bringen Rotbarsche ihren Nachwuchs lebend zur Welt. Sie werden erst sehr spät, im Alter von 10 bis 12 Jahren, geschlechtsreif. Je nach Lebensraum paaren sie sich in den späten Herbst- oder Wintermonaten. Da die Eier zu diesem Zeitpunkt noch nicht reif sind, bewahren die Rotbarsch-Weibchen die Spermien auf, sodass einige Monate später eine innere Befruchtung stattfinden kann. Zwischen April und Juni werden dann bis zu 150.000 Larven geboren – im Vergleich zu anderen Fischarten eine verhältnismäßig geringe Anzahl.

Fanggebiete

Rotbarsch Fanggebiet FAO

Fischerei & Nachhaltigkeit

Als Schwarmfische werden Rotbarsche in erster Linie mit Schleppnetzen gefangen. Je nach Lebensweise des jeweiligen Bestandes kommen entweder Grundscherbrettnetze oder pelagische Scherbrettnetze zum Einsatz. Beide Fanggeräte werden an langen Schleppleinen von einem Schiff durch das Meer gezogen, um den Fischschwarm möglichst vollständig zu umschließen. Während Grundscherbrettnetze dabei den Meeresboden berühren, schwimmen die pelagischen Netze frei im Meer und sind deshalb oft schonender für das Ökosystem. 

Verbesserungen am Fanggerät, wie zum Beispiel den Einsatz von bodenschonenderen Gummirollen an Grundscherbrettnetzen sowie Fluchtfenster und eine großzügigere Maschengröße, die Jungtieren die Flucht aus dem Netz erlauben, ermöglichen eine nachhaltigere Rotbarsch-Fischerei.

Rotbarsch ist einer der beliebtesten Speisefische und von großer wirtschaftlicher Bedeutung. Aufgrund des besonders langsamen Wachstums, der späten Geschlechtsreife und der verhältnismäßig geringen Anzahl von Nachkommen müssen die Rotbarsch-Bestände allerdings besonders geschützt werden.

Da viele Rotbarschbestände von Überfischung bedroht sind, ist es beim Kauf von Rotbarsch besonders wichtig, auf das MSC Siegel zu achten. Beim Kauf von Rotbarschprodukten mit dem blauen MSC-Siegel kann man sicher sein, dass die Bestände nachhaltig befischt werden und die Fischerei die strengen Kriterien des MSC-Umweltstandards für nachhaltige Fischerei erfüllt. In regelmäßigen Abständen wird die Fischerei von unabhängigen Experten daraufhin überprüft und zur ständigen Verbesserung und Weiterentwicklung ihrer Verfahren angehalten.

Auf dem Teller

Das Fleisch des Rotbarschs gilt als besonders schmackhaft und erfreut sich seit Jahren wachsender Beliebtheit. Es ist angenehm fest und voller gesunder Omega-3-Fettsäuren. Auch Eiweiß und für das Immunsystem wichtige Spurenelemente sind in großer Menge vorhanden. Damit ist Rotbarsch ein sehr gesunder Fisch, der auch von Ernährungsbewussten besonders geschätzt wird. Man findet ihn sowohl frisch beim Fischhändler als auch als Tiefkühlprodukt in allen gut sortierten Supermärkten. Den Rotbarsch sollte man am besten küchenfertig kaufen, da ein Stich von den Stacheln zu Entzündungen führen kann. Der Fisch wird aber in den meisten Fällen sowieso als Filet angeboten.

Das feste Fleisch ist als Filet besonders gut zum Braten und Dünsten geeignet, da es nicht zu schnell zerfällt und dank des charakteristischen Geschmacks nur wenige Gewürze und Zutaten benötigt. Schon eine leichte Zitrusnote und Kartoffeln und grüne Bohnen als Beilage reichen aus, um ein leckeres Rotbarsch-Gericht zuzubereiten. Auch mit verschiedenem Gemüse wie Sellerie, Möhren und Tomaten und einer leichten Weißweinsauce verfeinert ist der Fisch eine echte Delikatesse.

Wer den Aufwand nicht scheut, kann Rotbarsch aber auch in einer würzigen Marinade einlegen oder als Backfisch zubereiten, denn auch intensive Gewürze und Beilagen ergänzen den leicht nussigen Eigengeschmack von Rotbarsch gut. Ebenfalls beliebt ist er als Räucherfisch.

Wer nach einem preisgünstigeren Ersatz für Rotbarsch sucht, kann stattdessen Seelachs oder Kabeljau verwenden.

Rezepte

gefüllter rotbarsch mit soja-glasur

Gefüllter Rotbarsch mit Soja-Glasur

Vorbereitung 10 mins
Garzeit 40 mins
Portionen 4
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Zitrus Rotbarsch aus dem Ofen

Zitrus Rotbarsch aus dem Ofen

Vorbereitung 30 mins
Garzeit 30 mins
Portionen 4
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