Eismeergarnele

Die Eismeergarnele ist eine beliebte Garnelenart. Ihr aromatisches, zartes Fleisch verdankt sie den kalten Gewässern des Nordatlantiks.

Illustration of Pandalus borealis - Northern prawn/Caridean Shrimp

Lat.: Pandalus borealis

Alter: 3 bis 4 Jahre

Größe: bis zu 12 cm


Allgemeine Informationen

Die Eismeergarnele (Pandalus borealis) ist nur eine von über 2000 unter der Sammelbezeichnung Garnelen zusammengefassten Arten. In der Ordnung der Zehnfußkrebse gehört sie zur Familie der Tiefseegarnelen (Pandalidae). Damit ist sie eine bei Feinschmeckern besonders begehrte Delikatesse, denn es gilt – je tiefer und kälter der Lebensraum der Garnele, umso hochwertiger und schmackhafter ist ihr Fleisch.

Wie bei allen Krebstieren ist die Benennung manchmal irreführend. So findet man Eismeergarnelen im Handel und auf Speisekarten auch unter synonym verwendeten Bezeichnungen wie Shrimps oder Krevetten. Abgeleitet von ihrem Lebensraum werden sie teilweise auch als Grönland-, Tiefsee- oder Kaltwassergarnelen bezeichnet.

Aussehen

Eismeergarnelen haben einen langgestreckten, fast rechtwinklig gebogenen Körper, der im Querschnitt leicht oval und von einem chitinhaltigen Panzer umgeben ist, der als Außenskelett dient. Sie haben die für Zehnfußkrebse typischen Antennen am Kopfende, die als Tastorgane funktionieren und ihnen die Orientierung erleichtern. Der hintere Teil des Körpers ist deutlich segmentiert und mit Schwimmbeinen versehen. Ausgewachsen können sie es auf eine Größe von bis zu 16 Zentimeter bringen.

Auffällig an der Eismeergarnele ist ihre rosarote Färbung, die bei vielen anderen Krebstieren erst nach dem Kochen auftritt.

Lebensweise

Eismeergarnelen leben aufgrund ihrer bevorzugten Wassertemperatur von etwa 0 bis 8 Grad in den nördlichen Meeren. Im Nordatlantik sind sie an den Küsten vor Kanada, Grönland, Island und Norwegen zu finden, im Nordpazifik vor der japanischen, russischen sowie der US-amerikanischen Küste sowie in der Beringstraße, in der Nordsee und im Ärmelkanal.

Sie leben über weichem, schlammigen Meeresgrund in größeren Tiefen von 200 bis 700 Metern. Dort ernähren sie sich hauptsächlich von Würmern und kleineren Krebsarten.

Die Fortpflanzung findet in den späten Sommer- und Herbstmonaten statt. Anschließend tragen die Weibchen die befruchteten Eier an ihrem Körper, bis die Larven nach etwa zehn Monaten im Zeitraum von April bis Juni schlüpfen. Das ist die Zeit der ersten Planktonblüte - der Hauptnahrungsquelle der Garnelenlarven.

Eine Besonderheit ist, dass die Larven der Eismeergarnelen durchweg männlich sind. Sie verbringen die erste Zeit ihres Lebens als Männchen und wechseln dann ihr Geschlecht. Nach welchem Zeitraum der Wechsel erfolgt, ist vom Lebensraum der Tiere abhängig.

Fanggebiete

Fischerei & Nachhaltigkeit

Eismeergarnelen sind Bodentiere und werden deshalb üblicherweise mit Grundschleppnetzen gefangen. Das sind große Netze, die von Scherbrettern offengehalten und direkt über den Meeresgrund gezogen werden, um Krebstiere und bodennah lebende Fischarten zu fangen.

Obwohl die Fangmethode oft kritisch betrachtet wird, müssen MSC-zertifizierte Fischereien auch beim Einsatz von Grundschleppnetzen ihre Auswirkungen auf das Ökosystem minimeren. Das tun sie beispielsweise durch Änderungen des Fanggeräts, Anpassungen der Fangzeitung oder Sperrung bestimmter Gebiete für die Fischerei. So nutzt die Eismeergarnelenfischerei vor den Faröer-Inseln sogenannte „Rock Hopper“ Netzte, die leichter sind und weniger Bodenkontakt haben. Die Flotte verfügt über eine große Maschenweite, die den Fang von zu kleinen Garnelen verhindert, sowie obligatorische Sortiergitter, die den Beifang anderer Arten verhindern. Der größte Teil der Fischerei findet außerhalb der Zeit statt, in der die Weibchen Eier tragen, um die Reproduktion der Tiere nicht zu gefährden.

Eismeergarnelen haben hohe Reproduktionszahlen und eine kurze Lebensdauer. Aus diesem Grund sind sie vor Überfischung relativ sicher. Einige Bestände sind jedoch trotzdem durch intensive Fischerei bedroht, weshalb man beim Kauf immer auf das MSC Siegel achten sollte. Das Siegel stellt sicher, dass für das Produkt Eismeergarnelen aus gesunden Beständen verwendet wurden.

Auf dem Teller

Wie alle Garnelenarten zeichnen sich Eismeergarnelen durch sehr mageres Fleisch mit einem hohen Eiweißgehalt aus. Aufgrund ihres Lebensraumes in der Tiefsee gelten sie unter Feinschmeckern als besondere Delikatesse, denn ihr Fleisch ist zarter und aromatischer als das der Süßwasserarten.

Das Fleisch der Eismeergarnele braucht weder viele Gewürze noch eine aufwändige Zubereitung. Garnelen sind deshalb optimal für schnelle, gesunde Gerichte oder um Pasta, Omeletts oder asiatische Reisgerichte zu verfeinern. Dafür werden die Garnelen nur kurz in etwas Knoblauch und Öl angebraten oder für wenige Minuten in einer leichten Sauce gegart. Wichtig ist, dass man sie nicht zu lange großer Hitze aussetzt, denn das Fleisch verliert sonst an Geschmack und die Konsistenz wird gummiartig.

© Joerg Lehmann, MSC – Klassischer Cocktail von Eismeergarnelen-min

"Swinging Sixties" Garnelencocktail

Vorbereitung 10 mins
Garzeit 0 mins
Portionen 4
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